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Allersheimer Brauerei in der Produktoffensive

Volles Craft voraus

Holzminden / Weserbergland. „Bier muss süffig schmecken. Als ich das erste Mal Allersheimer trank, da sagte ich zu meiner Frau: Mensch, das ist ein Bier, das ist süffig! Keine hefige Note, keine hopfige, absolut ausgewogen.“ – Dirk Brüninghaus ist seit vier Jahren Geschäftsführer der Brauerei Allersheim GmbH.

veröffentlicht am 20.09.2018 um 11:14 Uhr

Modernste Technik, historischer Genießerkeller: Geschäftsführer Dirk Brüninghaus (rechts) und Braumeister Rüdiger Klie machen das Holzmindener Bier mit neuen Ideen und Produkten zur Gaumenfreude. Foto: ey

Dass das Urpils aus dem Nachbarlandkreis Holzminden vor allem in der Vergangenheit bei Kritikern oft als „Kopfschmerzbier“ verschrien war, ist ihm nicht geheuer. „Ich weiß nicht, woran das liegt. Die Lobby könnte durchaus besser sein. Aber eines ist mal sicher: Wir verwenden besten Hopfen und brauen nach dem deutschen Reinheitsgebot. Wer von Allersheimer Kopfschmerzen bekommt, der hat schlicht nur zu viel davon getrunken“, lacht Brüninghaus. Die edelsten Weine vermögen Haarspitzenkatarrh hervorzurufen – es komme wie immer auf die Menge an, die man zu sich nimmt.

Dirk Brüninghaus kennt sich aus. Allein sechs Jahre war er für die Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) tätig, elf Jahre verbrachte er als Mitarbeiter auch bei anderen Brauereien. Knapp fünfeinhalb Jahre arbeitete er zudem in der Wein- und Spirituosenbranche. Als er 2014 nach Allersheim kam, brachte er also bereits eine Menge Erfahrung mit. Geschmeckt hatte ihm das Urpils aus dem Weserbergland damals schon. Was er für wichtig hält: „Dass wir mit neuen Produkten am Ball bleiben. Der Konkurrenzkampf in dieser Branche ist enorm.“

Das ist der Grund, weshalb das Portfolio des heimischen Getränkeherstellers das Urpils bei Weitem übertrifft. Neue Sorten sind entstanden. Im Team. „Es macht Spaß, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Neue Geschmacksrichtungen auszuloten und überraschend zu sein – darin liegt unsere Chance“, so Brüninghaus.

Foto: ey

Braumeister Rüdiger Klie kann seinem Chef nur beipflichten, denn Allersheimer, die Brauerei mit 31 Mitarbeitern, mischt seit mehr als drei Jahren in der Riege der sogenannten Craft-Bierproduzenten mit. „Als wir das ’Baltic Porter‘ kreierten, haben wir wochenlang getüftelt, bis uns der Geschmack endlich voll und ganz überzeugte. Wir verwenden dafür drei verschiedene Malzsorten“, sagt Klie. Das Ergebnis: Ein mystisch anmutender, dunkler Siebenprozenter, der im Mund Aromen von Karamell, Vanille und Feige offenbart und bereits im Duft Noten von dunkler Schokolade und Dörrobst entfaltet.

Klingt fast wie ein exotisch ausformuliertes Exposé zu einem edlen Wein, bleibt aber Bier und ist nicht übertrieben. Brauerei-Chef Brüninghaus ist davon überzeugt, „dass viele Biertrinker einige dieser Nuancen sicher auch herausfinden, wenn sie sich mehr Zeit für das Getränk nehmen würden“. Und vor allem: nicht aus der Flasche, sondern aus dem Glas genießen. „Erst darin entfalten sich die Aromen noch viel besser.“

Zu diesem Zweck haben die Experten aus der Allersheimer Bierschmiede nicht nur einige neue Sorten kreiert, sondern dazu passende Gläser bei der Firma Ritzenhoff in Auftrag gegeben. Sie heben das Biertrinken auf eine neue Qualitätsstufe. Zum Baltic Porter gibt’s ein relativ schmales Glas, das nach oben zulaufend breiter wird, um die Aromenfülle besser zur Nase zu bringen und in dem sich die Kohlensäurebläschen kaskadenartig als Augenschmaus präsentieren. Und die Sorte Selection bringt es im fast einem Weinglas ähnelnden Selection-Kelch zu einer geradezu kunstvollen Krone, über der die Aromen von Litschi und Mango emporsteigen.

Bei aller Exotik: Das Wichtigste bleibt der Geschmack der Regionalität, weshalb Allersheimer auch eines von drei Bieren war, die auf dem Hamelner Pflasterfest ausgeschenkt wurden. „Bier braucht eine Heimat. Für Allersheim ist es das Weserbergland mit seinen vielen historischen Facetten und seiner großartigen Landschaft rundherum“, verrät Brüninghaus. Hameln-Pyrmont. Holzminden. Höxter! Deshalb gibt’s seit etwa drei Jahren auch das „Corveyer“, ein Naturtrübes in zwei Varianten (hell und dunkel), das aus Anlass der Urkundenübergabe auf Schloss Corvey zum Unesco-Weltkulturerbe gebraut wurde. Es wurde 2015 vom ProBier-Genießerclub zum Bier des Monats September gekürt und zum Bier des Jahres nominiert. Angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland rund 1350 Brauereibetriebe gibt, ein riesiger Erfolg. Zudem macht Allersheimer auch in puncto Limonade Schlagzeilen. Caluna gibt’s in vier Geschmacksrichtungen, und jede prickelt fruchtig-fröhlich.



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