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Wilhelm Wesselübergibt Stücke aus dem Nachlass Friedrich Wilhelm Mosebachs ans Landesmuseum

Vier Kisten prall gefüllt mit Heimatgeschichte

Bückeburg (rc). Das Landesmuseum und damit der Schaumburg-Lippische Heimatverein sind seit gestern im Besitz wichtiger Unterlagen eines ihrer Gründer: des Zahntechnikers und Heimatforschers Friedrich Wilhelm Mosebach. Vier Kisten voll mit alten A ufzeichnungenübergab der Bückeburger Wilhelm Wessel als Schenkung an Dr. Wolfgang Vonscheidt, den Vorsitzenden des Vereins.

veröffentlicht am 31.05.2008 um 00:00 Uhr

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Neben Fürstenkalendern, privaten Aufzeichnungen, Urkunden und einem alten Lehensbrief aus dem Jahr 1692 finden sich darin auch Funde aus Ausgrabungen, die Mosebach seinerzeit rund um Bückeburg gemacht hat. Unter anderem ist ein Entenkopf - unprofessionell auf einem Gipsfuß montiert - zu finden, den Mosebach bei seinen Ausgrabungen an der "Nigenborg", im Volksmund auch "Hus A ren" genannt, bei Evesen gefunden hat. Hier soll der Stammsitz eines Edlengeschlechts gewesen sein, dessen Vorgeschichte sich weitestehend im Dunkeln verliert, da Urkunden oder Unterlagen nicht oder nuräußerst spärlich vorhanden sind. Insgesamt verdankt das Landesmuseum den Ausgrabungen Mosebachs rund 2000 archäologische Fundstücke, die zum Teil in der Präsenzausstellung zu sehen oder aber in den Magazinen eingelagert sind. Weitere Zeichnungen, familiengeschichtliche Aufzeichnungen, persönliche Dokumente und Bücher sind bereits im Bestand des Museums. "Sie werden durch die Schenkung gut ergänzt", so Dr. Vonscheidt und Manfred Würfel, der für ein Jahr das Landesmuseum leitet. Friedrich Wilhelm Mosebach war Spross einer alteingesessenen Bückeburger Familie, die erstmals um 1700 in Akten des Fürstentums erwähnt wird. Er lebte von 1851 bis 1921 und ließ sich Ende des vorigen Jahrhunderts von der allgemeinen Schliemann-Euphorie und dessen Troja-Fund anstecken. Mosebach forcierte in Bückeburg die Gründung des "Vereins für Geschichte, Altertümer und Landeskunde des Fürstenthums Schaumburg-Lippe", dem heutigen Heimatverein, gehörte ihm aber nur bis 1901 an, nachdem er sich mit dem damaligen Vorstand überworfen hatte. Zeitgleich griff er auch zum Spaten und war beteiligt an den Ausgrabungen der Hünenburg bei Todenmann oder der Burg Hus Aren zwischen Evesen und Nordholz. Allerdings wurde damals relativ unprofessionell vorgegangen und wenig über Fundorte und Zusammenhänge archiviert. Von seinen im Museum eingelagerten Funden wurden bis heute keine Altersbestimmungen vorgenommen. Das alles und die Lebensgeschichte ihres Gründungsmitglieds will der Heimatverein jetzt aufarbeiten lassen, weil sich die ganze Mosebach-Sammlung in einem "fragmentarischen Zustand" befindet. Wie Würfel berichtete, bestehen Kontakte zu Universitäten in Hannover und Berlin, deren Studenten Funde und Unterlagen in Diplomarbeiten aufarbeiten sollen. Dabei soll auch das geschichtliche Interesse dieser Zeit aufgearbeitet werden. Um 1900 herum wurden in der Region zahlreiche Heimatvereine und Kleinstadtmuseen - wie in Bückeburg - gegründet. Wilhelm Wessel (61) ist als alteingesessenes "Fürstenkind" schon lange Jahre an der Geschichte des Fürstentums interessiert, sammelt alte Bücher und Unterlagen. An die Unterlagen Mosebach kam er um 1960, als er den Dachboden eines ehedem im Besitz des Fürstenhauses befindlichen Hauses an der Herderstraße durchsuchen und Gefundenes Mitnehmen durfte. Mehrüber die Burg "Hus Aren" von Hermann Eggers in den Schaumburg-Lippischen Heimatblätter, Heft I, Januar-März 2004.

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