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Thema Familie: Drei Fragen an die drei Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters

Versprochen: Freibad, Hort und Bolzplatz

Nenndorf (dil). Wie sehen die Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters die Zukunft? Wilfried Battermann (CDU), Bernd Reese (SPD) und Frank Steen (WGN) äußern sich zum Thema familienfeundliche Samtgemeinde.

veröffentlicht am 16.08.2006 um 00:00 Uhr

Kinderbaulandbonus, breites Kindergarten- und Schulangebot - Samtgemeinde und Stadt haben in den vergangenen Jahren viele junge Familien angelockt. Als Kommune mit dem zweithöchsten Durchschnittsalter im Landkreis wird aber dringend Verjüngung gebraucht. Was wollen Sie tun, um die Samtgemeinde noch attraktiver zu machen? Battermann: Wir müssen auch zukünftig preiswertes Bauland anbieten. Als Mittelzentrum sind wir strukturell gut aufgestellt, das beweist die hohe Nachfrage nach Bauland und Wohnungen. Das Zentrum ist attraktiver zu gestalten und zu beleben. Das "Ceha Bock-Projekt" ist in der Umsetzungsphase durch einen Investor. Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2007 geplant. Ein breiterer Branchenmix ist erforderlich. Arbeitsplätze müssen vor Ort gesichert und weitere geschaffen werden. Vorhandene Gewerbeflächen müssen preiswerter angeboten werden, um Interessenten anzusiedeln. Einen hohen Stellenwert hat sicherlich der Kurpark mit allen Einrichtungen. Dies wird in den nächsten Jahren zentrale Investitionen erfordern, als nächstes die Promenade mit den Springbrunnen. Der Umbau der Wandelhalle war die erste wichtige Weichenstellung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Kurortes. Im Kurpark wird es zukünftig einen "Pfad der Sinne" geben. Reese: Uns ist durch den Kinderbaulandbonus und flankierende Maßnahmen eine Verjüngung gelungen. Die Samtgemeinde Nenndorf ist für Neubürger attraktiv, das zeigt unter anderem das sich schnell füllende Baugebiet "In der Peser". Wir müssen gemeinsam weiter arbeiten, damit die Innenstadtentwicklung endlich beginnt. Weitere Baugebiete in Abstimmung mit den Gemeinden, Bürgerbus, ein attraktives Kreisvolkshochschulangebot, eine Grünabfallannahmestelle, weitere Veranstaltungsangebote im Kurpark fallen mir dazu ein. Steen: Die Attraktivität einer Gemeinde hängt in erster Linie von der Qualität der Infrastruktur ab, die bei dem herrschenden Überangebot an Bauland für die Wohnortwahl ausschlaggebend ist. Während die Verkehrsanbindung an den Arbeitsplatzstandort Hannover durch S-Bahn und Autobahn sehr gut ist, werden die Probleme vor allem in Bad Nenndorf immer gravierender. Hier ist die Zeit eindeutig verschlafen worden. Eine Verjüngung des Durchschnittsalters der Bevölkerung kann nur durch positive Veränderungen der Strukturen bewirkt werden. Ein Kinderbonus auf Bauland hilft nur kurzfristig. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, ausreichende Betreuungsplätze in den Kindergärten und qualitativ hochwertige Schulen sind Grundvoraussetzungen. Daneben wird die Wiederbelebung des Zentrums Bad Nenndorf die wichtigste Aufgabe der nächsten Jahre sein, was letztlich auch den anderen Mitgliedsgemeinden zugute kommt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die intensivere Werbung für die Ansiedlung gewerblicher Betriebe. Der Arbeitsplatz vor Ort, das ist wirklich familienfreundlich. Was wollen Sie bei den Kindergärten und Grundschulen verbessern? Battermann: Hier sind die Vorbereitungen für verlängerte Betreuungszeiten und Ganztagsbetreuung eingeleitet. Als nächster Schritt sind Hortplätze geplant. Sprachförderung und Schulbetreuung nachmittags sind ab Oktober möglich. Reese: Wir wollen die Kindergärten in ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag stärken, ohne die Vermittlung schulischer Qualifikationen vorwegzunehmen. Der Ansatz der Haushaltsstelle Fortbildung für die Mitarbeiter wurde auf unseren Antrag erhöht. Das behalten wir