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Theater-AG des Ernestinums bereichert Kästners "Emil und die Detektive" mit eigenen Ideen

Verliebte Kommissare undüberdrehte Reporter

Rinteln (cok). Was für ein dankbares Theaterstück für eine vielköpfige spielbegeisterte Theater-AG ist doch "Emil und die Detektive". Pony Hütchen, der "Professor", "Dienstag" und wie sie alle heißen, jagten auf der Bühne der Schulaula im Ernestinum einen dreisten Dieb und brachten ihn zur schönsten Unterhaltung der Zuschauer zur Strecke.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:36 Uhr

Es waren die vielen kleinen Szenen am Rande und die witzigen Gag

Dabei wurde das unter der Leitung von Rita Montalbetti-Kunze inszenierte und frei nach Erich Kästners Buchvorlage konzipierte Stück auf nette Weise an Rintelner Verhältnisse angepasst. Von unserer kleinen Stadt aus fährt Emil (Saskia Derau) zum ersten Mal nach Berlin, im selben Zug wie zwei kuriose Polizeibeamte (Anna Lena Muecke und Leonie Schittenhelm), die ihn aber nicht davor bewahren können, von einem gewissen Herrn Grundeis (Miriam Tadday) um ganz 1500 Euro bestohlen zu werden, mit denen er doch einen gefälschten Führerschein für den arbeitslosen Vater (Jana Nordbruch) besorgen will. Angekommen in der großen Stadt, trifft er schnell auf die kesse Pony Hütchen (Merie Frost) und ihre Bande, die ihm voller Aufregung helfen, Herrn Grundeis auf der Spur zu bleiben. Eine lustige Truppe ist das aus Großstadtkindern, überwiegend Jungs, die wunderbar lässig fast alle von Schülerinnen gespielt wurden (wie das ja in den meisten Theater-AGs so ist). Und während sich nach und nach eine kleine Romanze zwischen Emil und Pony anbahnt, muss Gipsy (Silke Meyer) an Emils Stelle zu dessen Tante (Larissa Sprick) gehen, wo er sich mit Emils Cousin Gustav (Ann-Kathrin Nentwig) herumschlägt und schließlich bestens anfreundet. Diese kleinen Szenenübrigens, in denen Gipsy und Gustav sich kabbeln, zwei miteinander konkurrierende Jungs, die über ihren Musikgeschmack streiten oder darüber, wie man sich so durch die Schule schlägt, sie gehörten zu den lustigsten des Stücks, zumal die Mutter, eine Pastorin, auf typisch mütterliche Weise zuvermitteln versucht und gar nicht mitbekommt, dass auch der Streit ein Weg zur Freundschaft sein kann. Überhaupt wimmelt das Stück von lauter kleinen Extras. Das sind nicht nur die Rintelner Kommissare, ein kleiner dicker, in den die große Dünne absurderweise ganz verliebt ist, sondern auch ein Fernseh-Reporterpaar (Katharina Jochens und Konstantin Ekonomi), das im übereifrigen Erjagen von Informationen die schnell hingehauenen Infosendungen mancher Sender aufs Korn nimmt. Auch Emils Pastoren-Tante, die hochgestochene Predigten über die Gerechtigkeit hält, gehört zu diesen Abschweifungen, der erst so nachdenkliche Emil fügt sich im Handumdrehen ins Berliner Leben ein, nicht ohne bei Gelegenheit von seiner Heimatstadt zu schwärmen, wo es das Weserbergland gibt - und das Auetal. Am Ende, wenn der Dieb festgesetzt ist, mit Hilfe vomüberdrehten Meisterdenker "Professor" (Max Joop) und dem kleinen "Dienstag" (Kristina Kloster), der das Telefon bewachen musste, löst sich auch die Geschichte mit dem arbeitslosen Vater in Wohlgefallen auf und die ganze Theatertruppe, einschließlich dem reibungslos funktionierenden Technikteam, strich gut gelaunt ihren wohlverdienten Jubelapplaus ein.

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