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100 Akteure begeistern beim Sommerfest der Hofreitschule

Vielseitig, farbenfroh und reiterisch allererste Klasse

Bückeburg (jp). Nahtlos hat die Fürstliche Hofreitschule mit ihrem Sommerfest an die große Spanische Nacht angeschlossen. Dabei fanden sich zwar auch Elemente des Vorabends im Programm des sommerlichen Tagesereignisses wieder, doch war das Sommerfest bei weitem mehr als nur eine in die Vor- und Nachmittagsstunden verlegte Zweitauflage der Spanischen Nacht.

veröffentlicht am 22.08.2006 um 00:00 Uhr

Ob Reiterin oder Reiter: Mit der Lanze wissen die Akteure der Fü

Vielmehr sattelten die Hofreitmeister Wolfgang und Christin Krischke und ihre Mitstreiter mit rund 100 Akteuren zu Pferde sowie vor und hinter den Kulissen drauf. Und ein sehr vielseitiges, farbenprächtiges, musikalisch unterhaltendes und vor allem reiterisch erstklassiges Programm erwartete die vielen hundert Besucher, die sich wie bei der spanischen Nacht auf der zur Veranstaltungsarena umgebauten Blutpflaumenwiese vor der Reithalle einfanden. Hatte Spanien als Thema die Nacht dominiert, so standen beim Sommerfest die Epochen Renaissance, Barock und Rokoko im Mittelpunkt. Reitmeister Wolfgang Krischke schlüpfte dazu mehrmals in die Rolle von Antoine de Pluvinel, Reitlehrer am Hofe König Ludwig XIII. von Frankreich. Der 1555 geborene und 1620 gestorbene Rittmeister und Schüler Giovanni Pignatellis vertrat als einer der ersten die Lehrmeinung, Pferde nicht durch Gewalt, sondern durch Verständnis für Charakter, Lob und Geduld zur Mitarbeit mit dem Reiter zu bewegen. Reitfiguren erklärte er zu herausgearbeiteten und besonders trainierten natürlichen Bewegungen des Pferdes. Als Hilfsmittel zur Reitausbildung erfand er die Pilaren. Mit ihren 18 Hengsten inszenierten die fürstlichen Reiter eine mehr als vierstündige Zeitreise in das frühneuzeitliche Europa. Neben hochklassiger Reitkunst ließen Tanz- und Musikdarbietungen das Zeitalter von Alexandre Dumas drei Musketieren wieder lebendig werden. Rasante Fechtkunst lieferte die Fechtschule von Petr Dockal aus Böhmen, Barocktänze der feinsten Sorte entbot das Ensemble "Plaisir Royal" aus Großburg Wedel. Feinste Klänge des Barock- und des Renaissance-Zeitalters gab es vom Kammermusikensemble "Soubor Ambrosie" zu hören. Hofsopranistin Miriam Heinze trat diesmal mit dem Bückeburger Madrigalchor "Cantemus" auf. Und mit dem Spielmann der Könige und König der Spielmänner "Giacomo" (alias: Hans Fabian Schimmelpfennig) fand sich sogar ein waschechter Fogelvreier im Ensemble des Hofreitschul-Sommerfestes. Kulinarisch führten die Eiswirte Harald Strüwe und Edgar Miller mit ihrem Catering-Service "Tavola" Regie. Ganz ungetrübt vom Wetter blieb das sommerliche Reitvergnügen allerdings nicht: Am frühen Nachmittag sorgte ein kurzes, aber heftiges Gewitter wie schon am Abend zuvor für die Verlegung einiger Programmteile ins Innere der Reithalle.

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