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Sattelzug bedroht Spaziergänger mit Hund / Eine Geschichte aus dem Auetaler Verkehrschaos

Vogel gezeigt - da flippt Lkw-Fahrer völlig aus

Bernsen (rnk). Dass nicht nur bei vielen Anliegern, sondern auch bei manchem Lkw-Fahrer die Nerven auf dem Auetal-Highway blankliegen, davon kann Peter Gabel ein Lied singen.

veröffentlicht am 07.05.2007 um 00:00 Uhr

Peter Gabel

Letzten Mittwoch ist der 49-Jährige mit seinem Hund spazieren gegangen, von der Straße am Eisenhammer, wo er wohnt, zum Friedhof und über die Landstraße zurück - eigentlich so wie immer. Als er vom Friedhof kommend mit seinem Hund auf die Landstraße kam, war diese noch recht wenig befahren. Also entschloss sich Gabel, hier in Richtung Bernsen zurück zu gehen. Wie aus dem sprichwörtlichen Nichts war es dann wenige Minuten später voll: Lkw an Lkw, in beiden Richtungen. Und wie es eben so ist, wenn auf einer eher schmalen Landstraße ein Fußgänger mit Hund geht: Der Verkehr kommt ins Stocken. In einem leichten Bogen um das menschliche und tierische Hindernis herumfahren - das geht ausgangs Bernsen nicht. Ein Sattelzug muss zwei, drei Meter vor dem Bernser halten, weil er Peter Gabel mit Hund nicht umfahren kann. Der Fahrer, so erzählt es der Bernser, fuchtelt im Führerhaus mit den Händen, schimpft und hupt. Alles völlig unangemessen, findet Gabel, und tippt sich an die Stirn, zeigt dem Fahrer den Vogel. Was dann passiert, damit hat der Bernser nicht gerechnet. Die Räder des Lkw, die gerade noch in Richtung Straßenmitte zeigen, schwenken um in Richtung Herrchen und Hund. Und dann rollt der Lkw los. "Ein richtig schwerer Sattelzug", meint Gabel. Passiert ist nichts, irgendwo bei einem Meter Abstand bremst der Fahrer, der Sattelzeug steht. Gabel, der sehbehindert ist, kniet sich nieder, um das Kennzeichen genau zu erkennen, geht nach Hause, fährt nach Rinteln und zeigt den Fahrer auf der Polizeiwache an. Nein, nein, meint Gabel, es geht hier nicht um Rache oder so etwas, sondern um einen vernünftigen Umgang. Alle haben durch die Umleitungen Stress, die Anwohner und die Fahrer. Aber da muss man doch Rücksicht nehmen, da muss man seine Nerven halbwegs im Griff haben und kann nicht wegen einer Lappalie, wie es ein Fußgänger mit Hund, deretwegen man stoppen muss, völlig ausflippen. "Wenn der Fahrer so etwas nervlich nicht aushält, dann soll er sich einen anderen Job suchen", sagt Gabel. Jetzt wird die Firma, für die der Fahrer unterwegs war, von der Polizei einen Anhörungsbogen erhalten. "Vielleicht ist es ja ein Denkzettel", meint Gabel, der in der ganzen Geschichte auch einen Aspekt gefunden hat, der ihn inzwischen freut: dass der Fahrer beim Zufahren auf ihn nicht von der Bremse gerutscht ist.



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