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Zeitungsleser warnt: Nicht beim DVR unterschreiben / Dubiose Reisen, brutaler Firmenchef

"Videoring"-Betrüger in Rinteln unterwegs

Rinteln (clb). Als ein Zeitungsleser, der namentlich nicht genannt werden will, am vergangenen Wochenende durch die Fußgängerzone schlendert, spricht ihn eine junge Frau im hektischen Treiben des Altstadtfests an.

veröffentlicht am 16.08.2008 um 00:00 Uhr

Sie arbeite für den "Deutschen Videoring" (DVR), sagt sie, und sei auf der Suche nach Leuten, die - völlig kostenfrei - an einem Gewinnspiel für einen Mini Cooper bzw. für eine Reise teilnehmen wollen. Lediglich Name, Adresse und Unterschrift müsse man auf einem Zettel vermerken, ganz automatisch werde manso auf die Verlosungsliste gesetzt. Als unser Zeitungsleser daraufhin nach einer Visitenkarte fragt, winkt die junge Frau ab: "Die dürfen Sie nicht mitnehmen, Sie müssen hier direkt unterschreiben." Auf das Angebot hat sich unser Leser jedoch nicht eingelassen. Im Gegenteil - ihm sei das Ganze eigenartig vorgekommen, erzählt er. Als er sich im Internet erkundigt und Anrufe tätigt, bestätigt sich sein Verdacht: Jede Menge Interessenten sind bereits auf die verlockend klingenden Angebote hereingefallen. Gibt man den Namen der in Limburg ansässigen Firma in einer beliebigen Internetsuchmaschine ein, stößt man zunächst auf die Homepage des Videorings, die mit dem Slogan "Wir machen Programm" wirbt, aktuell jedoch nicht weiter aufrufbar ist. "Derzeit wird an einer Umsetzung des neuen Konzeptes für unseren Webauftritt gearbeitet", heißt es dort. Klickt man sich weiter durch die unzähligen Suchergebnisse, findet man in diversen Foren zahlreiche Hilferufe von Betrogenen: "Ich bin Mitglied geworden, obwohl ich das nie wollte. Nun schicken sie mir DVD's zu, die ich nie bestellt habe. Die erste Zusendung hab ich nach drei Mahnungen bezahlt, weil ich langsam Angst bekam, dann wurde mir klar, dass ich so dem Vertrag zugestimmt habe", klagt eine Nutzerin. Schnell stößt man bei der Internetrecherche auf den Namen Wolfgang Klenk, den bundesweit tätigen Videohändler, der hinter der Geschäftsidee stecken soll. In der Branche ist er vor allem für seine kriminellen Delikte bekannt: So wird Klenk mit dem grausamen Vorfall 1996 in Verbindung gebracht, wo er denAuftrag gegeben haben soll, einem "aufmüpfigen" Videoring-Mitglied beide Ohren abzuschneiden. Nun will unser Zeitungsleser an alle Bürger appellieren, nicht auf die dubiosen Angebote des Videorings hereinzufallen und auf keinen Fall Adressen rauszugeben. Beim Polizeikommissariat Rinteln liegt bislang keine Anzeige vor. Dort haben die Beamten noch nie etwas vom "Deutschen Videoring" gehört.



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