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Kantaten 4 bis 6 sind eigentlich die "Stiefkinder" des Bachschen Werkes

Viel Beifall für Wolfgang Westphal und seinen Mut zum unbekannten Bach

Rinteln (dis). Im Vergleich mit den glanzvollen ersten drei Teilen des Basch'schen "Weihnachtsoratoriums" haben es die Kantaten 4 bis 6 immer schwer gehabt. Davon war aber in der sehr gut besetzten St. Nikolai-Kirche am Sonntagabend nichts zu merken

veröffentlicht am 30.12.2008 um 00:00 Uhr

Es war ein Erlebnis für alle Sinne, das Weihnachtsoratorium im K

Kein Wunder, denn unter umsichtiger Leitung von Wolfgang Westphal konfrontierten der Jugendchor der evangelischen Singschule, der Schaumburger Oratorienchor, das Schaumburger Kammerorchester, Organistin Regina Ackmann sowie eine junge Solistengarde ihre Zuhörergemeinde wirkungsvoll mit den angeblichen "Stiefkindern" des Werkes. Sehr schnell war in dieser Darbietung zu spüren, dass die für Neujahr und das Epiphaniasfest bestimmten Abschnitte reich an musikalischen Schönheiten sind. Nicht wenige Beispiele zeugten zudem davon, wie berührt sich die Interpreten von Bachs Aussagen fühlten. In den teilweise erregten Chorpartien, den orchestralen Schilderungen und den Soli zeichnet der Komponist ja schon vor, wozu später die Hinterlist des Königs Herodes führt, als dieser die drei Weisen auf die Spur des Sterns von Bethlehem lenkt. Der Kreiskantor ließ daher im Ensemble von Chor und Orchester brodelnde Unruhe aufkeimen, die daran erinnerte: Bach galt als ebenso starker Dramatiker wie "fünfter Evangelist". Träger der Einstudierung war der stattliche Chor, der seine anspruchsvollen Rollen mit großer Hingabe erfüllte. Zupackend meisterte das Team die verschlungenen Polyphonien und lotete die Choräle in feinen Abfärbungen aus. Die Anwesenden lauschten einem geschlossenen, dabei durchsichtigen Klang und freuten sichüber in gewiss intensiver Probenarbeit erzielte Präzision. Stilsicher agierten auch das wendige Kammerorchester, dessen zwei Soloviolinisten und die Bläser der Göttinger Symphoniker, zumal der Dirigent seine große Crew stetig zu dynamischem Musizieren anregte. Noch dazu brachten die Solisten beachtlichen Facettenreichtum und emotionale Unmittelbarkeit ins Spiel. Die Nachwuchskünstler Sarah Davidovic, Sopran, Mareike Morr, Alt, Fritz Feilhaber, Tenor, und Sebastian Brendel, Bariton, fügten sich harmonisch zusammen und näherten sich kundig dem Notentext mit ergiebigem Stimmvolumen. Die anerkennenswerte Leistung aller Beteiligten fand zum Schluss vernehmbare Zustimmung des Publikums.



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