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Röcker Ehepaar saniert altes Wohnhaus stilecht / Am "Tag des offenen Denkmals" geöffnet / Fachwerkbalken gesandstrahlt

"Vermodernisiert" - aber Kannings kriegen's wieder hin

Röcke (jj). Abseits der Straßen liegt am Rand des Forstes Sandfurt ein kleines Fachwerkhaus, w elches in den letzten Jahren in liebevoller Eigenarbeit saniert wurde.

veröffentlicht am 02.08.2008 um 00:00 Uhr

Mit viel Liebe zum Detail saniert: Das (Fachwerk-)Haus an der Sa

"Wir sind jetzt drei Jahre dabei - fertig ist es noch nicht", sagt Petra Kanning. Anfang 2005 hat sie zusammen mit ihrem Mann Michael das Haus neben dem Forsthaus gekauft. Dabei war es nicht der Wunsch, nach Bückeburg zu ziehen, der sie zu diesem Entschluss getrieben hat. "Wir wollten westlich von Hannover wohnen. Der Ort war nicht so wichtig. Wir haben uns für das Haus entschieden, es hat uns verzaubert", erzählt Petra Kanning. Und was bei dem heutigen Anblick des Hauses leicht nachvollziehbar ist, war damals noch ein bisschen anders. "Das Haus war gepflegt, aber vermodernisiert", beschreibt die Eigentümerin den damaligen Zustand. In den 70er Jahren haben die damaligen Besitzer angefangen, das Haus zu renovieren. Leider nicht fachgerecht. Die nördliche Fachwerkwand wurde entfernt und durch eine Wand aus Ytong-Steinen ersetzt, die Balken mit brauner Farbe lackiert, und das Dielentor wurde zu betoniert. Erst bei den jetzigen Renovierungsarbeiten fand eine Handwerkerin den alten Dielentorbalken eingemauert in der Betonwand. "Leider war er nur noch Staub und Asche", erinnert sich die Bauherrin, sodass er nicht mehr verwendet werden konnte. Daraufhin wurde ein neuer Balken gekauft und an die alte Stelle eingesetzt. Das Dielentor kann auch heute nicht geöffnet werden, da es zu aufwändig gewesen wäre, die ganzen Betonwände durch neue Wände zu ersetzen. Aber wenigstens äußerlich sollte an den ursprünglichen Nutzen erinnert werden. Aus diesem Grund ließen Kannings aus alten Dielen ein Dielentor zimmern und setzten dies vor die Außenwand. Aufwendig war auch die Renovierung der Ytong-Wand. Die alten Gefache waren nicht mehr vorhanden. Nach langer Suche fanden die Eigentümer eine Fachwerkwand bei einem Zimmerer in Steinhude, die von den Maßen passte. In mühevoller Kleinarbeit wurden dann Sandsteinfundamente angepasst, das Fachwerk aufgestellt, mit Lehmziegeln ausgemauert und schließlich verputzt. Heute fügt sich die Wand so harmonisch in das Gesamtbild des Hauses ein, dass man meinen könnte, sie wäre schon immer da gewesen. Doch nicht nur Außen, sondern auch Innen, renovierten Petra und Michael Kanning mit viel Liebe zum Detail. Die Wände wurden mit Lehm verputzt und dann mit Kaseingrundierung und Sumpfkalkfarbe gestrichen. Der Dielenfußboden wurde extra aus Bayern geliefert und die Fachwerkbalken wurden gesandstrahlt , um sie von der braunen Farbe zu befreien. Für die Katzen wurde sogar ein Katzeneingang gebaut. Im Dezember 2006 ist das Ehepaar Kanning schließlich in ihr Haus eingezogen und auch heute wird immer wieder etwas verändert. "Zu tun gibt es immer etwas, wenn nicht im Haus, dann im Garten." Dort hatte ein Vorbesitzer eine Weihnachtsbaumplantage angepflanzt. "Leider hat er nicht sehr viele davon verkauft", sagt Frau Kanning. So bedecken auchheute noch viele, mittlerweile mehrere Meter hohe Tannen das Grundstück. "Wenn wir mal im Lotto gewinnen, schicken wir da einen Forst-Trupp rein", fügt sie mit einem Lächeln dazu. Eine Besonderheit des Hauses ist die Schaumburger Mütze. Der vorgezogene Rundgiebel, auch Rundwalm genannt, ist nicht, wie üblich, über dem Dielentor, sondern an der gegenüberliegenden Seite angebracht.

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