weather-image
Festliche Blasmusik im Festsaal des Schlosses: Bückeburger Jäger feiern 30. Jahreskonzert / Dreistündige Noten-Reise

Vitalisierendes Hörvergnügen mit Biss und Würze

Bückeburg. So beherzt und lautstark wurde vermutlich lange nicht mehr im Schloss aufgespielt. Bei ihrem 30. Jahreskonzert ließen die "Bückeburger Jäger" nämlich satte Marschmusik in den großen Festsaal einziehen.

veröffentlicht am 02.04.2007 um 00:00 Uhr

Bei ihrem 30. Jahreskonzert lassen die "Bückeburger Jäger" satte

Autor:

Dietlind Beinßen

Das von Dirk Hasse auf ebenso launige wie informative Weise kommentierte klassisch geprägte Programm einer Hofgala, die im ersten Teil gefeiert wurde, bot die akustische Entsprechung zum pompösen Innendekor des stilvollen Ambientes. Bereits die "Postkutschenpolka" und erst recht die schillernde Rossini-Melange "Postillion d'ámour" hatten Biss und Würze und wirkten vitalisierend auf das in Scharen herbeigeströmte Publikum. Für ihre bis auf minimale Unschärfen souverän und mit Hingabe zum Leben erweckten Vorträge vom "Schlosspark-Walzer", der rhythmisch pointierten "Fächerpolonaise" und ganz besonders Händels "Feuerwerksmusik" erhielten der agile Dirigent Heiko Deterding und dessen Crew dann auch gebührenden Applaus. In Eintracht trotzte die engagierte Gemeinschaft anschließend einem Ohrwurm aus dem Film "Die Stunde der Sieger", der "Böhmischen Polka" und dem kraftvoll in Szene gesetzten "Jubelklänge-Marsch" die nötige Tonfülle ab. Da kam schon vor der Pause Stimmung auf. Angereichert wurde das Hörvergnügen später durch den "Alten Dessauer", bei dem sich die besonders geschulten Trompeter Ernst Weiser, Ulrich Hiller und Dirk Hasse die schwierigsten Bläsersätze und Soli um die Ohren schmetterten. Zudem zogen die Wiedergaben der Märsche "Frederikus Rex", "Alte Kameraden", "Musikanten" oder "Ein Bückeburger" viel Wohlwollen auf sich. Das zuletzt genannte Arrangement stammte übrigens vom langjährigen Stabführer der "Jäger", Fritz Glas, der krankheitsbedingt leider abwesend war. Doch müssen dem Altmeister zu Hause die Ohren geklingelt haben, so oft wurde seiner am Jubiläumsabend gedacht, an dem Heiko Deterding die Kräfte der engagierten Instrumentalisten noch trefflich im Charakterstück "Des Jägers Abschied" zu bündeln wusste sowie im heiter-bewegten "Aus der kleinen Garnison" und dem eingängigen "Kleinen Gardeoffizier". Gespür zeigte der Orchesterchef in der Endrunde. Die tüchtig beklatschte dreistündige Noten-Reise ging nämlich erstmals nicht zackig, sondern melodiös mit "To say good bye" ins Finale über und mündete stimmig im "Stillen Gebet", dem "Ruf nach dem Gebet" aus dem "Zapfenstreich" und schließlich im Deutschlandlied.

0000444912-12-gross.jpg

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare