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Blühende Vielfalt beim „Tag des offenen Gartens“ / Nachbau des Groß Berkeler Bahnhofes ausgestellt

Volle Rosenpracht im ehemaligen Gleisbett

Groß Berkel. Weit geöffnet hatten Dörte und Dieter Schirmag ihre Gartenpforte anlässlich des zweiten Termins zum „Tag des offenen Gartens“. Der Strom der interessierten Gartenfreunde wollte den ganzen Tag nicht abreißen, schließlich erwartete die Besucher auf dem ehemaligen Groß Berkeler Bahnhofsgelände ein in vielerlei Hinsicht nicht alltäglicher Garten.

veröffentlicht am 17.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Allein die Grundmaße mit einer Länge von über 100 und einer Breite von stellenweise lediglich drei Metern stellt manchmal hohe Anforderungen an Dörte Schirmags gestalterische Fantasie. „Als ich hier im ehemaligen Bahnhof einzog, war rund ums Haus Rasen angelegt. Ich hatte mir aber vorgenommen, meinen Garten zum Blühen zu bringen.“ Eine Lebensaufgabe, wie sich im Laufe der Jahre herausstellte, denn auf dem ehemaligen Gleisbett lag nur eine dünne Schicht Muttererde. „Immer wenn ich den Sparten ansetzte, um eine Staude zu pflanzen, stieß ich sofort auf Schottersteine“, erzählt Dörte Schirmag.

Jedes Mal, wenn im Schirmagschen Garten Umgestaltungen auf dem Plan stehen, schlägt die große Stunde von Dieter Schirmag und seiner Spitzhacke. Dann wird ein Pflanzloch in den verdichteten Boden gehackt, anschließend mit Rosenerde aufgefüllt und erst danach kann eine weitere „Königin der Blumen“ ihren Teil zur Verwandlung des ehemaligen Bahnhofes in ein Blütenmeer beitragen. Rosen bilden auch den Schwerpunkt im Garten am Kastanienweg.

Insgesamt 65 Sorten, von der französischen „Delbard“- Malerrosenkollektion über die englischen „David Austin“ – Rosen bis hin zu den deutschen Duftrosen „Romanze“ und „Nostalgie“, hat die Hobbygärtnerin mittlerweile dort heimisch werden lassen, wo einst Güter- und Personenzüge verkehrten. „Ich liebe einfach schöne Blumen. Angefangen habe ich mit einfachen Supermarkt-Rosen. Inzwischen darf ich gar nicht mehr zusammenrechnen, welch kleines Vermögen hier Jahr für Jahr in den schönsten Farben leuchtet“, gesteht Dörte Schirmag.

2 Bilder
Die „Männerseite“ des Schirmagschen Gartens.

Auch Heidi Klum hat

ihren Platz im Garten

Ihre Sammelleidenschaft konzentriert sich zurzeit auf lilafarbene Rosen. „Das hat aber nicht mit dem Spruch „Lila – der letzte Versuch“ zu tun. Diese Farbe ist noch relativ selten und stellt eine Rarität da“, erklärt die Rosenfreundin, in deren Garten sogar Heidi Klum als pinkfarbene Rose ihren Platz nahe der Terrasse gefunden hat. Durchwandert der Gartenbesucher den „Flammentanz“, eine alte Kletterrose, die den Rosenbogen in ein rotes Blütenmeer verwandelt hat, fällt dem aufmerksamen Betrachter ein Schild mit der Aufschrift „Oma Marie“ vor einer weißen Rose auf. „Diese Rose ist weit über 40 Jahre alt, stand im Garten meines Großelternhauses und wurde von mir als Erinnerung an meine Oma hier in meinen Garten umgesiedelt“, erzählt Dörte Schirmag – den wahren Namen der Duftrose kennt sie nicht. Auch die zahlreichen Besucher am „Tag des offenen Gartens“, mit denen sie interessante Gespräche über ihre Lieblingsblumen führen konnte, konnten ihr bei der Namensfindung nicht weiterhelfen.

Ganz anderen Interessen ging man dagegen im vorderen Teil des Schirmagschen Gartens nach. Unter dem 113 Jahre alten Ahorn hatten die Eisenbahnfreunde aus Hameln die ehemalige Groß Berkeler Gleisanlage nachgebaut und ließen mit Hilfe eines nostalgischen roten Schienenbusses bei vielen älteren Besuchern Erinnerungen an längst vergangene Zeiten erwachen. Dieter Schirmag hatte ein maßstabgetreues Modell des Groß Berkeler Bahnhofes gebaut, das demnächst im originalgetreuen Fachwerk erstrahlen wird, wie er versichert.

Es war daher kein Zufall, dass sich Familie Lehnhoff aus Groß Berkel – wie viele andere Besucher auch – gleich am Eingang in zwei Gruppen aufteilte. „Links die Frauen, rechts die Männer“, stellte Dieter Schirmag schmunzelnd fest.

Anregungen für die „grüne Oase“

Mutter Christina Lehnhoff und Tochter Lea durchstreiften den blühenden Garten, holten sich Anregungen für die eigene grüne Oase und ließen sich von Dörte Schirmag die ein oder andere Staude erklären. Vater Dirk suchte währenddessen gemeinsam mit Sven Kornfeld und Manuel Walus, der extra aus Tübingen angereist war, das Fachgespräch auf der Gartenbahn-Anlage.

Die drei Lokführer kennen den Groß Berkeler Bahnhof nur noch aus Erzählungen. „Aber gerade deshalb ist es sehr interessant zu sehen, was die Eisenbahnfreunde hier auf die Schienen gebracht haben“, betonen die drei Fachleute.

Fachsimpeln überm Blumentopf. Viele interessante Gespräche führte Dörte Schirmag (li.) mit den Besuchern.



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