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Landesliga-Meisterschaft für die JSG Nordschaumburg / Großen Anteil am Erfolg hat Trainer Andrej Antonewitsch

Vom B-Junioren-Schlusslicht zum A-Junioren-Meister

Handball (hga). Andrej Antonewitsch ist Handballtrainer und als solcher dieser Tage ziemlich entspannt. Dazu hat der Coach auch allen Grund, zumindest soweit es die A-Junioren der JSG Nordschaumburg angeht. Mit der Relegationsrunde um den Aufstieg in die Landesliga der Saison 2007/08übernahm "Anton", wie er der Einfachheit halber allerorten genannt wird, die Mannschaft und führte sie zur Landesligameisterschaft.

veröffentlicht am 19.03.2008 um 00:00 Uhr

Der A-Junioren Landesliga-Meister: Die JSG Nordschaumburg. Fotos

"Anton" hat Glück gehabt dabei, einige Spieler sind viel versprechende Talente, aber Glück allein war es nicht, das zum Titelgewinn führte. Zwei Drittel des Erfolges hat der Coach zu verantworten, er schaffte es, seine Erfahrungen an die jungen Spieler weiter zu geben. "Körperlich waren sie stark, aber mit Handball hatten sie nicht viel zu tun", erinnert sich Antonewitsch, zu diesem Urteil ist er befähigt: Als Olympiasieger und Weltmeister mit der Russischen Nationalmannschaft hat Antonewitsch den Weg zum Erfolg gelernt und verinnerlicht. Sein Ruf eilt Antonewitsch voraus: "Wir dachten, jetzt geht es anders zur Sache", bestätigt Norman Hacker die Befürchtungen der Mannschaft, im Vorfeld drang einiges durch. "Wir mussten uns erst an die Strenge gewöhnen, aber mit der Zeit ging es", blickt Hacker auf die Anfänge der Zusammenarbeit zurück. Mit Strenge fasst Hacker dabei die Dinge zusammen, die für den Erfolg auf höherer Ebene unerlässlich sind: Disziplin, Leistungswille und Mannschaftsgeist. "90 Prozent meiner Erfahrungen habe ich an die Jungen weiter gege- ben", sagt Antonewitsch. Dabei kommt dem Coach wieder das Glück entgegen: "Wir waren sehr wissbegierig, um neue Sachen zu lernen", befindet Hacker heute. Und so begann Antonewitsch, der Mannschaft Handball nach seinem Verständnis beizubringen. Dabei gab der Coach die Anweisung aus: "Wir arbeiten von Spiel zu Spiel." Hoch waren die Erwartungen im Umfeld nicht, ein Teil der Mannschaft spielte bis dahin auf Kreisniveau, ein anderer Teil belegte in der Vorsaison mit den B-Junioren den letzten Platz in der Landesliga. Doch die konsequente Linie, das Trimmen auf Disziplin und Leistung, zeigte Erfolg. "Ein Strafenkatalog hilft, wenn man bezahlen muss, lernt man auch Disziplin", Antonewitsch kannte keine Gnade. "Meckern beim Training, Trikots vergessen, Sachen in der Umkleide vergessen, allgemein so die kleinen Sachen", Hacker erinnert sich sehr genau. Meckern beim Training kommt am häufigsten vor. Es bringe schließlich nichts, sich nur gegenseitig anzumeckern, so seien sie zu einer Mannschaft, die füreinander spielt, zusammengewachsen. Ein Lerneffekt kam in jedem Fall dazu. "Wenn du bezahlten musst für den Mist den du gebaut hast, gewöhnst du dir das ab, dass bringt eine ganze Menge", konstatiert Hacker. Das Umfeld half dabei, unterstützte die Mannschaft moralisch. Und mit dem Erfolg wuchs die Mannschaft mehr und mehr zusammen. "Ich möchte mich bei den Eltern bedanken, sie standen immer dahinter", sagt Antonewitsch. Zum funktionierenden System gehören auch JSG-Spielwart Holger Breves und Co-Trainer Karl-Heinz Frohreich. Nicht alle aus dem Kader hielten die harte Linie durch, vier Spieler verließen die Mannschaft. Der Rest wuchs zusammen und sammelte Siege in Serie. Mehr und mehr zeigte die Mannschaft ihren Zusammenhalt, immer mehr Zuschauer kamen zu den Spielen. Am Ende der Saison wurde es eng an der Tabellenspitze. Bei der GIW Meerhandball 2007 fiel im Rückspiel eine Vorentscheidung, die JSG gewann das Spiel. "Da habe ich an das Team und die Meisterschaft geglaubt", meint Antonewitsch. Zum letzten Saisonspiel bei der TSV Burgdorf II war noch einmal JSG-Spielwart Holger Breves gefordert, ein Bus musste her, schließlich begleiteten 100 Fans die Mannschaft. Mit einem Auswärtssieg brachte die JSG den größten Erfolg in ihrer sechsjährigen Geschichte unter Dach und Fach. Jetzt beginnt alles wieder von vorn, noch läuft die Vorbereitung zur Oberligarelegation auf Sparflamme. Das wird sich nach den Osterferien ändern, dann allerdings ohne Lukas und Niklas Blomberg, die zusammen mit Frederik Philipps und Norman Hacker die Mannschaft in Richtung Senioren verließen. "So kann es laufen, wenn du einen Trainer hast, der sein Ding durchzieht, dann kommst du vom letzten Platz der B-Junioren zum ersten Platz der A-Junioren", setzt Hacker den Schlusspunkt.



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