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Förderverein fürs Naturbad in Bad Nenndorf zählt 70 Mitglieder / Vorsitzender will 2500 Mitstreiter

Viel Lob und gute Worte - wenig Unterschriften

Bad Nenndorf (rwe). "2007 - das entscheidende Jahr": Mit dieser Devise ist der Förderverein für ein Naturbad in Bad Nenndorf vor wenigen Wochen an den Start gegangen. Doch die Resonanz ist für den Vorsitzenden Oskar Wellmann ernüchternd. 70 Mitglieder hat seine Initiative jetzt, 2500 will er bis Anfang nächsten Jahres haben.

veröffentlicht am 12.09.2007 um 00:00 Uhr

Oskar Wellmann ist von seiner Initiativeüberzeugt: "Alle wollen

Oskar Wellmann ist ein Freund klarer Worte. "Dürftig bis enttäuschend", so lautet die Analyse des Vorsitzenden. Dabei hat der 36-jährige Familienvater einen ganz anderen Eindruck, wenn er mit den Menschen in der Stadt spricht. "Alle wollen ein Freibad in Bad Nenndorf. Wir brauchen das hier", sagt er. Doch mit guten Worten und Schulterklopfen ist ihm und seinen Vorstandskolleginnen nicht geholfen. Davon haben sie genug. "Wir brauchen Unterschriften", sagt Wellmann. Und die nicht zu knapp. 2500 Mitglieder nennt er als Ziel "bis Anfang 2008". Einen Euro Beitrag pro Monat könne sich jeder leisten. "Wir brauchen so viele Leute, um das Bad betreiben zu können." Ohne diese breite Unterstützung werde die Stadt keine Mittel zur Verfügung stellen. Dieses Jahr stehen 100 000 Euro im Haushalt. Der schwache Sommer und die Urlaubszeit sind für ihn Gründe, dass es bisher eher schleppend anläuft. "Gerade die Familien waren weg", sagt der Bad Nenndorfer, der für das Amt nicht überredet werden musste. "Einer muss voran gehen", sagt der gebürtige Rumäne. Er brauche Herausforderungen. Einige hat er auch schon gemeistert. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kam er 1990 mit seiner Frau zu Bekannten nach Bad Nenndorf, fing bei Null an. Er machte eine Lehre als Automechaniker, besuchte später abends die Meisterschule. Als er damit fertig war, baute die Familie mit viel Eigenleistung ein Haus im Elsa-Brandström-Weg, direkt am Radweg. Über den, so hofft der Vater, sollen später seine sieben und neun Jahre alten Kinder ins Freibad fahren. Allerdings legt er sich beim Standort nicht ganz genau fest. Wohlwissend, dass viele Nenndorfer ein Freibad am liebsten am alten Platz an der Bahnhofstraße hätten. "Erst mal müssen wir die Mitglieder haben." Für ihn ist aber auch die Fläche hinter der Schwimmhalle ein idealer Platz. Kinder aus Haste wären in fünf Minuten mit der S-Bahn da, deshalb hofft er auch auf viele Unterschriften aus der Gemeinde. Zumindest ein wichtiger Punkt ist für Wellmann weitgehend geklärt. Ein herkömmliches Freibad dürfte schon allein aus Kostengründen vom Tisch sein. "Da ist die Tendenz bei SPD und FDP eindeutig." Die schlechten Nachrichten über das Wennigser Naturbad, das geschlossen werden musste, bringen ihn auch nicht von der Linie ab. "Die Technik entwickelt sich immer weiter", sagt Wellmann. Allerdings seien für den Bereich andere im Verein besser informiert als er. "Wir teilen uns die Arbeit und haben Mitglieder aus vielen Fachgebieten dabei." 2000 Flyer hat der Verein drucken lassen, in Schulen und Kindergärten verteilt. Nun wollen sich Wellmann& Co. daran machen, die Nenndorfer auch persönlich zu begeistern. Ende September plant der Vorsitzende in einer öffentlichen Versammlung den Startschuss für die Kampagne, bei der alle helfen sollen, getreu dem Motto "2007 - das entscheidende Jahr".



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