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Phlox – kaum ein Garten ohne?

Voll entflammt

Phlox im Staudenbeet eine zentrale Stellung zu geben, ist einfach: Die Flammenblume verleiht jeder gemischten Pflanzung mehr Strahlkraft. Der Stauden-Phlox (Phlox paniculata) ist eine typische Hochsommerschönheit, deren grazile Gestalt in beetgestalterischer Hinsicht von enormem Wert ist.

veröffentlicht am 17.08.2018 um 11:53 Uhr

Auf den Staudenphlox fliegen nicht nur Schmetterlinge: Bei Gartenbesitzern ist er eine der beliebtesten Sommerblumen. Foto: ey

Autor:

Saskia Gamander und Jens F. Meyer
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Relativ eng gepflanzt sind für die bis zu 1,50 Meter hoch werdenden Sorten keine Stützen notwendig. Aber wer den Phlox – so glanzvoll sein Image als Sonnenfänger im Juli und August auch sein mag – nur darauf begrenzt, im gemischten Staudenbeet hervorzustrahlen, beschränkt sich nur auf den bekanntesten Teil dieser Gattung. Fakt ist nämlich, dass bereits im Frühling niederliegende Arten für reichlich Farbe sorgen.

Neben dem bekanntesten Phlox paniculata ist unbedingt der Polsterphlox (P. subulata) zu nennen. Feuchter Boden im Halbschatten gefällt ihm; die meisten Sorten werden kaum höher als zehn Zentimeter und können als Beeteinfassung, aber auch als Bodendecker unter Gehölzen gut Verwendung finden. Blau, malvenfarben, karmesinrot, rosa und weiß – die Blüten bilden in verschiedensten Tönen über mehrere Wochen einen dichten Teppich. Beachtenswert sind auch die Ansprüche dieser Art an den Boden, weil es zudem Sorten gibt, die als perfekte Ergänzung auch im Steingarten, in Mauerfugen und Trögen wachsen und mit wenig nährstoffreichem Gemisch gut auskommen. Hier mithilfe eines Fachmanns noch tiefer in die Recherche einzusteigen, lohnt sich.

Der Wiesenphlox (P. maculata) ist eine weitere beachtenswerte Spielart dieser Gattung. Hier beginnt die Blütezeit mit Anbruch des Juni. Straff aufrecht wächst der Wiesenphlox und mag nährstoffreiche bis humusreiche Böden am liebsten. Hier ist jedoch wichtig, dass er volle Sonne erhält, sonst kümmern die meisten Sorten oder prägen ihre Blüte nicht so hübsch aus, wie man es von ihnen verlangen darf. Zahlreiche Züchter haben zur großen Sortenzahl beigetragen, die verschiedensten gestalterischen Ansprüchen genügen. Diese Vielfalt findet nun jedoch beim Staudenphlox (P. paniculata) ihren wahrlich unbestreitbaren Höhepunkt.

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Dass aus den über 60 Flammenblumen-Arten der Staudenphlox (P. paniculata) am intensivsten hervorsticht, ist nicht zu bezweifeln. In seltenen Fällen bis 1,50 Meter können verlässliche Zuchtformen emporwachsen und sind doch keine Emporkömmlinge. Denn die Paniculata-Flammenblume war schon zu Ururgroßmutters Zeiten eine beliebte Blume in den Bauerngärten. Vor mehr als 200 Jahren wurden die ersten Phloxe aus ihrer Heimat Nordamerika nach Europa verschifft. Die intensive Züchtung begann erst Jahrzehnte später. Heute ist die Wuchs- und Farbvielfalt enorm, Klassiker wie ’Le Mahdi‘ oder ’White Admiral‘ werden seit vielen Jahren nachgefragt und sind auch von den schönsten modernen Sorten nicht zu verdrängen. Viele Kultivare duften zart und angenehm, ziehen Bienen an. Ihr Laub ist schön, aber nicht atemberaubend, obwohl es wenige sogar mit panaschierten Blättern gibt.

Gut ist, dass die Gattung Phlox durch ihre Arten- und Sortenvielfalt einen Blütenreigen von April bis September mit nur wenigen Unterbrechungen bieten können. Dass der Phlox im Allgemeinen keine remontierende Art ist, nach dem Totalrückschnitt der Pflanze knapp über dem Boden also kein zweites Mal im Jahr austreibt, um noch einmal zu blühen, wie das zum Beispiel sehr gut mit dem Rittersporn oder dem Ziersalbei funktioniert, kann man ihm übel nehmen. Allerdings führt ein behändes Ausknipsen von Verwelktem immerhin dazu, dass sich noch Seitentriebe bilden, an denen sich in der Folge (kleinere) Blüten bilden können. Mehltau und Nematoden können bei der Art Paniculata ein Problem sein. Blattparasitische Nematoden zählen zu den schädlichsten Nematodenarten. Wichtigster Wirt ist Phlox paniculata! Als weniger anfällige Alternative gilt die Art Phlox amplifolia (Breitblatt-Flammenblume, Info im Exposé oben). Die wichtigsten Arten nebst Sortentipps:


Kriechender Phlox (Phlox stolonifera): guter Bodendecker für schattige, feuchte Bereiche, der sich über Rhizome ausbreitet, dichtes Laub, reiche Blüte im Frühling, gute Sorten sind ’Blue Ridge‘ (blauviolett blühend) und ’Pink Ridge‘ (pink).


Polsterphlox (P. subulata): niederliegende Staude alpinen Charakters, manche Sorten für Steingärten, manche auch für feuchtere Böden im Halbschatten; Blüte im Frühling, schöne Farbvielfalt von blau über malvenfarben und rosa bis weiß; empfehlenswerte Sorten sind ’Greencourt Purple‘ (bemerkenswert kräftig), ’Maischnee‘ (reinweiß), ’Oakington Blue Eyes‘ (hellblau).
Wiesenphlox (P. maculata): bildet duftende Blüten auf 80 bis 100 Zentimeter hohen Stängeln in der Mitte des Sommers; gute Sorten sind ’Alpha‘ (dunkelrosa), ’Miss Linguard‘ (weiß, mit rosa Ring in der Mitte) und ’Natasha‘ (purpurlia-weiß gestreift).


Staudenphlox (P. paniculata): größte Sortenvielfalt, Blüte ab Juli bis September, bisweilen noch Oktober, endständige Rispen, bestehend aus kleinen Blüten in kräftigen Farbtönen; empfehlenswerte Sorten sind ’Amethyst‘ (violett), ’Fujiyama‘ (weiß, späte Blüte ab August!), ’Prospero‘ (malvenfarben, weiß umrandet – preisgekrönt!), ’Bright Eyes‘ (rosa mit rotem Auge) und ’Prince Orange‘ (rosa, orange getönt).


Breitblatt-Phlox (P. amplifolia): 70 bis 100 Zentimeter, ähnelt P. paniculata, toleriert aber Trockenheit besser und ist robuster gegen Mehltau und Fadenwürmer, Blütezeit Juli bis August, gute Sorten sind ’Prinzess Sturzda‘ (violett), ’Tecumseh‘ (lilarosa).



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