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In Lauenstein nutzen etwa 60 Familien das Angebot der Bürgerhilfe

Voller Einsatz für volle Taschen

veröffentlicht am 04.06.2015 um 06:00 Uhr

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Salzhemmendorf. Lecker schmeckte uns die Kinderschokolade, die wir zu Beginn von Herrn Glennewinkel erhielten. Er begrüßte uns in den Räumen der Bürgerhilfe am Ith e.V. in Lauenstein. „Hier sieht es ja wie in einem kleinen Supermarkt aus!“, staunten wir. In einem kleinen Raum mit Regalen und Kühltruhe waren alle Arten von Lebensmitteln zu sehen: Gemüse, Obst, Getreideprodukte, Konserven, Mehl, Nudeln und noch vieles mehr. Daneben gibt es eine richtige Kühlkammer.

„Diese Lebensmittel erhalten wir als Spenden von Supermärkten und Bäckereien. Es handelt sich hierbei um Lebensmittel, die fast abgelaufen sind oder von denen zuviel produziert wurde.“ Die Lebensmittel sind alle noch gut. Es wird überprüft, ob sie noch in Ordnung sind. Auch das Gemüse und Obst wird geprüft und sortiert. Die Lebensmittel müssen von den Supermärkten abgeholt werden. Hierfür nutzten die Helfer der Bürgerhilfe bis vor einiger Zeit ihre eigenen Autos. Inzwischen besitzt die Bürgerhilfe einen eigenen Kleinbus, mit dem sie die Sachen befördern kann. Dieser wurde durch großzügige Spenden ermöglicht.

Ab 10 Uhr wird die Ausgabestelle am Freitag geöffnet. Menschen mit einer Berechtigungskarte können dort für einen kleinen Geldbetrag Lebensmittel erhalten. Diese Berechtigungskarte erhalten Menschen, die ein geringes Einkommen haben. „Die Zahl der Bedürftigen wächst“, sagte Herr Glennewinkel. Es sind Menschen, deren Einkommen manchmal nicht mehr ausreicht, um sich und ihre Familien mit genügend Nahrungsmitteln zu versorgen. Auch Flüchtlingsfamilien zählen mittlerweile dazu. Bisher zahlt eine kleine Familie einen Euro für eine Lebensmitteltüte und eine große Familiezwei Euro für eine volle Tüte. Mit dem Geld, das die Leute bezahlen, werden auch neue Lebensmitte gekauft. Besonders vor Weihnachten und Ostern werden Kaffee, Milch und Zucker benötigt.

Der Verein wurde 2009 gegründet. Er arbeitet so ähnlich wie die Tafel in anderen Städten, die auch Bedürftige unterstützt. Über 40 ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es derzeit im Verein. Sie holen die Nahrungsmittel an mehreren Tagen in der Woche bei den Geschäften ab. Die Spenden müssen hin- und hergetragen, durchgesehen und in die Regale eingeräumt werden. Tüten müssen gefüllt und ausgegeben werden. Die Räume müssen sauber gehalten werden. Alle Helfer arbeiten ohne Bezahlung. Zudem spenden viele Vereinsmitglieder noch von ihrem eigenem Einkommen für den Verein. Auch sonst ist der Verein noch auf Geldspenden angewiesen. Immerhin müssen Miete, Strom und Benzinkosten aufgebracht werden.

„5000 Euro hat der neue Kühlraum gekostet. Hier werden Fleisch und Wurst gelagert, damit die Leute dies frisch mit nach Hause nehmen können. Auch dieser wurde durch Spenden ermöglicht“, weiß Herr Glennewinkel. Der Verein nimmt aber auch Spenden von Privatpersonen entgegen. Doch bei der Bürgerhilfe gibt es nicht nur Lebensmittel: „Hier gibt es aber viel Kleidung“, meinten wir, als uns Herr Glennewinkel dann in die Kleiderkammer führte. In diesem Raum gibt es gut erhaltene Bekleidung aller Art für Damen, Herren und Kinder. Auch Schuhe, Bettwäsche und Spielzeug. Die Teile kosten zwischen 50 Cent und 5 Euro. Dieser Kleiderladen ist außer Freitagvormittag noch am Donnerstag von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Herr Glennewinkel berichtete, dass das Angebot des Lebensmittel- und Kleiderladens derzeit von zirka 60 Familien genutzt wird. „Wir möchten, dass alle Menschen Lebensmittel in ausreichender Menge und genau wie in einem richtigen Supermarkt erhalten können“, betont Herr Glennewinkel. Sogar Chips gibt es hier, von denen wir zum Abschied ein paar Tüten erhielten.

„Wir finden es toll, dass es so einen Verein gibt, der die Menschen unterstützt, so dass alle genug zu essen und zum Anziehen haben“, sind sich alle aus unserer Klasse einig.

Tatsächlich sah es bei der Bürgerhilfe wie in einem normalen Supermarkt aus.



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