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Musikalisch-biografischer Abend zum 100. Todesjahr von Edvard Grieg

Vierhändig am Klavier - Schüler inszenieren interessantes Konzert

Rinteln. Unter dem programmatischen Titel "Mit Grieg auf Troldhaugen" hatte der Pianist und Musikpädagoge Eric Salvesen mit seinen Klavierschülern aus Rinteln und Lübbecke einen Abend zur Erinnerung an den norwegischen Komponisten Edvard Grieg inszeniert, auf dessen 100. Todesjahr in 2007 zurückgeblickt werden kann.

veröffentlicht am 20.12.2007 um 00:00 Uhr

Auf lebhaftes Interesse traf der Edvard-Grieg-Abend von Erik Sal

Autor:

Ulrich Reineking

Da die nüchterne Sachlichkeit des Veranstaltungsortes in der Sparkassenhalle nicht unbedingt dazu angetan ist, romantische Naturgefühle aufkommen zu lassen, gab es ergänzend einige Bildprojektionen von Grieg, seiner Familie und den Zeitgenossen, aber auch von der Schönheit der Landschaft und dem Bilderbuch-Idyll seines Hofgutes Troldhausen. In diesen Rahmen hinein setzten die Salvesen-Schüler dann Proben ihres Könnens, wobei sie zunächst in das Repertoire der "lyrischen Stücke" griffen, in denen Grieg als Meister der kleinen Form das norwegische Volksleben gefühlsstark verarbeitet hat. Monika Wall gestaltete ohneüberflüssige Scheu eine Arietta Es-Dur mit ihren Nachklängen, Jasmin Samra brachte mit viel Esprit einen A-Moll-Walzer zu Gehör und Daniel Jennrich öffnete die Ohren und Emotionen der Zuhörer für Griegs musikalisches "Albumblatt" Dass der Komponist von den nationalrevolutionären und identitätsbildenden Gedanken seiner Epoche geprägt war, wurde sehr schön deutlich im "Springtanz", den Jens Hensel interpretierte, aber auch im zart intonierten "Elfentanz", der von Lucia Requardt vorgetragen wurde. Anleihen beim folkloristischen Erbe Norwegens klangen auch aus den Klavierliedern "Halling" und "Matrosen" hervor, die Thomas Benkenstein mit angemessener Geläufigkeit vortrug, ohne dass die von Grieg beabsichtigten Assoziationen zur traditionellen "Hardanger-Fiedel" zu kurz kamen. Den langsamen Satz aus der Sonate op 7 brachte mit dem gebotenen Pathos Simon Obermeier zu Gehör - ein Bundessieger dieses Jahres aus der Schule von Salvesen. Mit dem "Hochzeitstag auf Troldhaugen" gestaltete Andreas Lissek mit viel Temperament ein Stück von ausgelassener Festlichkeit und als Lars Röwer zum Abschluss mit Eric Salvesen vierhändig eine Sequenz aus "Peer Gynt" interpretierte, war nicht zu überhören, dass fortgeschrittene Schüler zu echten musikalischen Partnern ihrer Lehrer werden können. Zwischen den Stücken verdeutlichte Salvesen im informativen Plauderton, wie sich persönliches Leben und gesellschaftliche Bestrebungen im Werk von Grieg verfolgen lassen. Er vermied dabei jede Ikonografie, sondern stellte den Komponisten in seinen Stärken und Schwächen dar, wie sie sich auch in seinem Beziehungsleben dokumentieren lassen. Unterstützt wurden diese Erläuterungen mit virtuosen Klavierdemonstrationen, bei denen man sich allerdings gewünscht hätte, sie wären nicht so "schulfunkhaft" auf Zitate reduziert, sondern in ihrer kulinarischen Opulenz ausgespielt worden. Lebhafter Beifall durch ein erfreulich großes Publikum dankte allen Interpreten für die angemessene Würdigung eines großen Komponisten.



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