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Verwaltung zu Kirschenallee-Plänen: Neues Regenrückhaltebecken schützt auch vorhandene Bebauung

"Verständnis kann Planung nicht ersetzen!"

Rinteln (ur). Im Nachklapp zur Debatte um eine künftige Bebauung der oberen Kirschenallee im Bauausschuss erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Jörg Schröder und Bauamtsleiter Reinhold Koch noch einmal die grundsätzliche Position der Stadt Rinteln zur Ausweisung von Wohngebieten: "Bei allem Verständnis dafür, dass unmittelbare Anlieger immer gern den Status quo erhalten wollen und durch Bauen in der Nachbarschaft immer wieder betroffen sein werden, müssen wir doch im Grundsatz darauf bestehen, Grundstücke für den privaten Wohnbau auf Vorrat zu halten und können mit der Planung dafür nicht erst beginnen, wenn die Interessenten bei uns in der Tür stehen. Wenn wir dann kein konkretes Angebot haben, fahren die gleich weiter nach Bückeburg oder Porta Westfalica."

veröffentlicht am 14.06.2008 um 00:00 Uhr

Aktenberge türmen sich vor Baudezernent Reinhold Koch zum Thema

Zwar könne und wolle die Stadt nicht als Makler auftreten und sehe sich schon gar nicht in der Pflicht, den heimischen Kreditinstituten Abnehmer für ihre Produkte zu liefern, aber "wir arbeiten natürlich lieber mit vertrauten Partnern wie Sparkasse und Volksbank zusammen als mit irgendwelchen Investoren von außerhalb, die keine langfristigen Interessen an unserer Stadt haben". Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz nicht ohne ironischen Schlenker zur aktuellen Debatte: "Ich habe viel Verständnis dafür, dass man den schönen Blick auf den Wald weiterhin für sich allein haben möchte, der sicher für den Bauantrag vor vielen Jahren bei manchen Protestlern von heute mit entscheidend war, aber wir müssen auch an junge Familien denken, die ein Recht darauf haben, eigene Bauwünsche zu hegen und sich nicht auf Altbauten oder Baulücken verweisen lassen wollen." Bauamtsleiter Koch ergänzend: "Es ist in der Stadtplanung längst selbstverständlich, dass man die Entwicklung nicht auf die grüne Wiese treibt, sondern dort anknüpft, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist." Dieses Verdichtungsgebot werde in der vorliegenden Planung auch dadurch berücksichtigt, dass der mögliche Investor erst dann im zweiten Abschnitt bauen darf, wenn der erste bereits zu 80 Prozent vermarktet sei. Ganz sicher ernst nehmen müsse man die Befürchtung der Anlieger vor dem Eindringen der Wasserfluten: "Aber dieses Risiko existiert ja bereits und wird durch die vorliegende Planung nicht größer, sondern kontrollierbarer gemacht - und genau deshalb soll das Regenwasserrückhaltebecken im Vorgriff auf die Folgen des Klimawandels auch so großzügig dimensioniert sein, damit man das dort gesammelte Wasser gedrosselt ablassen kann." ImÜbrigen sei das Becken keineswegs so monströs wie dargestellt, sondern durch eine leichte Aufwallung geprägt, die sich der Landschaft anpasst. Und was die beschworene Zunahme von Insekten betreffe: "Das Becken fällt nach dem Ablassen wieder trocken." In Konsequenz des Prüfauftrags der Politik werde man alle infrage kommenden Grundeigentümer noch einmal auf ihre Verkaufsbereitschaft ansprechen: "Wobei wir berücksichtigen müssen, dass Bauland an der Alten Todenmanner Straße wegen des Tonabbaus auf lange Sicht nicht zur Verfügung steht. Und die Ausweisung über Kleingartengebiete kann in Rinteln wegen der Hochwassersituation ohnehin nicht erfolgen." Im Übrigen gelte: "Neubürger sind nicht nur Kostenfaktoren, sondern bringen auch Geld!" Jede Familie aber, die ins Umland geht, bedeute einen realen Verlust an Steuereinnahmen, Kaufkraft und im kommunalen Finanzausgleich.



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