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Staatsminister Bernd Neumann im Landesmuseum / Aber kein Königsweg aus der Finanzmisere

"Vielleicht finden Sie ja den richtigen Dreh"

Bückeburg. Schade. Am gestrigen Nachmittag hat sich die - wenn auch kleine - Hoffnung des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, könne dem Landesmuseum bei seinem von MdL Friedel Pörtner vermittelten "Infobesuch" in Bückeburg einen Königsweg aus der Finanzmisere weisen, zerschlagen. Zwar hatte niemand ernsthaft geglaubt, Neumann würde mit dem Scheckbuch kommen, aber ein wenig mehr als ein wenn auch dickes Lob fürs Ehrenamt hatte man sich schon erhofft ...

veröffentlicht am 08.05.2007 um 00:00 Uhr

"Würde der Bund angesichts der Vielfalt der Museumslandschaft in

Autor:

Thomas Wünsche

"Es geht uns gar nicht um Zuschüsse zu den laufenden Kosten, sondern um einmalige Mittel, mit denen wir das neue Museumskonzept umsetzen können", hatte Dr. Klaus-Henning Lemme, Vize-Vorsitzender des Heimatvereins, zuvor im Gewölbekeller des Hauses und im Beisein von einem Dutzend Schaumburger Kulturschaffender betont. Doch: "Die Zuständigkeit für Kultur liegt nicht beim Bund, sondern bei den Ländern und Kommunen", wehrte Neumann ab. Und ergänzte: "Würde der Bund angesichts der Vielfalt der Museumslandschaft in Deutschland dieses ,Fass' öffnen, würde er den ,Deckel' nicht mehr drauf bekommen." Eine andere Sache sei es, wenn ein Museum in Sachen Kultur ein Alleinstellungs-Merkmal von nationaler Bedeutung habe - "wie es in Wiedensahl mit Wilhelm Busch vielleicht der Fall sein könnte". Vielleicht finde Bückeburg ja einen ähnlichen "Dreh". Doch da muss das Schaumburg-Lippische Landesmuseum - leider - passen, wie der Vorstand um Dr.Wolfgang Vonscheidt zu seinem Bedauern selbst einsieht. Immerhin: "Sie sind mit Ihren Plänen für das neue Konzept auf dem richtigen Weg", bescheinigt der Staatsminister dem Vorsitzenden. "Jetzt müssen Sie nur noch Verbündete finden." Eben. Ob der Besuch des Staatsministers für die Kulturstadt Bückeburg am Ende gänzlich fruchtlos gewesen ist, muss sich indes erst noch zeigen. Denn Neumann hat im Gespräch mit den zwölf Ehrenamtlichen eine Menge Neues über Schaumburg erfahren, zeigte sich insbesondere von dem, was die Schaumburger Landschaft um Sigmund Graf Adelmann auf die Beine stellt, sichtlich beeindruckt. Neumann: "Bei all dem, was das Landesmuseum bietet, müsste es doch eigentlich möglich sein, dass Sie zumindest einen Hauptamtlichen beschäftigen können." - Zwar war die Stadt dem Minister nach eigenen Worten "immer schon" ein Begriff, doch erst die Kulturschaffenden brachten zumindest sein Basiswissen auf den aktuellen Stand: "Ich verbinde Bückeburg seit meiner Kindheit mit den Bückeburger Jägern, die immer am zweiten Ostertag in Bremen-Vegesack musizierten. Gibt's die noch?" Antwort: "Ja". Stichwort Fürstenhaus: "Der Fürst macht wohl nicht so viele Schlagzeilen wie der in Hannover", fragt der Staatsminister. Antwort: "Er prügelt sich nicht." - "Was macht er denn dann?" Antwort Pörtner: "Er heiratet jetzt zum zweiten und letzten Mal." - "Wieso", fragt Neumann, "ist er denn schon 90?" Antwort: "Nein."



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