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60-jähriges Bestehen / Direktor Horst Quante verabschiedet - Undine Rosenwald-Metz Nachfolgerin

VHS: Impulsgeber und Macher geht von Bord

Landkreis (crs). Er gehöre in die Kategorie Impulsgeber und Macher. Er sei ein Sturkopf, ein begeisterungsfähiger Querdenker, ein Netzwerker par excellence. Er hinterlasse Spuren, fachlich wie menschlich, habe Duftmarken auch außerhalb des Landkreises gesetzt. Eine derart liebevoll-persönliche Würdigung hat der scheidende VHS-Direktor Horst Quante gestern Nachmittag beim Empfang zum 60. Geburtstag der Volkshochschule Schaumburg erfahren, dass er selber bekennen musste: "Irgendwie bewegend ist das schon."

veröffentlicht am 26.08.2006 um 00:00 Uhr

Dass Horst Quante (oben) mit zwei lachenden Augen in die passive

Die Volkshochschule feiert ihr 60-jähriges Bestehen, und ihr Kapitän geht nach 32 Jahren am Steuer von Bord. Zwei Anlässe für einen kombinierten Festakt, zu dem der Landkreis in das Festzelt hinter dem VHS-Gebäude an der Rintelner Klosterstraße eingeladen hatte. Nicht ohne Grund wurde dieser runde VHS-Geburtstag in Rinteln gefeiert. Denn Vorreiter und Vorbild bei der Entwicklung des Volkshochschulwesens im Schaumburger Land war die alte Grafschaft, war Rinteln. "In Schaumburg-Lippe war die Erwachsenenbildung eher zweit- oder sogar drittrangig", musste Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier schmunzelnd einräumen. Bereits 1919 gibt es in Rinteln erste Bestrebungen zur Gründung einer VHS, 1946 schließlich wird ernst gemacht: Am 23. August gründet sich feierlich die "Volkshochschule Kreis Grafschaft Schaumburg", ähnliche Einrichtungen in Bückeburg und Stadthagen folgen ein Jahr später. Im Zuge der Kreisreform schließen sich die drei Volkshochschulen zum 1. Januar 1978 zusammen - mit Horst Quante an der Spitze. Trotz ihrer 60 Jahre sei die VHS jung geblieben, erinnerte Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz in seinem Grußwort an die Weisheit vom lebenslangen Lernen. "Das tut die VHS vorbildlich, stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen." Wegen der Bedeutung der VHS fürs Gemeinwohl sprach Landrat Schöttelndreier beim Zuschussbedarf denn auch bewusst von "nur noch" 600 000 Euro: "Das ist es uns wert, das ist gut angelegtes Geld", sieht der Landrat die VHS in einer Schlüsselposition des bildungspolitischen Gesamtkonzeptes im Landkreis. Denn Volkshochschularbeit ist neben reiner Wissensvermittlung auch soziale Integration - und damit wichtige Präventionsarbeit. Ähnlich will das auch Dr. Annette von Stieglitz verstanden wissen, die in ihrem Vortrag die Geschichte der VHS Schaumburg Revue passieren ließ. "Bildungsinvestitionen dürfen nicht als Kosten stigmatisiert werden", forderte die Festrednerin - selber Leiterin der VHS Langenhagen - eine Weiterbildungsoffensive ein. Bildung sei unverzichtbar für soziale Kompetenz und wirtschaftlichen Erfolg. "Und genau dafür brauchen wir unseren ,Gemischtwarenladen' VHS - multidimensional, ganzheitlich und vernetzt." Quante bedankte sich für Hilfe und Freundschaft, explizit auch für Kritik, Widerspruch und Auseinandersetzung. Die vielen Würdigungen seiner Person wollte er so nicht im Raum stehen lassen: "Davon bekommt Ihr alle etwas ab!", rief er seinen Weggefährten und Mitarbeitern zu. Quante übergebe das Haus in bestem Zustand, lobte Schöttelndreier, der Undine Rosenwald-Metz als neue VHS-Direktorin vorstellte, die das Konzept des Hauses erhalten und weiterentwickeln solle - "für das volle Programm auf dem Lande". Beachten Sie auch die heutige VHS-Sonderbeilage.

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