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"brassMEN"überzeugen im Eilser Kursaal / Abschluss der Fünf-Konzerte-Tournee / Leider nur schwacher Besuch

Von Bach bis zu den Beatles - Blasmusik vom Feinsten

Bad Eilsen (sig). Sie sind vollere Säle gewöhnt und hätten einen solchen Zuspruch auch im Eilser Kursaal verdient. Aber vielleicht ist der Rosenmontag nicht der ideale Termin für ein so anspruchsvolles Konzert, wie es die "brassMEN" zu bieten hatten. Wie auch immer: Wer dabei war, hat ein Bläserquintett von hoher Qualität und herzerfrischender Lockerheit erlebt.

veröffentlicht am 07.02.2008 um 00:00 Uhr

Fünf hervorragende Bläser aus ganz Deutschland beenden ihre Tour

Man kann durchaus nachvollziehen, dass der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Friedrich Winkelhake, nach dem Erlebnis eines solchen Konzertes im Kreise Minden-Lübbecke der Auffassung war: "Die musst du nach Bad Eilsen holen!" Er sieht es als eine der vornehmlichen Aufgaben, die heimische Kulturszene auch mit hier bisher Unbekanntem zu bereichern. Das ist ihm zweifellos gelungen. Und beim nächsten Auftritt wird sich das herumsprechen. Dann dürfte der Kursaal sicherlich voller werden. Es muss ja nicht unbedingt wieder ein Rosenmontag sein. Diesmal passte das so gut zu den Plänen des Bläserquintetts. Bad Eilsen war nämlich der Abschluss einer diesmal nur aus fünf Konzerten bestehenden Tournee. Einfach ist das nicht, dies fünf Solisten zusammen zu bekommen. Sie wirken an unterschiedlichen Standorten in Deutschland. Das hat seinen Grund: Sie sind Aushängeschilder der Militärmusik. Johannes Langendorf (Trompete) kommt aus Bonn, Micha Klappert (Horn) aus Kassel, Richard Meindl (Tuba) aus München und Markus Motschenbacher (Trompete) aus Würzburg. Klaus-Peter Diehl (Posaune) war mal Militärmusiker und ist jetzt als Bundesposaunenwart für den Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) tätig. Er wohnt in Oberlübbe. Zusammengeführt habe sie, so lautet ihr Bekenntnis, die Liebe zu nahezu allen spielbaren Stilrichtungen der Musik sowie ihr gemeinsamer Glaube an Jesus Christus. Daraus hat sich trotz der geographischen Entfernung längst eine echte Freundschaft entwickelt. "Unsere Musik ist zugleich auch eine christliche Botschaft", bekannte Johannes Langendorf. Trotz dieser Ankündigung entwickelte sich der Auftritt im Kursaal aber keineswegs überwiegend zu einem Kirchenkonzert. Es war von allem etwas dabei. Das Ensemble bot einen Querschnitt durch die erstaunlich umfangreichen Möglichkeiten konzertanter Blasmusik. Dass sogar eine Tuba ein virtuos zu bedienendes Soloinstrument sein kann, erlebt man auch nicht jeden Tag. Ob Brahms, Mozart, Bach, Abba oder die Beatles, ob Choräle, ob bekannte Filmmusik, wie "Spiel mir das Lied vom Tod", ob die Eurovisionsmelodie, ob leichtfüßig daherkommender Blues oder jazzige und rockige Töne - alles beherrschen die "brassMEN" perfekt. Niemand musste hineingeheimnissen, was denn jetzt an der Reihe war. Es gab eine Einführung und eine ebenso informative, wie launige Moderation. Nur einmal wussten die Zuhörer nicht, was die Einlage bedeuten sollte. Das war der Fall, als ein Duo mit Rasenmäher uin den Saal stürmte - noch dazu im orangeroten Outfit von Straßenkehrern. Müll haben die "brassMEN" aber nicht hinterlassen. Musikalisch war alles vom Feinsten. Sie dürfen - nein, sie sollten wiederkommen!



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