weather-image
11°

Ein Krippenbauer lässt die Weihnachtsgeschichte auferstehen und braucht dafür Schaschlikspieße

Viel Fingerspitzengefühl für die Heilige Familie

Friedrichshagen (ah). Tannenbäume mit bunten Kugeln und brennenden Kerzen werden an Heiligabend viele Zimmer schmücken. An den Ursprung des frohen Festes erinnern die Weihnachtskrippen, die alljährlich hervorgeholt und aufgestellt werden. Maria und Josef neben der (Futter-)Krippe, in der der Heiland liegt, gehören dazu, individuell erweitert um Esel und Ochse, Hirten, Schafe, manchmal auch um die drei Weisen aus dem Morgenland mit Kamel oder Elefant. Nicht immer ist ein Stall vorhanden, in manchen Familien vervollständigt sich die Szene der Heiligen Nacht bis hin zum Dreikönigsfest erst über Jahre hinweg.

veröffentlicht am 21.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 19.03.2010 um 10:10 Uhr

Mit seinem Schnitzmesser formt Heinz Pielemeier den Stern von Be

Wer sich auf die Suche nach einer schönen Herberge begibt, ist bei Krippenbauer Heinz Pielemeier an der richtigen Adresse. „Eine Krippen-Ausstellung in einer Großstadt hat mich dazu inspiriert, selber Krippen zu bauen“, erzählt der 88-Jährige. Seine in liebevoller Handarbeit gefertigten Werke stattet er mit einfachen, bunt angemalten Figuren aus. Dank der Initiative des Werberings können derzeit in einem Hessisch Oldendorfer Schaufenster einige seiner 40 Krippen bewundert werden.

Das ganze Jahr über geht der Friedrichshagener seinem Hobby nach, im Sommer in der Garage, im Winter in der Werkstatt im Keller mit Kittel und Hut. Die benötigten Baumaterialien findet er mit wachsamem Blick in freier Natur: Wurzelholz für Bäume und Büsche, Rinde für die Dächer, Zweige für kleinere Bauteile. Dabei achtet Pielemeier genau auf deren Form. „Sie müssen schon etwas gebogen sein, schließlich soll man ihnen ja ansehen, dass sie älter sind“, erklärt er. Hat er alles zusammen, geht die Arbeit los: Eine Sperrholz- oder Spanplatte dient als Fundament, eine weitere wird als Hinterwand aufgesetzt, dann folgen Seitenwände und die massiven Eichenrindenschrägen. Der Krippenbauer schnitzt, schleift, beizt, sägt, bohrt, dübelt und leimt, bis sein weihnachtliches Kunstwerk vollendet ist. Jedes ist ein Unikat, überall sind jedoch der Stern von Bethlehem, Hauklotz, Leiter und Harke zu entdecken. „Die Zinken der Harke sind aus Zahnstocherspitzen, die Sprossen der Leiter aus Teilen von Schaschlikspießen gefertigt“, verrät Pielemeier. Manche seiner Krippen haben einen Anbau, andere einen Aufbau, die einen wirken wie ein abgeschlossenes Gebäude, die anderen wie ein Unterstand, alle sind beleuchtet. Der Baumeister legt großen Wert auf massive und stabile Bauweise. „Bei meinen Krippen ist alles gedübelt und geleimt, so dass nichts abbricht“, betont er. Beweglich sind die dicken Blockbohlen-saunaähnlichen Türen. Für sich selbst hat er eine alpenländische Krippe entworfen mit einem weiß verputzten Haupthaus mit roten (Back-) Steinen und einem langgezogenen „alten“ Anbau. Zwischen Moos und Heu auf dem Außengelände zieht ein Esel einen Holzkarren, flackert ein Lagerfeuer, neben dem der Hauklotz steht. Fast ein wenig andächtig stimmt Pielemeiers Liebe zum Detail, mit der er der Zeit vor 2000 Jahren Atem einflößt.

Die Materialien für die Krippe stammen aus dem Wald. Fotos: ah


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt