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Ingersoll Rand erhält 1,3 Milliarden Dollar für seine Straßenbaumaschinen-Sparte / Rund 500 Mitarbeiter in Hameln

Volvo kauft Hamelner ABG - was wird aus dem Standort?

Hameln/Göteborg (mafi). Der seit 1950 in Hameln ansässige Straßenbaumaschinen-Hersteller ABG ist überraschend von seiner US-Mutter Ingersoll-Rand (IR) an den schwedischen Fahrzeugkonzern Volvo AB verkauft worden. Das bestätigte gestern Firmensprecher David Herwarth. "Wir haben soeben unsere rund 500 Hamelner Mitarbeiter informiert", sagt er.

veröffentlicht am 28.02.2007 um 00:00 Uhr

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Für die Sparte mit insgesamt 2100 Beschäftigten in Hameln, in Letterkenny und Shippenburg (USA), in Wuxi (China) und in Bangalore (Indien) erhält das US-Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar (983 Millionen Euro). Das teilte Volvo-Chef Leif Johansson mit. Erst vor einer Woche hatte Volvo die Übernahme des Lkw- und Bus-Sektors vom japanischen Hersteller Nissan für 800 Millionen Euro bekannt gegeben. Wie Johansson gestern erklärte, will Volvo bei schweren Straßenbaumaschinen Weltmarktführer werden - ein Angriff auf die Position des US-Unternehmens Caterpillar. Die Ingersoll-Sparte machte 2006 einen Umsatz von 864 Millionen Dollar. Das ergab 101 Millionen Dollar als operativen Gewinn. "Wir sind in vielen Bereichen Technologieführer", betont Herwarth. In Hameln entstehen Asphaltfertiger, Erdbauwalzen und Fräsen. Die Beschäftigten wurden nach Angaben des IG-Metall-Bevollmächtigten Uwe Mebs von der Nachricht völlig überrascht. Viele Mitarbeiter seien "besorgt oder verängstigt". In der Belegschaft heißt es aber auch: "Wir waren schon bisher Teil eines Konzerns, sehen den Dingen positiv entgegen." Der Betriebsratwar vorab nicht eingebunden, sagt Mebs. Er hält dies in Hinblick auf Mitbestimmungsrechte für bedenklich. Welche Auswirkungen der Wechsel zu Volvo haben wird, sei noch nicht abzusehen, so Herwarth. Von Volvo werden Synergie-Effekte angestrebt: Johansson will bis 2012 erreichen, durch die Zusammenarbeit 60 Millionen Euro jährlich einzusparen. Unklar ist, ob dies das Werk in Hameln schwächen oder stärken wird. Stadtsprecher Thomas Wahmes betont: "ABG ist ein gut aufgestelltes Unternehmen. Wir gehen davon aus, dass der Standort gesichert ist. Und hoffen, dass er ausgebaut wird." Der Verkauf muss noch genehmigt werden. Er soll im zweiten Quartal vollzogen sein. IR als breit gefächerter Maschinenbaukonzern wolle sich aus dem kapitalintensiven Schwer maschinengeschäft zurückziehen, heißt es. Die Gesellschaft mit 40 000 Mitarbeitern und elf Milliarden Euro Jahresumsatz werde das Geld für Zukäufe verwenden. Außerdem laufe ein Aktienrückkaufprogramm. Volvo hatte wegen seiner guten Kassenlage unter starkem Druck von Aktionären gestanden, die reichlichen liquiden Gelder entweder stärker als Dividende auszuschütten oder sie zu investieren.

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