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Fit machen für ungleichen Wettbewerb mit Groß- und Internetbanken

Volksbank setzt auf neue Konzepte

Stadthagen (hb). "Die Konjunktur wird weiter wachsen." Diese Kernaussage traf Vorstandssprecher Heinz-Walter Wiedbrauck gestern Abend vor rund 250 Gästen beim Neujahrsforum der Volksbank Hameln-Stadthagen im Stadthäger Ratskeller. Gleichwohl machte Wiedbrauck Unterschiede in verschiedenen Branchen aus und sparte auch nicht mit Kritik am nachlassenden Reformtempo in Deutschland.

veröffentlicht am 15.01.2008 um 00:00 Uhr

Welche Perspektiven hat unsere Wirtschaftsregion in diesem Jahr?

Einer aktuellen Befragung mittelständischer Unternehmer im gesamten Weserbergland zufolge erwarten alle Branchen einen Konjukturschub. Lediglich die Baubranche befinde sich in einem Nachfragetal. "70 Prozent der befragten Unternehmen planen für 2008 Investitionen in Maschinen. Fast 40 Prozent planen außerdem die Einstellung neuer Mitarbeiter", zitierte Wiedbrauck aus den insgesamt erfreulichen Umfrageergebnissen. Erstaunlich dabei sei, dass lediglich ein Drittel der Unternehmen neues Personal mit Hilfe der Agentur für Arbeit suche. Nach 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr erwarten Experten Wiedbrauck zufolge für 2008 ein Wachstum von zwei Prozent. "Träger dieser Entwicklung wird der private Konsum sein." Der Grund dafür sei die anhaltend positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, stellte der Volksbank-Chef fest. Die Immobilienkrise in den USA und der stetig steigende Ölpreis haben ein noch größeres Wachstum verhindert. Als "kontraproduktiv" bezeichnete Wiedbrauck in diesem Zusammenhang die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns für Briefzusteller. "Das zarte Pflänzchen Wettbewerb in dieser Branche wird somit vernichtet. Und das Briefmonopol der Deutschen Post wird quasi gesichert." Hinzu komme: Die Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für ältere Arbeitnehmer sei "ohne Not zurückgenommen worden". Die Entwicklung des Deutschen Aktienindex im vergangenen Jahre nannte Wiedbrauck "sehr positiv". "Die boomende Wirtschaft hat sich voll in den Aktienkursen niedergeschlagen." Für einige Branchen erwartet der Volksbank-Chef eine weitere Steigerung in diesem Jahr - nicht ohne potenziellen Anlegern eine Warnung mit auf den Weg zu geben: "Steigen Sie nicht in Banktitel ein! Hier ist die Finanzmarktkrise noch nicht ausgestanden." Der Bankensektor macht Wiedbrauck zufolge derzeit einen rasanten Wandel durch: "Es werden durch immer neue Anbieter am Finanzmarkt Kunden mit aggressiven Konditionen abgeworben." Solche "filial-armen" Banken würden ihre Kostenvorteile gegenüber den geschäftsstellen-intensiven und ortsverbundenen Sparkassen und Volksbanken "massiv" ausnutzen, beklagte der Vorstandssprecher der Volksbank Hameln-Stadthagen. Wie "seine" Volksbank auf diese Veränderung der Marktstruktur reagieren will und wird, machte Wiedbrauck gestern schon einmal deutlich: "Wir werden uns mit neuen Konzepten und Geschäftsmodellen diesem Wettbewerb stellen." Ein weiterer Bericht zum Neujahrsforum der Volksbank Hameln-Stadthagen folgt in unserer morgigen Ausgabe.

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