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Familie Helper in Poggenhagen heizt mit Holzhackschnitzeln / 30 Prozent billiger alsÖl oder Gas / Anlage braucht viel Platz

Vom Baum zur wohligen Wärme im Wohnzimmer

Poggenhagen (la). Das riesige Lager mit Holzhackschnitzeln fällt sofort auf, wenn man auf den Hof der Familie Helper in Poggenhagen fährt. "Das ist unser ,Heizöltank'", berichtet Heinrich Helper. Seit 2005 beheizt die Familie ihr 600 Quadratmeter großes Wohnhaus mit Holzhackschnitzeln. "Eine Öl- oder Gasheizung hat es auf unserem Hof noch nie gegeben",erzählt Helper. Früher habe man mit Öfen geheizt und 1992 die erste Zentralheizung mit Holzvergaser installiert. Dieser Ofen wurde zu klein und so entschied sich die Familie 2005 für die neue Anlage und investierte rund 50 000 Euro.

veröffentlicht am 06.10.2006 um 00:00 Uhr

Hand anlegen braucht Karsten Helper in dem Holzhackschnitzellage

Der zeitliche Aufwand, der von den Helpers für ein warmes Wohnzimmer betrieben wird, ist riesig. Dafür ist Holz 30 Prozent billiger als Öl oder Gas. "Wenn wir mit Öl heizen würden, hätten wir einen jährlichen Verbrauch von 15 000 Litern", berichtet Karsten Helper. Da aber der zehn Hektar große Wald vor der Haustür und alle Maschinen für die Verarbeitung von Holz vorhanden seien, habe man sich für die alternative Energie entschieden. Die Bäume werden gefällt und in einer Hackmaschine zerkleinert. "Diese Hackmaschine nutzen wir für uns und gewerblich", berichtet Heinrich Helper. Das nasse Holz wird dann zwischengelagert. "Je länger desto besser, aber ein halbes Jahr sollte es in jedem Fall liegen", so Helper. Die getrockneten Holzhackschnitzel werden dann mit schwerem Gerät in einen Bunker geschoben. "Dieser Bunker ist unser Heizöltank", verrät Helper schmunzelnd. Am Boden des Bunkers wird es technisch. Hier befindet sich ein Rührwerk, dass das Hackgut durch Drehbewegungen auf ein Fließband und darüber in die Heizanlage im Nebenraum transportiert. Im Brennraum werden die Holzschnitzel bei einer Temperatur von 1100 bis1200 Grad vergast. "Das entstehende Gas wird zusätzlich genutzt", erklärt Karsten Helper einen weiteren Vorteil der Anlage. Die Verbrennung erfolgt computergesteuert, ist absolut sicher und zurück bleibt lediglich feine Asche, die die Helpers auf ihren Ackern verteilen. "Diese Asche soll in Güllebehältern sogar dafür sorgen, dass es nicht mehr stinkt. Allerdings haben wir keine Gülle und konnten das noch nicht ausprobieren", so Helper. Die Anlage liefert 100 Kilowattstunden und verbraucht 200 Kubikmeter Holz pro Jahr. "Das entspricht 15 000 Litern Heizöl", sagt Karsten Helper. "Das Kohlendioxid, das die Bäume verarbeitet haben, wird durch diese Heiztechnik wieder freigegeben", beschreibt Helper den ökologischen Vorteil, räumt aber ein, dass eine solche Anlage viel Platz benötigt und der Arbeitsaufwand in keinem Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung steht. Wer Interesse an einer mit Holzhackschnitzeln betriebenen Heizanlage hat, kann sich bei Familie Helper, Südstraße 6 in Poggenhagen, (05753) 850, gern informieren.

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