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Kursteilnehmerzahl auf Tiefststand

VHS Schaumburg: Mehr Einnahmen - weniger Kunden

Landkreis (jl). Zwei Zahlen aus dem Ergebnis der Volkshochschule (VHS) Schaumburg im Wirtschaftsjahr 2005/2006 werfen ein Schlaglicht auf die Entwicklung und Probleme der kreiseigenen Einrichtung: minus 168 000 Euro Einnahmen aus Teilnehmerentgelten -plus 250 000 aus Auftragsmaßnahmen. Das bedeutet eine relativ solide Finanzlage, wirft aber die Fragen auf, ob das das Angebot geändert werden muss und ob alle Veranstaltungen stattfinden sollten. Verbindliche Antworten hat es bei einer gemeinsamen Sitzung von VHS-Beirat und Kreisfinanzausschuss nicht gegeben.

veröffentlicht am 27.06.2007 um 00:00 Uhr

Dezernent Klaus Heimann verbreitete bei der Erläuterung des VHS-Jahresberichts Optimismus. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 666 716 Euro stellt in seinen Augen ein "vorzeigbares Ergebnis" dar, "das wir vor zwei bis drei Jahren nicht erwartet haben". Besonders wies Heimann auf eine Kostensenkung in Höhe von 3,5 Prozent und eine Ertragssteigerung in Höhe von 7,5 Prozent hin. Diese sei vor allem auf eine immer engere Zusammenarbeit mit dem Schaumburger Job-Center zurückzuführen. Für Diskussionen sorgte der Faktor Unterrichtsstunden. Deren Summe ist laut VHS-Leiterin Undine Rosenwald-Metz von einst rund 40 000 auf nunmehr knapp 30 000 gesunken und hat damit den Tiefststand der vergangenen zehn Jahre erreicht. Deutlich sind die Rückgänge laut Geschäftsbericht in den Bereichen EDV, Sprachen, Sozialwissenschaften sowie Erziehung/Geisteswissenschaften. Die durchschnittliche Kursteilnehmerzahl steuert momentan schnurstracks die Marke zehn an. Rosenwald-Metz führte diesen Trend auf die Geldknappheit in vielen Privathaushalten zurück. Sie gab auf Anfrage von Karsten Becker (SPD) zu, dass auch die moderate Gebührenerhöhung im vergangenen Jahre eine Rolle spielen könnte. Für die VHS-Verantwortlichen bedeutet diese Tendenz eine Gratwanderung, wie Heimann zugab: "Wir könnten auch rigoros streichen. Das ist aber immer eine Abwägung -es geht schließlich um Kundenbindung." Der Impuls "streichen" wurde von den Ausschussmitgliedern nicht direkt aufgenommen. Mehrere CDU-Politiker stellten besorgte Fragen zum Negativtrend oder forderten eine weitere Konsolidierung, ohne konkret zu werden. Dahinter vermutete Sitzungsleiter und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD): "Die CDU hat Angst, dass das Einlagenkapital zu schnell verfrühstückt wird." Gemeint sind die Verkaufserlöse der Kreisanteile an Energiekonzernen, aus deren Kapitalertrag der Zuschussbedarf der Volkshochschule bezahlt wird. "Der reicht noch 20 Jahre", stellte der Landrat fest. Becker entwickelte eine grobe Linie, zu der sich kein Widerspruch regte: "Wenn die Nachfrage an einem Produkt nachlässt, das wir für wichtig halten, müssen wir überlegen, wie wir uns an dieser Stelle aufstellen." Auf die Schwachstellen müsse in Zukunft genau geachtet werden, um entsprechend reagieren zu können. Damit hat die VHS nach den Darlegungen von Rosenwald-Metz bereits begonnen. Er laufe zurzeit "eine große Werbeoffensive" teilte sie mit. Dann soll gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises das Geschäft mit Firmenschulungen sowie die Kooperation mit anderen Volkshochschulen intensiviert werden.



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