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Wilhelm und Margarete Jung feiern Diamantene Hochzeit / Neue Heimat in Rinteln gefunden

Vom Warthegau nach Exten vor den Traualtar

Rinteln (who). Gut ein halbes Jahr vor Gründung der Bundesrepublik haben sie geheiratet und blicken jetzt auf einen 60-jährigen gemeinsamen Lebensweg zurück. Am Sonnabend wollen Wilhelm und Margarete Jung, geb. Vogel, ihr diamantenes Ehejubiläum feiern. "Am dritten Weihnachtstag 1947 haben wir uns beim Tanzen in der Gaststätte Kretzer in Exten kennengelernt", erzählt Margarete Jung. So gut wie jeden Sonntag seien sie damals tanzen gegangen, um das neue Lebensgefühl nach den bitteren Kriegsjahren zu genießen.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

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Beide habenÄhnliches erlebt, wie viele Menschen ihrer Generation. Beide sind im Warthegau geboren und erst nach Kriegsende auf getrennten Wegen in ihre neue Heimat nach Rinteln gekommen. Der gelernte Landwirt Wilhelm Jung war als 18-Jähriger vom ersten Tag an in den Kriegsdienst geschickt worden. "Ich habe Glück gehabt, weil ich 1945 von Stalingrad nach Finnland zur Gebirgsausbildung geschickt worden bin", berichtet er. Das Kriegsende hat er in Norwegen erlebt und ist bald nach Deutschland entlassen worden. Etliche Berufe hat er in der neuen Heimat ausgeübt, um sich und seine Frau zu ernähren, bis er viele Jahre bis zur Pensionierung bei der Glashütte Stoevesandt gearbeitet hat. Margarete Jung hatte noch in der alten Heimat eine Ausbildung an der Landfrauenschule durchlaufen, sowohl als Grundlage für ihr Arbeitsleben als Köchin als auch für die Tätigkeit zu Hause. 1955 hat das junge Ehepaar seinen neuen Lebensmittelpunkt mit dem Erwerb eines Nebenerwerbs-Anwesens an der Mindener Straße gefunden. Dort ist ihre Tochter aufgewachsen, die ihnen drei Enkel und bislang einen Urenkel beschert hat. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat Margarete Jung durch Tierhaltung die Haushaltskasse aufgebessert: "Wir halten immer noch zehn Hühner."



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