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Auf Expansionskurs - Röcker "Primus Präzisionstechnik" fertigt innovative Antriebslösungen

Von der Klappe der Royal Navy bis zur Aldi-Tür

Röcke (bus). Das in Röcke zwischen Kreisstraße 82 und Bundesstraße 65 angesiedelte Industriegebiet nimmt immer mehr den Charakter einer kleinen aber feinen Hightech-Schmiede an. Ein Beispiel dafür, dass es an der Röcker Straße gegenwärtig "brummt", führte jetzt die "Primus Präzisionstechnik" den Mitgliedern des Ratsausschusses für Wirtschaft und Finanzen vor Augen. Das hauptsächlich im Getriebebau engagierte Unternehmen ist auf Expansionskurs, plant den Neubau einer Betriebshalle, die Aufstockung des Personals und für die bevorstehenden drei bis fünf Jahre eine Verdoppelung des Umsatzes.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:48 Uhr

Thorsten Völz (v.r.) erläutert den Mitgliedern des Wirtschafts-

"Wir sehen uns in der Rolle des Sonderlösungsbringers", erläuterten Geschäftsleiter Thorsten Völz und Prokuristin Ilona Lányi den Politikern das Selbstverständnis der Firma. Die Röcker "Sonderlösungen" finden sich in unterschiedlichsten Aggregaten. "Wir sind mitverantwortlich dafür, dass in den U-Booten der Royal Navy die Ausstiegsklappe funktioniert", führte Völz ein Beispiel an. "Primus"-Produkte begegneten jedermann sozusagen auf Schritt und Tritt. Nur wisse kaum jemand um deren Existenz. Bohrinseln auf hoher See, Setzlingsmaschinen in Spanien, Kaffeeautomaten und Geldauszahlungsgeräte in aller Welt führte der Geschäftsleiter als weitere Exempel an. "Und wenn bei Aldi sich die Tür automatisch öffnet, sind wir auch mit von der Partie." Das Sortiment des Getriebebauers umfasst etwa 7000 Artikel. Die derzeit 50 Spezialisten starke Belegschaft fertigt zumeist Serien zwischen 20 000 und 40 000 Einheiten. Pro Jahr verlassen etwa 1,5 Millionen Getriebe das Firmengelände. "Kleinere Stückzahlen sind für uns interessanter als die Großherstellung", erläuterte Völz. Die Spezialisierung auf innovative, kundenspezifische Antriebslösungen trage zudem dazu bei, die Imitationskonkurrenz aus Fernost auf Abstand zu halten. "Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt und nicht das Produkt", ist auf einem Schild in den Fertigungshallen zu lesen. Mit der Aufstockung des Personals, das in den zurückliegenden drei Jahren bereits nahezu verdoppelt wurde, soll in der 1996 gegründeten GmbH eine Ausbildungsplatzoffensive einhergehen. "Langfristig wollen wir vier Lehrlinge pro Jahr einstellen", sagte Lányi. Gefragt seien bei den jungen Leuten wie in der gesamten Belegschaft vor allen Dingen Offenheit und Ehrlichkeit. "Ein ganz tolles Zeugnis ist nicht unbedingt vonnöten", verdeutlichte die Prokuristin. Eine Portion Pioniergeist könne unterdessen nicht schaden. Aktuell arbeitet "Primus", was der Lateiner bezeichnenderweise mit "Erster"übersetzt, an der Entwicklung eines Antriebs für elektrisch zu öffnende Schubladen. Das könnte allerdings den Einstieg in die Großherstellung unumgänglich werden lassen - international agierende Marktforscher haben einen Bedarf ermittelt, bei dem Stückzahlen von 500 000 als "kleinere Einheiten" durchgehen.



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