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Neue Kalkulation: 258 000 Euro fehlen

Vier Millionen Euro reichen für das Museum nicht aus

Hameln (ni). Die Rechnung für die Modernisierung des Hamelner Museums geht nicht mehr auf. Vier Millionen Euro waren für das Projekt veranschlagt; jetzt soll die Politik weitere 258 000 Euro bewilligen.

veröffentlicht am 08.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 17:52 Uhr

Mit gläserner Verbindung präsentiert sich das Museum nach seinem
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2,5 Millionen Euro Umbaukosten und 1,5 Millionen für die Neukonzeption der Dauerausstellung zur Hamelner Stadtgeschichte sowie für die Herrichtung einer Fläche für Sonderausstellungen – so sah die inzwischen vier Jahre zurückliegende ursprüngliche Kalkulation aus. Bei den vorab berechneten Baukosten scheint die Stadt bis heute noch richtig zu liegen. Wie die Verwaltung auf Nachfrage der Redaktion erklärt, deutet sich nach den Ausschreibungen für Rohbau, Elektroinstallation und Heizung jedenfalls an, dass der Kostenrahmen eingehalten werden kann. Anders sieht es für den Komplex Ausstellung aus. Hier schlagen nach Aussagen der Stadt „erhebliche allgemeine Kostensteigerungen“ ins Kontor. So würden beispielsweise Vitrinen für die Präsentation der Exponate teurer, weil der Glaspreis deutlich angezogen habe. Die Honorare für Gestalter, die an der Umsetzung des neuen Konzeptes beteiligt werden, seien ebenfalls nicht mehr auf dem Stand von 2005. Genauso gestiegen seien auch die Kosten für die wissenschaftlichen Vorarbeiten zur Präsentation des 20. Jahrhunderts, das bislang nicht im Museum vertreten war.

Und was vor vier Jahren noch niemand absehen und bei der Kalkulation deshalb auch nicht berücksichtigen konnte: dass die archäologischen Grabungen im Leisthaus für die Stadtgeschichte interessante Funde und bauhistorische Befunde ans Tageslicht beförderten. Die Funde sollen in der neuen Dauerausstellung ihren Platz finden und benötigen Extra-Vitrinen. Die Befunde – wie zum Beispiel das Gewölbe im ehemaligen Putzmittelraum oder das gotische Fenster, das hinter einer Nische des ehemaligen Vorzimmers verborgen lag – sollen für die Besucher sichtbar gemacht und ebenfalls in die Ausstellung integriert werden.

Für die Umsetzung des neuen Ausstellungskonzeptes fallen nach den neuen Berechnungen der Stadt Mehrkosten in Höhe von rund 220 000 Euro an. Weitere 70 000 Euro werden fällig für die Einrichtung des Depots in der Außenstelle, in der das Museum mitsamt Inventar während der Umbauphase untergebracht ist. Dieser Betrag sollte ursprünglich vom Ausstellungs- Budget abgezapft werden. Doch nachdem offensichtlich wurde, dass die 1,5 Millionen Euro nicht mal ausreichen, um das neue Konzept zu realisieren, wurden die 70 000 Euro jetzt extra ausgewiesen und sollen aus dem städtischen Etat beglichen werden.

Bei Finanzierung des Museumsprojekts kalkuliert die Stadt weiterhin optimistisch. Sicher sind bislang lediglich zwei Millionen Euro EU-Fördermittel, der im Haushalt 2009 abgesicherte städtische Anteil von einer Million Euro sowie von Stiftungen bewilligte Zuschüsse in Höhe von 240 000 Euro. Lediglich „zugesichert“ sind 500 000 Euro vom Museumsverein und „anvisiert“ weitere 300 000 Euro vom Landkreis. Diesen erhofften Einnahmen von exakt 4 033 500 Euro stehen nach der jüngsten Kostanaufstellung 4 291 550 Euro an Ausgaben gegenüber. Um die Deckungslücke zu schließen, soll die Politik jetzt die erforderlichen 258 050 Euro in den zweiten Nachtragshaushalt einstellen.

Wie die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses mit diesem Vorschlag der Verwaltung umgehen, wird sich morgen zeigen, wenn das Gremium ab 15 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses tagt. Im Vorfeld der Sitzung äußerten sich sowohl CDU-Fraktionschef Claudio Griese als auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ursula Wehrmann, kritisch zu dem Papier, das ihnen die Verwaltung als Entscheidungsgrundlage vorgelegt hat. Die darin abgelieferte Begründung für die Mehrkosten sei zu allgemein und darum nicht wirklich nachvollziehbar, bemängeln beide. Und beide wollen beim Museum „nicht das gleiche erleben, wie bei der Fußgängerzone“: nämlich dass sich das Projekt durch häppchenweise „Nachbesserungen“ immer weiter von der Vier-Millionen-Marke entfernt.

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