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Internationale Konzerte werden erweitert / Schumann, Chopin und das 20. Jahrhundert

Vom romantischen Tiefgang bis zum Tango

Obernkirchen. Am Sonntag, 25. M ai, um 17 Uhr musiziert das belgische Duo "Tooten und De May" Werke für Cello und Klavier im Stift Obernkirchen. Dieses Konzert ist eine kammermusikalische Erweiterung der Reihe "Internationale Konzerte im Stift Obernkirchen", die bisher nur Klavierabende präsentierte.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

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Luc Tooten ist Solocellist des Flämischen Radioorchesters und ein Enkelschüler Paul Torteliers, aber erhielt auch Unterricht bei Mstislaw Rostropowitsch. Als Kammermusiker konzertierte Tooten in den meisten europäischen Ländern, sowie in Israel, China, Mexiko, Kanada, den USA und China. Ein Höhepunkt seiner Karriere war die Einladung des berühmten chinesischen Komponisten Tan Dun, als Solist im Cellokonzert "Crouching Tiger" auf China-Tournee zu gehen. Tooten hat bereits eine Vielzahl von CD-Aufnahmen vorgelegt. Der Pianist Stéphane De May erwarb sein Klavierdiplom an der Pariser Pädagogischen Hochschule A. Cortot und anschließend das Solistendiplom am Rotterdamer Konservatorium. De May ist Preisträger internationaler Wettbewerbe in Italien, Spanien, Österreich, Griechenland, in den USA und in den Niederlanden. Er ist Gastdozent am Rotterdamer Konservatorium, Assistent am Königlichen Konservatorium Lüttich sowie Lehrer am Konservatorium Leuven und der Brüsseler Musikhochschule. Zusammen haben Luc Tooten und Stéphane De May bereits mehrere CDs eingespielt, unter anderem eine 2005 erschienene Aufnahme mit bisher unveröffentlichten Werken Piazzollas, Bragatos und anderer. Seit 2006 sind Tooten und De May als Mitglieder des Trio Portici bei dem Label Pavane unter Vertrag. In Obernkirchen wird das Duo bedeutende romantische Werke für Cello und Klavier spielen, wie Schumanns "Stücke im Volkston" op. 102 und Chopins letztes Werk, das noch zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde, die Sonate op. 65 für Cello und Klavier. Die Sonate kann gewissermaßen als Chopins Schwanengesang betrachtet werden, da der Komponist sie bei seinem letzten Konzert in Paris im Februar 1848 zusammen mit seinem Freund, dem Cellisten Franchomme, musizierte. Als Chopin im nächsten Jahr auf seinem Sterbebett lag, bat er Franchomme, ihm die Anfangstakte der Sonate vorzuspielen. Im zweiten Teil des Konzerts wird Musik des 20. Jahrhunderts erklingen. Debussys Cellosonate ist ein spätes Werk, das nicht mehr dem musikalischen Impressionismus verhaftet ist, sondern Bezug nimmt auf französische Barockmusik. Die Sonate enthält auch Anklänge an spanische Musik und verwendet ungewöhnliche Spieltechniken des Cellos. Musik von zwei Vertretern des "Tango nuevo" erscheint auch auf dem Programm. Astor Piazzolla ist der Begründer dieser Musikrichtung, die den argentinischen Tango mit harmonischen Neuerungen der europäischen Kunstmusik und des Jazz anreichert. Piazzolla schrieb seinen "Le Grand Tango" für den Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, während der Komponist José Bragato selbst Cellist ist und sogar im berühmten Ensemble von Piazzolla mitspielte. Bragato weiß daher in seinem vom Tango inspirierten Werk "Milontan" die Möglichkeiten des Cellos ganz auszuschöpfen. Eintrittskarten für dieses Konzert gibt es an der Abendkasse im Stift Obernkirchen, sie kosten zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Schüler.

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