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Wildliebhaber schauen Küchenprofis beim Kochen über die Schulter

Vom Zerwirken des Frischlings

Wendthagen (mw). "Vom Wald in die Küche" ist das Motto zweier Seminare gewesen, die das Kreisforstamt Schaumburg in Kooperation mit dem Lüdersfelder Hotel-Restaurant "Zum dicken Heinrich" ausgerichtet hat. Im Forsthaus Halt haben sich jeweils 20 Liebhaber schmackhafter Wildgerichte in die Geheimnisse des fachgerechten Zerlegens und Zubereitens von frisch erlegtem Wild einweihen lassen.

veröffentlicht am 12.12.2008 um 00:00 Uhr

Küchenchef Martin Parno (r.) gibt sein Wissen an die Seminarteil

"Wir hätten noch einen dritten Kurs anbieten können", freute sich Kreisforstamtsleiter Lothar Seidel über die große Nachfrage, die die Anzahl der jeweils 20 zur Verfügung stehenden Seminarplätze deutlich überstieg. Ursächlich hierfür sei, dass der Genuss von Wildfleisch auch bei vielen Nichtjägern "voll im Trend" liege. Schließlich handele es sich bei Wildbret aus heimischen Revieren um ein sehr gesundes und "schadstofffreies" Fleisch. Auf die Seminarteilnehmer des ersten Tages warteten ein frisch erlegtes Reh sowie ein Wildschwein-Frischling. Zunächst zeigte Seidel das in der Jägersprache als "Aus der Decke schlagen" und "Zerwirken" bezeichnete küchenfertige Zerlegen der Wildstücke. Anschließend gingen die beiden Küchenexperten Rolf Parno (Inhaber des Hotel-Restaurants "Zum dicken Heinrich") und dessen Sohn Martin Parno mit Pfannen und Töpfen zu Werke, um das Wildfleisch in leckere Gerichte zu verwandeln. Auf der Speisekarte standen dabei unter anderem eine "Wildrahmsuppe mit frischen Champignons und Wildklößchen", "Reh mit Apfel-Chutney im Crêpeteig", "Pistazien-Wildleberpralinen" und "Paniertes Wildschwein-Kotelett mit Preiselbeer-Hollandaise". "Komplettes Neuland" betrat dabei Jens Dragendorf. Er wolle mal sehen, wie Wild richtig zubereitet wird, verriet der Liekweger und stellte den zwischendurch verkosteten Mettbällchen das Urteil "sehr gut" aus. Zur Gruppe der Nichtjäger gehörte auch Margit Hübner aus Stadthagen. Erstaunlich sei, auf welch vielfältige Weise das Wildbret in der Küche verarbeitet werden kann, zeigte sie sich begeistert. "Da würde man als Laie nie auf die Idee kommen".



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