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Seniorentreff Röcke feiert 25-jähriges Bestehen / Nachwuchssorgen

"Viele haben gar keine Zeit, die müssen auf die Enkel aufpassen"

Bückeburg (mig). 25 Jahre und kein bisschen greise: Der "Senioren-Treff" Röcke feierte sein silbernes Jubiläum mit viel Gesang und gutem Essen. Nach einigen Tiefschlägen in den vergangenen Jahren hat jetzt ein Dreigestirn die Verantwortung im Club übernommen.

veröffentlicht am 31.10.2006 um 00:00 Uhr

Renate Schilz und Bürgermeister Jürgen Harmening schauen sich ei

Für den in der alten Schule beheimateten Senioren-Treff Röcke sind die vergangenen Jahre nicht einfach gewesen. Als 2004 der erst kurz zuvor gewählte Reinhard Malek verstarb, war der Posten des Vorsitzenden unerwartet schnell wieder vakant geworden. Inzwischen sind mit Renate Schilz, Friedel Arndt und Annemarie Malek drei Frauen eingesprungen, die sich die Verantwortung teilen und "alles gemeinsam machen". Das Trio ist auf besondere Weise mit dem Verein verbunden. Der Vater von Renate Schilz ist Gründungsmitglied, die Ehemänner von Annemarie Malek und Friedel Arndt hatten zeitweise den Vorsitz inne. "Ich habe euch doch gesagt, wenn Not am Mann ist, springe ich ein", resümierte Renate Schilz in einer Jubiläumsansprache die schwierige Situation. Ein weiteres Problem lässt sich nicht so einfach aus der Welt schaffen - die Gruppe wird immer kleiner. Kamen im Gründungsjahr 1981 noch 53 Senioren zu den Treffen, schrumpfte die Zahl der Mitglieder immer weiter auf heute 18. Erna Wilkening ist seit Anfang an dabei und weiß, warum nur wenig Neue dazukommen: "Viele haben gar keine Zeit, die müssen auf die Enkel aufpassen." Renate Schilz hat noch einen anderen Grund für den Mitgliederschwund ausgemacht. "Das liegt sicher auch daran, dass viele denken, für den Senioren-Treff bin ich doch noch zu jung," erläutert die 61-Jährige. In ihrer kurzen Rede erinnert Schilz sich zurück an Zeiten, "als der Saal noch richtig voll war. Damals waren auch viele Männer dabei und wir hatten einen Zither- und einige Mundharmonikaspieler," meint sie etwas wehmütig. Auch heute singen die Senioren gerne miteinander oder lesen einander aus der Zeitung vor - nur der monatliche Ausflug wird derzeit nicht unternommen. "Einmal sind wir sogar bis nach Holland gefahren, dass fehlt uns heute ein wenig", meint Wilhelmine Nerge, die den Treff seit 1981 besucht. Dass die Mitglieder jeden Donnerstag um 15 Uhr gerne in die alte Schule kommen, beweist eine Postkarte von Gerda Wöbking, die Schilz zum Schluss verlas. Für die beigefügte Spende hatten die Organisatorinnen Rosen gekauft, die am Ende der Veranstaltung an alle verteilt wurden. Anschließend überbrachte Jürgen Harmening dann die Grüße des Rates und unternahm einen kleinen Ausflug in die Vereinsgeschichte. Er erinnerte an die Gründungsmitglieder Alwine Drinkuth, Erna Bräutigam und Dorothee Klotz, die 1981 für einen Senioren-Treff in Röcke aktiv geworden waren. Da die Räumlichkeiten in der ehemaligen Bibliothek schnell zu klein wurden, zog man in das alte Lehrerzimmer um - die notwendige Renovierung übernahmen die Mitglieder selbst. In dem guten Zusammenhalt sah auch Heide Everding (Ortsrat Evesen) ein Charakteristikum des Senioren-Treffs: "Ein so gutes Miteinander ohne Gegeneinander sollteüberall sein. Das ist auch der Grund, warum ich mich bald aus der Politik zurückziehe." Ein besonders gutes Näschen für die geheimsten Wünsche vor allem der versammelten Damen hatte Kirchenvorsteherin Rosmarie Brandt von der Kirchengemeinde Petzen gehabt. "Ich habe gehört, dass hier auch öfter mal ein Likörchen getrunken wird", meinte sie und überreichte einen Korb mit allerlei Köstlichkeiten. Im Anschluss wurde dann noch viel gesungen und geklönt.

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