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Regina Ackmann reiht an der Orgel ein Hörerlebnis an das andere

Virtuos, farbenprächtig, sinnenfroh

Obernkirchen. Obwohl es draußen bitterkalt war und die Stiftskirche nicht gerade einer Sauna glich, konnte es den sich in großer Zahl eingestellten Besuchern warm ums Herz werden, als Regina Ackmann ihre traditionelle "Orgelmusik zu Epiphanias" offerierte.

veröffentlicht am 08.01.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinssen

Insgesamt reihte sich in diesem Konzert ein Hörerlebnis festlichen Zuschnitts an das andere: anregend und mitreißend zugleich. So zählten - ihren unterschiedlichen Charakteren entsprechend registriert - Karl Hoyers "Choral- Paraphrasen op.17" (Tochter Zion - Vom Himmel hoch) und "Wie schön leuchtet der Morgenstern" von Niels Wilhelm Gade zu den köstlichen Passagen des facettenreichen Programms. Wie immer zeigte sich die Solistin als gespürvolle Interpretin, die die weihnachtlichen Stimmungen mit Delikatesse nachformte, um danach Raritäten in den Mittelpunkt zu rücken. Wann erlebt man schließlich Peter Tschaikowskis von Jörg Abbing für Orgel bearbeitete "Nussknacker-Suite"? Ouvertüre, Marsch, Tanz der Zuckerfee und Russischer Tanz (Trepak) bieten dem Vortragenden sowohl an musikalischer Ausdruckskraft, als auch an technischen Raffinessen eine große Bandbreite. Dass sich die Kantorin bei der Umsetzung dieses vielschichtigen Kleinods als bewusste Gestalterin mit Einfühlungsvermögen erwies, stand von vornherein fest. Mit Leichtigkeitüberwand Regina Ackmann alle Schwierigkeiten und breitete ein farbenprächtiges Tableau an Klängen aus, als sie im Anschluss Engelbert Humperdincks besonders hübsche "Abendsegen"-Fantasie aus "Hänsel und Gretel" in einer Orgelversion von Erwin Horn vorstellte, die ebenfalls als Beleg für das ansprechende Musizieren der Obernkirchener Expertin diente. Eine ganz andere Art von Festlichkeit dominierte dann in Johann Sebastian Bachs "Toccata, Adagio und Fuge C-Dur, BWV 564". Bei aller Perfektion spürte man, dass ein Mensch mit ausgeprägter Spielfreude an der Orgel saß. So flogen die Passagen in der Toccata nur so dahin, um nach einem ruhigen Adagio in die Schlussfuge zu münden, in der das tänzerische Element sinnenfroh hervorgekehrt wurde. Für den langen Applaus bedankte sich die Künstlerin mit einem entzückenden "Engelsgesang" - per Orgel versteht sich.

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