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Wer stellt künftig die Mehrheitsgruppe im Rat? Zunächst sollen interne Gespräche geführt werden

Vom Wahlergebnis ist keiner so richtig enttäuscht

Bückeburg (rc). Eine Nacht drüber geschlafen: Zeit, um Freude, Enttäuschungen, Hoffnungen oder nicht in Erfüllung gegangene Wünsche zu verarbeitet; sich Gedanken darüber zu machen, wie die künftige Arbeit im Rat aussehen könnte und mit wem Wahlprogramme am ehesten realisiert werden können.

veröffentlicht am 12.09.2006 um 00:00 Uhr

Bei SPD-Fraktionschef Bernd Insingerüberwog gestern Morgen noch die Freude über den nicht erwarteten klaren Wahlsieg. "14 Sitze hatte ich mir gewünscht. Dass es 15 geworden sind, ist natürlich hervorragend." Der Wähler habe honoriert, dass die SPD "kein Produzent von Eintagsfliegen" sei und seit Jahren für eine kontinuierliche Entwicklung der Stadt stehe: "Das konnten wir im Wahlkampf vermitteln." Mit wem die SPD die Kontinuität fortsetzen will, wollte Insinger nicht sagen. Natürlich gebe es auf Basis der Zahlen Gedankenspiele. Und: Es sei richtig, dass die SPD mit den drei Partnern gut zusammengearbeitet habe. "Ob sie fortgesetzt werden muss, muss ich nicht so sehen." Man werde miteinander reden. Da die Zeit nicht dränge, werde man in aller Ruhe Gespräche führen und sich entscheiden. Er stehe erneut für den Fraktionsvorsitz zur Verfügung. "Mit der Mehrheitsfindung wird die CDU zu 99,9 Prozent nichts zu tun haben." Einen Tag nach der geschlagenen Kommunalwahl war beim CDU-Fraktionsvorsitzenden Christopher Wuttke Realismus angesagt. Seine Enttäuschung habe sich in der Nacht gelegt. Die CDU wolle weiter eine gute Politik machen und versuchen, aus der Opposition heraus ihre Argumente zu vertreten. "Vielleicht gelingt es uns in der einen oder anderen Sachfrage." Die neue Fraktion sei gestern Abend zu einem ersten Vorgespräch zusammengekommen. "Im Prinzip" stehe er erneut für den Fraktionsvorsitz zur Verfügung. Bei Bündnis 90 / Den Grünen war Freude pur angesagt: Im Rat künftig in Fraktionsstärke mit zwei Sitzen vertreten, zusätzlich mit je einem Sitz in den Ortsräten Evesen und Meinsen-Warber. Sprecherin Cornelia Laasch, die - obwohl nur auf Listenplatz 3 positioniert - in den Rat einzieht: "Wir sind zufrieden, ein klasse Ergebnis". Den Erfolg führte sie auf die gute Arbeit von Bernd Schierhorn in den vergangenen fünf Jahren zurück. Zu künftigen Partnerschaften sagte sie, dass die Grünen schauen wollten, mit wem sie am besten ihr Programm umsetzen könnten: "Die bisherige Zusammenarbeit mit der SPD war gut". "Wir können zufrieden sein. Wir haben unser Ziel Fraktionsstärke erreicht", sagte die FDP-Vorsitzende Brigitte Bödeker. Von ihrem persönlichen Abschneiden sei sie enttäuscht, aber so sei Politik. Über künftige Partnerschaften sei noch nicht gesprochen worden. Dies werde in Ruhe geschehen: "Wir müssen schauen." "Zufrieden sind wir nicht," sagte der Vorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Gunnar Preul. "Aber bei der Wahlbeteiligung waren - wie erhofft - zwei Sitze nicht zu erreichen. Immerhin sind wir zufrieden, dass wir im Rat dabei sind." Bei der Zusammenarbeit sei die UWG "grundsätzlich für alles offen" und zu Gesprächen bereit. Natürlich sei dies aber auch eine Entscheidung des gewählten Ratsvertreters Gerhard Schöttelndreier. "Wir hatten auf einen zweiten Sitz gesetzt und gehofft, dass entweder Jürgen Hockemeier oder Volker Preul noch in den Rat kommt", sagte der Vorsitzende der Bürger für Bückeburg (BfB) , Raimund Leonhard, der es als Einzelkämpfer wieder in den Bückeburger Rat geschafft hat. Leider hätten auch die jungen BfB-Kandidaten nicht so viele Stimmen geholt wie er sich gewünscht hätte. Über künftige Partnerschaften oder die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der CDU in einer Gruppe sei noch nicht gesprochen worden. "Wirwerden uns aber noch diese Woche zusammensetzen, wie sie aussehen soll." "Ich freue mich, dass wir es geschafft haben", sagte Edeltraut Müller von "Wir" , die es als einzige Bewerberin ihrer Wählervereinigung in den Rat geschafft hat. Angesichts des Umstandes, dass "Wir" neu angefangen habe, sei ein Sitz ein guter Erfolg. "Wir sind nicht so bekannt wie die anderen." Mit ihrer persönlichen Stimmenzahl (318) sei sie zufrieden. Bei der Wahl 2001 hatte die Ex-Bürgermeisterin als Spitzenkandidatin der SPD 1300 Stimmen erreicht.

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