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"Schaumburger Profile": Lebensbeschreibungen bedeutender Schaumburger

Vom Hugenotten-Pastor bis zum Kunstschmied des 17. Jahrhunderts

Landkreis (gp). Heimische Ex-Größen wie Johann Gottfried von Herder, Hermann Löns, Gerhard von Scharnhorst oder der "Bückeburger (Friedrich) Bach" sind - über ihren einstigen Schaumburger Lebens- und Wirkungsbereich hinaus - berühmt und bekannt. Und auch mit Namen wie Bernhard Christoph Faust ("Pockenarzt"), Börries von Münchhausen (Balladendichter) oder Wilhelm Külz (Bückeburger Bürgermeister und späterer Reichsinnenminister) dürfte das Gros der hier zu Lande lebenden Zeitgenossen etwas anfangen können. Wie aber sieht es mit der Zuordnung der - zumindest für die hiesige Region - bedeutsamen Männer und Frauen wie Christian Kröner (in Rinteln geborener Maler), Helene Morgenbesser (Leiterin der Frauenwirtschaftsschule in Obernkirchen) oder Pierre Crégut (Pastor der im 18. Jahrhundert in Bückeburg ansässigen Hugenottengemeinde) aus? Und wer weiß, dass Hans Anger ein herausragender Kunstschmied des 17. Jahrhunderts, Heinrich Steding ein umstrittener NS-Historiker aus Bad Nenndorf-Waltringhausen und Gustav Süss ein einst erfolgreicher Maler und Schriftsteller aus Rumbeck (Hessisch-Oldendorf) waren?

veröffentlicht am 24.01.2008 um 00:00 Uhr

Herausgeber Dr. Hubert Höing (l.) und zwei seiner fleißigsten Au

Wer diesbezügliche Wissenslücken aufarbeiten möchte, dem sei ein dieser Tage neu auf den Markt gekommenes Lesebuch und Nachschlagewerk empfohlen. Der Titel: "Schaumburger Profile". Darin enthalten sind die Lebensbeschreibungen von 75 bedeutsamen ("profilierten") heimischen Persönlichkeiten. Die Namensliste mutet bunt und vielfältig an. Berücksichtigt und abgehandelt sind Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kunst. Die Zeitspanne ihres Lebens und Wirkens reicht vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Neben weithin bekannten und populären Namen finden sich viele, die selbst von historisch interessierten Zeitgenossen nicht ohne weiteres einzuordnen sein dürften. Dem Anspruch eines "historisch-biographischen Handbuchs" entsprechend, ist die Neuerscheinung alphabetisch und chronologisch geordnet. Das Inhaltsverzeichnis beginnt mit Friedrich Accum, einem 1769 in Bückeburg geborenen und zu seiner Zeit weltbekannten Chemiker, und endet mit Anton von Wietersheim, einem vor 400 Jahren zu Zeiten des Grafen Ernst klug und umsichtig amtierenden Schaumburger Regierungskanzler. Alle Beiträge sind wohltuend knapp und präzise. Die Schilderung pro Person umfasst - einschließlich Portraitdarstellung - im Schnitt drei bis vier Seiten. Hinweise auf Familie, Herkunft, Lebensleistung, Werk und auf die derzeit nutzbare Quellenlage runden die Einzeldarstellungen ab. Mit den jetzt veröffentlichten 75 Biographien sei der Reigen der als herausragend einzustufenden Persönlichkeiten aus oder mit Bezug zu Schaumburg bei weitem nicht erschöpft, ließ Dr. Hubert Höing bei der Vorstellung der Buchneuausgabe wissen. Der Chef des Bückeburger Staatsarchivs hat als Herausgeber (und Autor) den Löwenanteil am Zustandekommen des Werks geleistet. Als offizieller Auftraggeber tritt im Umschlagtext die "Historische Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg" in Erscheinung - ein Kreis renommierter heimischer Geschichtsforscher und Kunstsachverständiger, der seit Jahren für immer neue regionalwissenschaftliche Veröffentlichungen sorgt. Die "Profile" sind der mittlerweile 66. Band der als "Schaumburger Studien" bekannt gewordenen Reihe. Wenn es nach Höing geht, werden über kurz oder lang noch zwei Fortsetzungsausgaben des historisch-biographischen Handbuchs folgen. Das Erscheinungsdatum stehe jedoch noch in den Sternen. "Das hängt auch und vor allem von der Bereitschaft und Qualität der infrage kommenden Autoren ab". Am Zustandekommen des ersten, jetzt fertig gestellten Bandes waren insgesamt 38 verschiedene Historikerinnen und Historiker beteiligt. Zwei der fleißigsten und hier zu Lande bekanntesten von ihnen, Dr. Roswitha Sommer und Dr. Helge Bei der Wieden (jeweils fünf Einzelbeiträge) waren bei der Vorstellung des seit wenigen Tagen in den Buchläden erhältlichen Werks dabei. Unsere Zeitung wird in der nächsten Zeit ausführlicher über Einzelbeiträge der Neuerscheinung berichten. Bezugsdaten: Hubert Höing (Hrg.): "Schaumburger Profile, Ein historisch-biographisches Handbuch Teil 1"; Band 66 der "Schaumburger Studien"; Verlag für Regionalgeschichte Bielefeld 2008; ISBN 978-3-89534-666-8; 368 Seiten, 29 Euro.

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