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Fördervereins-Vorsitzende Edeltraut Müller schätzt monatliche Kosten auf 52 500 Euro / Zusammenarbeit mit Bethel?

"Via" braucht sehr viel Geld für eine Hospizeinrichtung

Bückeburg (mig). Für die Einrichtung eines stationären Hospizes in Bückeburg und Umgebung ist vor allem eines nötig - viel Geld. Den Löwenanteil der Finanzierung tragen zwar die Krankenkassen, aber immerhin zehn Prozent müssten die Träger selbst aufbringen. Deshalb sieht die Vorsitzende des Fördervereins "Via" für Hospizeinrichtungen, Edeltraut Müller, die wichtigste Aufgabe des Vereins im "Klinkenputzen". "Wir sind vor allem dazu da, um Geld zusammenzutragen", erläuterte sie den Zuhörern, die zum Awo-Frühstück in die Begegnungsstätte gekommen waren.

veröffentlicht am 07.11.2006 um 00:00 Uhr

Ernst Kastning (v.l.), ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter und

Der Vorsitzende des Awo- Kreisverbandes Schaumburg, Ernst Kastning, der ebenfalls an dem Frühstück teilnahm, unterstützt das Vorhaben von "Via". Sein Wunsch: "Hoffentlich kommt das Hospiz auch wirklich bald." Wie Müller machte der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit wichtig sei. "Wir wollen als Awo kein Hospizträger sein, sondern koordinieren und beraten. Es gibt also keine Konkurrenz." Entscheidend sei, dass die Kräfte auf Kreisebene gebündelt würden und keine Kirchturmpolitik betrieben werde. Kastning: "Ich kämpfe nicht für einen Standort, das Hospiz kann von mir aus auch nach Bückeburg." "Via" wurde 2005 gegründet, Satzungsziel ist die Einrichtung eines stationären Hospizes in Bückeburg oder Umgebung. Wie viel Geld für die Einrichtung benötigt wird und was genau damit passieren soll, wurde inzwischen laut Müller in ein erstes Konzept gefasst. Auf einige Details des Entwurfs ging Müller während des Frühstücks näher ein. So soll das geplante Sterbehaus mindestens fünf, besser aber sechs bis acht Betten beherbergen. Insgesamt müssten rund 52 500 Euro im Monat aufgebracht werden, bei einer 80-prozentigen Auslastung zirka 300 Euro pro Tag. Mut macht den Vereinsmitgliedern, dass das Land Niedersachsen vor kurzem eine Anschubfinanzierung von 250 000 Euro für zehn Palliativ- und Hospizstützpunkte bereitgestellt hat. "Ich habe bereits einen Antrag an das Sozialministerium weitergegeben", erläuterte Müller ihr Vorgehen. Auch einen möglichen Standort konnte die Vorsitzende schon nennen. Da das Krankenhaus Bethel beabsichtige, eine Palliativstation einzurichten, könnte in einem der Nebengebäude ein stationäres Hospiz eingerichtet werden. Im Zusammenhang mit der Vorstellung des Hospizes der Partnerstadt Nieuwerkerk sei es zu "Irritationen" gekommen, berichtete die Via-Vorsitzende. Während in Holland "Euthanasie" kein Straftatbestand ist, stellte Müller klar, dass sich Via "in keinem Fall für eine aktive Sterbehilfe ausspricht. Das wollen wir nicht, und das ist auch gar nicht möglich", betonte sie.

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