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Gastronomiefamilie von der Insel Fehmarn will Bückeburgs Renommieradresse auf Vordermann bringen

Von der "Marktwirtschaft" ins "Alte Forsthaus"

Bückeburg/Fehmarn (tw). Für das "Alte Forsthaus" ist ein neuer Pächter gefunden: Heiner Brokmann (51) wird das Renommier-Objekt zum 1. Februar gemeinsam mit Frau Christina (50) und Tochter Jessica (25) übernehmen und als Hotel/Restaurant fortführen. Die Familie betrieb bislang die "Marktwirtschaft" direkt im Zentrum von Burg auf Fehmarn - ein Zwölf-Betten-Haus mit Frühstücksbüfett, angeschlossener Gastronomie und täglich wechselndem Mittagstisch.

veröffentlicht am 10.01.2007 um 00:00 Uhr

Idyllisch: Das Hotelrestaurant "Marktwirtschaft" (links) der Fam

Das berichteten jetzt sowohl Matthias Lehmann, in seiner Eigenschaft als Insolvenzverwalter gleichzeitig Verpächter der Immobilie und Christina Brokmann auf Anfrage der Landes-Zeitung. "Herr Brokmann ist gelernter Koch, Frau und Tochter sind gelernte Hotelfachkräfte; alle drei haben Qualifikationen als Ausbilder", lobt Lehmann. "Damit sind im ,Alten Forsthaus' alle Kernkompetenzen, die man zur Führung eines solchen Betriebs braucht, vereint." Zwar hätte es Lehmann nach eigenen Worten lieber gesehen, wenn er das Objekt nicht hätte verpachten, sondern verkaufen können. Aber: "Es gibt die Option auf einen späteren Erwerb", so der Insolvenzverwalter. Allemal sei die Weiter-Nutzung als Hotel und Restaurant die bestmögliche Lösung: "Würde ein Altenheim draus werden, hätte mir dagegen das Herz geblutet", gesteht Lehmann. Denn in dem Fall hätte das Objekt - "mit einem Ambiente, das es so schnell nicht wieder in Schaumburg gibt" - nur von einem vergleichsweise kleinen Personenkreis genutzt werden können. Doch besagte Planspiele, die aus der Zeit vor dem Engagement der Brokmanns stammen, sind nun Schnee von gestern. "Wir freuen uns mächtig auf Bückeburg, sind allesamt hoch motiviert", so die neue Pächterfamilie. Auf das "Alte Forsthaus" seien sie durch "Christie und Co.", eine international tätige Immobilienberatungsgesellschaft mit Stammsitz in London und Dependancen in zahlreichen europäischen und deutschen Großstädten aufmerksam geworden. Die "Marktwirtschaft" in Burg auf Fehmarn, welche die aus Hannover stammenden Brokmanns drei Jahre führten und in deren Restaurant sie Nudel-, Fleisch- und Fischvariationen anboten, werde weiter verpachtet. So könne man sich voll und ganz auf Bückeburg konzentrieren. "Wir werden das ,Alte Forsthaus' als Ausbildungsbetrieb führen und in Küche und Service etwa sechs bis acht Azubis beschäftigen", betont die Pächtersfrau. Ein neues Konzept soll überdies gastronomische Akzente setzen. "Das Restaurant etwa", so Christina Brokmann, "eignet sich für Familienfeiern ebenso wie für das Feierabend-Bier". Der vorgelagerteGarten, in dem im Sommer der Gerstensaft genossen wird, soll herausgeputzt werden. Darüber hinaus denkt die Familie über eine Tea-Time im Kaminzimmer, einen Brunch zum Festpreis (inclusive aller Getränke) und ein Lunch-Büfett nach, für das ebenfalls nur ein vergleichsweiser geringer Obolus entrichtet werden muss. Lehmann abschließend: "Ich freue mich, dass es im ,Alten Forsthaus' jetzt wieder los geht und drücke den Brokmanns beide Daumen." Als Auswärtige komme es für die Pächterfamilie jetzt darauf an, in Schaumburg die entsprechenden Kontakte zu knüpfen. Der Insolvenzverwalter: "Natürlich wird in das Objekt über kurz oder lang einiges investiert werden müssen - aber die Zimmer sind mit Masse in einem guten Zustand, und das Mobiliar ist auch noch da." Zur Erinnerung: Auf Selbstantrag der bisherigen Pächterin, der "Altes Forsthaus Bückeburg GmbH", war Ende Januar 2006 - erneut - ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Die Prüfung hatte aber ergeben, dass nicht genügend Masse zur Eröffnung des Verfahrens vorhanden war. Der Insolvenzverwalter hatte daraufhin Anfang Februar das Hotel-Restaurant geschlossen. Seitdem steht die Immobilie leer. Zuvor hatten über mehrere Jahre hinweg diverse GmbH und KG ihr Glück mit dem Objekt versucht, hatten aber allesamt Schiffbruch erlitten.

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