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DRK-Reinerbeck hat sich nach 44 Jahren aufgelöst

Verzweifelte Vorstandssuche ohne Erfolg

Reinerbeck. Am 19. Februar 1971 gegründet, kam jetzt, nach 44 Jahren, am 31. März 2015 das „Aus“ für den DRK-Ortsverein Reinerbeck. Die Suche nach einem neuen Vorstand blieb bei den 62 Mitgliedern ohne Erfolg. Bereits in der Jahreshauptversammlung im Februar 2014 hatte die Vorsitzende Vera Jürgens darauf hingewiesen, dass im Februar 2015 die Neuwahl des gesamten Vorstandes stattfinden müsse. Schon vor einem Jahr mahnte sie, dass die DRK-Monatsversammlungen nicht mehr die Beteiligung aufwiesen, die der Vorstand erwarte.

veröffentlicht am 23.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:47 Uhr

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VON WILLI JÜRGENS

Seit Jahren rückläufig, sei das Jahr 2013 besonders gravierend gewesen – an etlichen Versammlungen waren mit dem Vorstand nur acht bis zehn Mitglieder anwesend – aus welchen Gründen auch immer. Auch das Jahr 2014 zeigte keine Belebung, obwohl die Anzahl der Monatsversammlungen bereits seit mehreren Jahren von ursprünglich sieben auf fünf reduziert wurde und zusätzlich eine Sommerpause von Juni bis August eingeschoben wurde. Offenbar trug diese Sachlage auch zu einer gewissen Frustration des amtierenden Vorstands um die Vera Jürgens (57, 12 Jahre Vorstand) bei. Auch ihre Mitstreiterinnen Christa Jürgens, als Stellvertreterin (66, 25 Jahre im Vorstand), seit drei Jahren auch Schatzmeisterin, Waltraut Stascheit, Schriftführerin (78, 12 Jahre Vorstand), Gisela Seiffert, Beisitzerin und Seniorenbeauftragte (71, 25 Jahre Vorstand), Marianne Wittkopp, Beisitzerin (65, 30 Jahre Vorstand) und Ilse Heuer, Beisitzerin (58, 4 Jahre Vorstand und stellvertretende Schatzmeisterin) wollten jetzt ganz einfach so „nicht weitermachen“.

Dieser Entschluss war den Mitgliedern im November 2014 deutlich vor Augen geführt: „Der komplette DRK-Vorstand des Ortsvereins Reinerbeck wird an der Jahreshauptversammlung im Februar 2015 zurücktreten und sich nicht wieder zur Wahl stellen“, lautete die Mitteilung der Vorsitzenden Vera Jürgens. Diese Worte lösten Bestürzung und eine rege Diskussion aus, doch der Vorstand blieb bei seiner Ankündigung, geschlossen zurückzutreten.

Die Vorstandsarbeit in jüngere Hände zu legen, scheiterte an den Argumenten „stressige Arbeit im Beruf und Kindererziehung“ der jüngeren Mitglieder. Diese Themen waren auch Punkte einer Beratung zwischen dem DRK-Kreisvorstand und dem Reinerbecker Vorstand, doch auch diese eingehende Besprechung zeigte keine Lösung auf. Das Gleiche passierte in der DRK-Jahreshauptversammlung am 10. Februar 2015 – trotz Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden Martin Skorupski vom DRK-Kreisverband wusste niemand einen Rat aus der Krise: Der DRK-Ortsvereinsvorstand Reinerbeck trat geschlossen zurück und stellte sich nicht wieder zur Wahl. Einziges Entgegenkommen: Kommissarisch noch bis zum 31. März 2015 im Amt zu bleiben und noch einmal als Abschied ein Frauenfrühstück am 28. März 2015 zu organisieren – übrigens das 35. in der zwölfjährigen Amtszeit von Vera Jürgens, die auch auf zwölf Männerfrühstücke verweist. Die DRK-Mitglieder aus Reinerbeck und Reine sorgten mit über 50 Teilnehmerinnen für „ein volles Haus“. Als letzte Amtshandlung des alten DRK-Vorstandes erfolgte die Ehrung von Anneliese Knoop für 40-jährige DRK-Mitgliedschaft und Inge Stuckenbrock für 25 Jahre. Beide wurden von Vera Jürgens mit Ehrennadel und Urkunde ausgezeichnet. Dann traf Vera Jürgens die klare Feststellung: „Es ist niemand von den heute hier anwesenden 36 Mitgliedern – insgesamt sind wir 62 – zum Vorsitz oder Vorstand bereit,weder die jüngeren noch die älteren.“ Und so kam es, wie es kommen musste: Nach 44 Jahren gingen beim DRK in Reinerbeck die Lichter aus – der DRK-Ortsverein Reinerbeck hat am 31. März 2015 aufgehört zu existieren. Die Vorsitzende bedankte sich noch einmal bei allen Mitgliedern und Einwohnern sowie bei den Reinerbecker Nachbarvereinen für die jahrzehntelange, harmonische und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Versöhnlicher Abschluss: Die ersten DRK-Gründungsmitglieder von 1971, Erna Brakemeier, Helga Jürgens und Magdalene Jürgens, dankten dem letzten DRK-Vorstand von Reinerbeck mit Frühlingssträußen für die geleistete, ehrenamtliche Arbeit, und Erna Brakemeier, (nebenbei auch Vorsitzende des Frauenchores Singkreis Reinerbeck) ließ den Werdegang der Ortsgruppe über 44 Jahre noch einmal Revue passieren. „Die Entwicklung des DRK-Ortsvereins Reinerbeck von 1971 bis 2015 ist untrennbar mit den Namen der Vorsitzenden verbunden: Marlies Zingler von 1971 bis 1978 (8 Jahre), Lisa Brakemeier von 1979 bis 2002 (24 Jahre) und Vera Jürgens von 2003 bis 2015 (12 Jahre)“, so Erna Brakemeier unter dem Beifall der Mitglieder. Jetzt gibt es nur noch Erinnerungen an das DRK-Reinerbeck: Das von Heinz Wilhelm, Reher, zum 35-jährigen DRK-Jubiläum geschnitzte Wappen und das gestickte Tischbanner – beides kündet künftig im Dorfgemeinschaftsraum von 44 Jahren Deutsches Rotes Kreuz in Reinerbeck.



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