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Kirstin Büthe zum Ergebnis einer Fragebogenaktion / Info-Flyer bald fertig

Vieles von dem, was sich Familien wünschen, gibt es in Rinteln schon

Rinteln (wm). 1000 Fragebögen hatte Rintelns Gleichstellungsbeauftragte Kirstin Bühte noch vor den Sommerferien verschickt und den Rücklauf der Bögen jetzt ausgewertet. Verblüffende Erkenntnis: Viele der Angebote, die sich Familien wünschen, gebe es bereits in Rinteln, ohne dass Familien davon wüssten - anscheinend ein Informationsdefizit. Das will Kirstin Büthe jetzt mit einem Flyer beseitigen, der am 11. November offiziell vorgestellt werden soll.

veröffentlicht am 16.10.2006 um 00:00 Uhr

In einer aufwändigen Recherchearbeit hat Kirstin Büthe zusammengetragen, was Rinteln an Hilfs-, Beratungs- wie Service-Angeboten für Familien zu bieten hat. Herausgekommen ist ein Flyer, eng bedruckt, achtzig Zentimeter (!) lang. Die Informationsbroschüre mit dem schönen Titel "Der Rote Faden durch das soziale Netzwerk in Rinteln" soll in Arztpraxen, Kindergärten, Schulen, Geldinstituten und im Bürgerbüro und der Bücherei ausgelegt werden. Die Orientierungshilfe für Familien ist in Rubriken eingeteilt wie "Beratung", "Gesundheit", "Sport", "Familien in Nöten" oder "Allein zu Haus" und nennt nicht nur Adressen und Telefonnummern, sondern auch konkret die jeweiligen Ansprechpartner. Praktischer kann man Information nicht präsentieren, und Kirstin Büthe hofft, dass der Flyer vor allem den Personenkreis erreicht, der weder Zugang zum Internet hat, noch Möglichkeiten wie notwendige Know-how, solche Informationen selbst zu beschaffen. Dass nur rund fünf Prozent der angeschriebenen Familien auch die Fragebögen zurückgeschickt haben - ein eher bescheidener Rücklauf - könne man auch so interpretieren, sagt Kirstin Büthe, dass die meisten Familien mit den Angeboten in Rinteln zufrieden sind: "Wen wirklich der Schuh drückt, der meckert auch und meldet sich." Durchgängig in allen zurückgesandten Fragebögen sei der Wunsch von Müttern nach flexiblen Öffnungszeiten für Kindergärten und Krippen, einige wünschten sich sogar Öffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr, möglichst auch am Wochenende - die Einsendungen seien anonymisiert, aber daraus könnte man schließen, wer Kindergärten von 6 bis 20 Uhr braucht, arbeitet im Schichtdienst. Lücken im Betreuungsangebot könnten Tagesmütter schließen, eine Initiative Tagesmütter gebe es bereits, erläuterte Kirstin Büthe. Auch eine Lösung beispielsweise für Mütter, die in Teilzeit arbeiten und eine Volllzeitbetreuung für ihr Kind nur dienstags und mittwochs brauchen - also keinen ganzen Kindergartenplatz. Ergebnis ihrer Recherchearbeit: "Es gibt praktisch nur sehr wenig Arbeitsverhältnisse, die sich nicht mit der in Rinteln angebotenen Kinderbetreuung vereinbaren lassen." Kirstin Büthe machte allerdings auch deutlich, dass der Wunsch mancher Mütter, "das beste Betreuungsangebot gleich nebenan haben zu wollen" kaum zu erfüllen sei - ohne eine gewisse Mobilität gehe es in einer Flächengemeinde wie Rinteln mit den Ortsteilen nicht und man sollte die Relationen nicht aus dem Blick verlieren. Im Kreiskindergarten beispielsweise ist eine Betreuung von 6.20 bis 20 Uhr möglich, dafür sind 20 Plätze vorgesehen, aber zurzeit nur sechs belegt, die die ganze Zeitspanne nutzten.

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