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Psychotherapeut referiert im beruflichen Gymnasium / Betroffene schildert ihr Schicksal

Von der Diät zur Essstörung

Hameln. Unbeschwert und lustvoll essen – das können Kinder und Jugendliche, die Essstörungen haben, nicht mehr. Mehr als jedes 5. Kind zwischen elf 17 Jahren in Deutschland hat ein erhöhtes Risiko, Essstörungen zu entwickeln. Essstörungen sind ernsthafte Krankheiten mit schwerwiegenden seelischen und körperlichen Folgen. Dies war Ausgangspunkt für ein Vortagsangebot der Elisabeth-Selbert-Schule.

veröffentlicht am 14.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

Zur Thematik referierte im Forum der Elisabeth-Selbert-Schule auf Einladung des Bildungsgangteams Ökotrophologie des beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Soziales der psychologische Psychotherapeut Gerd Kuznik.

Die Thematik „Essstörungen“ wird für viele Abiturienten ein Schwerpunkt im Abitur 2014 sein – und so war das Forum der Schule gut besucht. Grundsätzlich unterscheidet man im Bereich der Essstörungen drei Diagnosen: Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Binge eating disorder. Essstörungen sind für die Betroffenen immer ein Lösungsversuch und Folge von Lebensereignissen und/oder Familienproblemen. Um so wichtiger ist es, dass das Umfeld auf Veränderungen frühzeitig und sensibel reagiert. Als Hilfen stellte der Psychotherapeut Kuznik sogenannte Take-Home-Messages für Eltern, Lehrer und Mitschüler vor.

Nach Hinweisen zu Kennzeichen und Symptomatik führte Kuznik aus, dass eine Essstörung nicht von jetzt auf gleich zu heilen sei. Vordringlich werde auf eine ambulante Behandlung gesetzt, doch ab einem gewissen Grad der Erkrankung sei eine stationäre Aufnahme notwendig. In diesem Rahmen berichtete der Therapeut über die „Vier Säulen der Essstörungstherapie“, die neben der körperlichen Erholung vor allem aus einer psychotherapeutischen Behandlung besteht.

Eindrucksvoll wurde der Vortrag durch die Ausführungen einer betroffenen jungen Frau, die die Aussagen des Experten aus ihrem eigenen Erleben der Magersucht heraus ergänzte. Diese Erfahrungen werden dem Publikum besonders in Erinnerung bleiben, zeigen sie doch, wie schnell eine solche Erkrankung ausbrechen kann und wie schwer es ist, sie zu überwinden.



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