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Bürgermeister tritt 2009 kräftig auf die Bremse / "Erst Altes abarbeiten" / "Portugall" wird für 300 000 Euro ausgebaut

Viel Geld, zu viele Projekte: Jetzt wird Buchholz bange

Buchholz (tw). Die Gemeinde hat zwar Geld imÜberfluss, aber das Ortsparlament kommt mit dem Abarbeiten der "Baustellen" - sprich: der selbst gestellten Aufträge - nicht mehr hinterher. Angesichts dieser Lage hat Bürgermeister Hartmut Krause (WiB) bei der Planung für 2009 die Parole ausgegeben: "Erst Altes abarbeiten, ehe wir Neues beginnen."

veröffentlicht am 22.11.2008 um 00:00 Uhr

Frank Rinne

Gudrun Spiller sieht das ebenso: "Das Jugendforum, aber auch das angedachte Jugendforum Plus liegen brach - und mit unserem Projekt ,Fuß vom Gas' auf der Bückebergstraße geht's ebenfalls nicht recht voran", erinnert die WiB-Sprecherin. Kommt hinzu: "Auch unsere Homepage sollte eigentlich schon längst fertig sein ...", so Krause. Daher gilt: 2009 will die Verwaltung vor allem Projekte zu Ende bringen, die gleichsam einen "Bart" haben. Portugall Größter Brocken im Haushalt 2009 wird der Endausbau "Auf der Portugall" sein. Er wird 300 000 Euro kosten. Bürgerfonds Den geplanten Bürgerfonds möchte die WiB mit 75 000 Euro ausstatten; damit könnte jeder Buchholzer Bürger 100 Euro erhalten. Gemeinschaftshaus Die Sanierung soll mit einem Budget von 60 000 Euro weitergeführt werden. Das ist ganz im Sinne der SPD, die in einem eignen Antrag auf das Sanieren der Garagen-Innenwand, das Dämmen der Kellerdecke und einen hydraulischen Abgleich des Systems zur Wärmeverteilung drängt. Frank Rinne (SPD): "Mit diesen Maßnahmen lassen sich 15 Prozent Energie einsparen."Die Investition werde sich damit schnell amortisieren Spielplatz Für die Anlage eines möglichst naturnah hergerichteten Spielplatzes "Auf der Portugall" sind im Haushalt 50 000 Euro vorgesehen. Regenrückhalt Ebenfalls rund 50 000 Euro sind für den Bau des dann dritten Regenrückhaltebeckens im Bereich des Osterfeuerplatzes vorgesehen. Rundwanderweg Auf Anregung der SPD soll der Haushalt Mittel in Höhe von 30 000 Euro enthalten, mit denen ein Rundwanderweg im Bereich "Auf der Portugall" angelegt wird - mit Anschluss an die Straße "Zum Eichkamp". Die Genossen haben zwei Varianten aufgezeigt. Leistbarer erscheint ihnen die zweite: Demnach soll die im Besitz der Gemeinde befindliche "Zwetschgenallee" mit dem Regenrückhaltebecken verbunden werden; für diesen Zweck müsste allerdings ein Privatgrundstück angekauft werden. Die WiB befürwortet den Antrag im Grundsatz, hält aber nichts von der Vision der SPD, das Areal mit dem späteren Bau einer Wetterschutzhütte und eines Steingartens zu einem Naherholungsgebiet aufzuwerten. Krause: "Damit würden wir nur Vandalen ein weiteres Ziel bieten." Grunderwerb Für den Erwerb von Grund und Boden hat die Gemeinde 20 000 Euro einkalkuliert. Bolzplatz Für die Anlage des den Buchholzer Jugendlichen versprochenen Bolzplatzes veranschlagt die Verwaltung bis zu 15 000 Euro. Landesstraße 442 Rund 10 000 Euro stehen bereit, um die Planungs-/Beratungskosten für die L 442 bezahlen zu können. Doppik Weitere 10 000 Euro müssen eingesetzt werden, um das gesamte Vermögen der Gemeinde im Zuge des Einführens der Doppik zu bewerten. Homepage Für das Gestalten der Buchholz-Homepage stehen 3000 Euro bereit. Hinzu kommen drei Projekte, von denen der Bürger direkt profitieren soll und über welche diese Zeitung bereits berichtet hat: Zuschüsse zu Fahr- und Freibadkarten sowie zu Anlagen, die alternative Energien erzeugen. Abgelehnt hat die WiB als Mehrheitsfraktion dagegen den Antrag der SPD, im Haushalt etwa 2500 Euro für Infotafeln zu reservieren, welche die Genossen an markanten Stellen entlang der Buchholzer Wanderwege aufgestellt wissen wollen. Mit dem Begehren, dieses Projekt im Alleingang anzugehen, hatte die SPD bei der WiB schon einmal auf Granit gebissen (wir berichteten). "Wir wollen nach wie vor das Konzept abwarten, das der Heimat- und Kulturverein Eilsen mit Blick auf die Wanderwege für die Samtgemeinde erstellt. So bekommen wir in Eilsen Einheitstafeln", sagt Spiller. Zwar ist Rinne der Auffassung, "dass Buchholz nicht auf die Samtgemeinde angewiesen", ist ("Wir können das selbst"), doch die WiB entscheidet auf Warten.

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