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Von der Becke neuer Chef der Krankenhäuser

Landkreis (wer). Die Fusion der drei Schaumburger Krankenhäuser unter dem Dach von Pro Diako nimmt nicht nur juristische Formen an – sie erhält auch ein Gesicht: Christian von der Becke (45) wird Geschäftsführer der „Krankenhaus Projektgesellschaft Schaumburger Land mbH“, die bis zur Fertigstellung des Neubaus (geplant 2013) das Projekt entwickeln, Defizite an den Altstandorten abbauen und Konzepte zur Nachnutzung erstellen soll.

veröffentlicht am 17.02.2009 um 11:55 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 11:56 Uhr

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Von der Becke wird von der Pro-Diako-Management-Gesellschaft gestellt, einer Tochter von Pro Diako Hannover. Über Geschäftsbesorgungsverträge übernimmt er in Personalunion zugleich die Geschäftsführung unmittelbar in den Krankenhäusern Stadthagen, Rinteln und Bückeburg. In Stadthagen und Rinteln firmiert er formal als Werkleiter, denn die beiden kommunalen Häuser werden – so soll es der Kreistag am Dienstag beschließen – in einem Eigenbetrieb zusammengefasst. Von der Becke erhält Weisungsbefugnis, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier bleibt oberster Dienstvorgesetzter der Mitarbeiter, als Kontrollorgan fungiert nicht mehr der Krankenhaus-Ausschuss des Kreises, sondern ein Werksausschuss.

In Bückeburg wird die Stiftung das Krankenhaus in den nächsten Monaten in die mehrheitlich von Pro Diako getragene „Krankenhaus Bethel gGmbH“ ausgliedern, in der von der Becke neben Verwaltungsleiter Klaus Kruse einer von zwei Geschäftsführern wird.

Übergeordnet ist die Projektgesellschaft, die in der Planungs- und Bauphase die Fusion vorbereiten soll. Auch hier bekleidet von der Becke die Geschäftsführer-Funktion. In der Gesellschafterversammlung sitzen Pro-Diako-Geschäftsführer Claus Eppmann, Landrat Schöttelndreier und Dr. Michael Winckler, Vorsitzender der Stiftung Bethel (Pro Diako hält 52 Prozent, der Landkreis und die Stiftung jeweils 24 Prozent).

Als gelernter Betriebswirt war von der Becke (gebürtig aus Witten) zunächst in der Autozuliefer-Branche und als Unternehmensberater tätig, bevor er 2003 zur Malteser St. Josef Gesellschaft nach Hamm wechselte und dort als Geschäftsführer für ein Krankenhaus und Altenhilfe-Einrichtungen zuständig war. Seine Aufgabe: die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit. In den letzten sechs Jahren hat sich von der Becke als Krankenhaus-Sanierer empfohlen. „Ich betrete kein Neuland in Schaumburg, aber die Aufgabe, drei Krankenhäuser mit ihren unterschiedlichen Betriebskulturen zusammenwachsen zu lassen, wird trotzdem nicht einfach“, blickt der neue Chef voraus.

Schwierig werden vor allem die ersten Entscheidungen zum Personalabbau. Wie viele Stellen in welchen Bereichen gestrichen werden, werde in den nächsten Monaten geprüft – konkrete Ergebnisse seien erst im Mai zu erwarten. Klar ist aber schon jetzt: Die größten Sparpotenziale bieten die Krankenhäuser Rinteln und Stadthagen, und zwar in dieser Reihenfolge. Bückeburg dagegen werde „nur am Rande betroffen“, da man „nicht vor vergleichbaren Sparzwängen“ stehe, sagt Dr. Michael Winckler.

„Wir können betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen“, spricht Pro-Diako-Geschäftsführer Claus Eppmann Klartext. Gleichwohl wolle man die notwendigen Einsparungen „nicht gegen die Belegschaft“ durchsetzen: „Wir wollen die Leute mitnehmen, es sind unsere zukünftigen Mitarbeiter im Klinikum Schaumburg.“

Die medizinische Leistungsfähigkeit, das unterstreicht Eppmann, soll an allen drei Standorten erhalten bleiben, der Personalabbau werde primär die patientenfernen Bereiche betreffen. Vor allem in Rinteln, an der Grenze zu Hameln und Lemgo, achte man darauf, keine Patienten zu verlieren, die später nicht wieder zurückzugewinnen seien.

Eppmann zeigt sich „wild entschlossen“, das Neubau-Projekt in Schaumburg nicht nur zu realisieren, sondern zu einem „Flaggschiff“ der gesamten Pro-Diako-Gruppe zu entwickeln. Der Geschäftsführer geht von über 80 Prozent Landesförderung für den Neubau aus. Offen sei nach wie vor, wo genau im „Raum Obernkirchen“ das neue Zentralkrankenhaus errichtet werden soll. Geplanter Baubeginn: „Wenn alles glatt läuft, schon im nächsten Jahr.“



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