bei. Es findet zwischen den Kiga-Leitungen, der Verwaltung und Ratsmitgliedern dank unserer Anregung ein regelmäßiger Austausch statt, um die wichtige Arbeit zu optimieren. Gerade in dieser Altersphase können Defizite bei Kindern am schnellsten behoben und zum Beispiel gezielte Sprachförderung betrieben werden. Ein Bedarf für einen Hort ist da. Wir streben als Angebot eine Ganztagsbetreuung an. Wie in der Vergangenheit werden wir die Elternvertretungen unterstützen. Steen: Jedes Kind zwischen drei und sechs Jahren wird auch weiterhin einen Kindergartenplatz erhalten. Aber im dritten Kindergartenjahr muss bewusst eine intensive Vorbereitung auf die Schule erfolgen. Wir müssen Möglichkeiten finden, die leider vom Land abgeschaffte Vorschule in der Samtgemeinde wieder anzubieten. Kinder müssen gerade im dritten Kindergartenjahr eine qualitativ hochwertige Betreuung erhalten, damit der Übergang zur Schule erleichtert wird. Kinder wollen lernen, und wir müssen alles dafür tun, die Grundlagen dafür zu schaffen. In den Grundschulen muss die Verantwortung der Samtgemeinde für das intakte Umfeld der Schüler und ihrer Lehrer sehr ernst genommen werden. Was müsste bei den Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten sowie beim Bürgerservice verbessert werden und erscheint angesichts der Finanzlage möglich? Battermann: Wir haben ein reichhaltiges Angebot im Freizeit-, Sport- und Kulturbereich. Dies ist nurüber engagiertes Ehrenamt möglich, welches wir weiter fördern werden. Im Hallenbad wird es zukünftig bedarfsgerechte, von Nutzern gewünschte Öffnungszeiten und weitere attraktive Angebote geben. Durch die Kur- und Tourismusgesellschaft Staatsbad Nenndorf mbH wird es weitere attraktive Veranstaltungen und Events in der sanierten Wandelhalle geben. Durch verlängerte Öffnungszeiten und Ausweitung der Bürgersprechstunden ist der Service weiter verbessert worden. Dieser lässt sich nach Bedarf noch erweitern. Die Bürgermeistersprechstunden, die in allen Mitgliedsgemeinden, im Rathaus undim Bürgerbüro angeboten werden, sind eine wesentliche Verbesserung des Bürgerservices und werden gut angenommen. Reese: Das Bürgerbüro wollen wir ins Rathaus verlegen. Im Rathaus werden publikumsintensive Aufgaben des Meldewesens mit denen aus anderen Fachgebieten zusammengezogen. Dienstleistungen der Verwaltung werden hier gebündelt und schnell aus einer Hand angeboten. Neubürgern ist so ein Angebot aus vielen anderen Kommunen bekannt. Bei den Freizeit- und Sportangeboten orientieren wir uns auch an zukünftigen Bürgern und unterstützen Initiativen der aktiven Nenndorfer Vereine, Betriebe und Schulen. Erhaltung und Modernisierung unserer Sportstätten bleiben eine Schwerpunktaufgabe in der Sporthochburg. Mittelfristig können wir mit dem Landkreis durch eine Außenrutsche das Hallenbad, das kürzere Schließzeiten außerhalb der Sommerferien braucht, weiter attraktiver gestalten. Die vielfältige Arbeit der Kulturvereine wird weiter tatkräftig unterstützt. In Bad Nenndorf setze ich mich für einen Bolzplatz ein. Die verwaiste Sportfläche hinter dem Gymnasium ist dafür geeignet. Steen: Die Sportangebote in der Samtgemeinde sind dank des Engagements aller Sportvereine sehr gut. Was fehlt, ist jedoch ein Freibad. Ich werde alles tun, ein Naturbad hinter dem Hallenbad zu realisieren. Die bestehenden Kulturangebote müssen weiterhin gefördert werden. Alle Anbieter einschließlich der KurT werde ich an einen Tisch zu holen, damit die zur Verfügung stehenden Mittel auch effektiv eingesetzt werden können. Das Wichtigste wird sein, den Einwohnern dieser Samtgemeinde das Vertrauen in die Kompetenz der Verwaltungund der Räte wiederzugeben. Dies ist nur durch totale Transparenz aller Entscheidungsvorgänge erreichbar. Allen Verwaltungsmitarbeitern und Mandatsträgern muss deutlich gemacht werden, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Auftraggeber sind.

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