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Steigerung gegenüber 2006 um zehn Prozent / Bei Bernsen kracht es mehr als doppelt so häufig

Verkehrsunfallzahlen 2007 auf neuem Gipfel

Landkreis (jl). Auf Schaumburgs Straßen hat es 2007 wesentlich öfter gekracht als 2006. Eine besondere Ursache, einen ganz besonderen Gefahrenpunkt haben die Spezialisten der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg bei der Analyse des Unfallgeschehens 2007 nicht erkennen können. Das hat PI-Leiter Frank Kreykenbohm bei der Präsentation des Jahresberichtes betont. Es gibt allenfalls einige Erklärungsansätze.

veröffentlicht am 19.03.2008 um 00:00 Uhr

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Vor Jahresfrist hatten Kreykenbohm und Kollegen mit 2976 Unfällen für Schaumburg eine im Zehn-Jahres-Vergleich absolut niedrige Zahl bilanziert -jetzt ist sie mit 3282 Unfällen das andere Extrem. Mit der zehnprozentigen Steigerung liegt Schaumburg nach Kreykenbohms Angaben im Landestrend. Als Erklärungen für Schaumburg nannte der PI-Leiter die monatelange Umleitung von Verkehrs während der Autobahnbaustelle im Auetal. Auf der L 453 bei Bernsen haben sich laut Polizei die Unfälle mit 16 mehr als verdoppelt. Außer dieser Stelle hat es nach Erkenntnissen der Polizei keinen besonderen Unfallschwerpunkt im Landkreis gegen. Faktoren sind nach Kreykenbohms Vermutungen bei vielen Autofahrern ein "trügerisches Sicherheits gefühl" wegen Standards wie ABS, ESP und weiteren. Hinzu komme für Schaumburg mit 644 Fahrzeugen pro 1000 Einwohnern eine enorm hohe Motorisierung -übrigens die höchste im Gebiet der Polizeidirektion Göttingen. Kathleen Hirt, die Einsatzleiterin bei der PI, listete auf, dass die Zahl von 18 Unfalltoten deutlichüber dem Mittelwert von 13 liegt. Ursachen seien in größerem Umfang ungewöhnliche Unfallszenarien, wie der Hohnhorster Bahnunfall mit vier Todesopfern. Rückläufig war 2007 indes die Zahl der Schwerverletzten. Diese sank um acht Prozent auf 125. Gestiegen -und zwar von 653 auf 704 ist die Zahl der Leichtverletzten. Deutlich stärker repräsentiert bei den Risikogruppen waren 2007 18- bis 24-jährige Fahrer: Ihr Zahl stieg von elf auf 26 drei aus dieser Gruppe gehören zu den Todesopfern. Bis auf einen Fall findet sich unter den Unfallbeteiligten kein 17-jähriger Führer schein inhaber. Mit dieser Gruppe habe man gute Erfahrungen gemacht, betonten Hirt und Kreykenbohm. Die gravierendsten -nicht die häufigsten - Faktoren unter den Unfallursachen sind Alkohol und Drogengenuss sowie überhöhte Geschwindigkeit. Der höchste von der Polizei in Schaumburg erfasste Promillewert lag 2007 bei 4,11! Der Fahrer fiel bei einer normalen Kontrolle auf. Damit den Ordnungshütern Drogensünder am Steuer eher ins Netz geht, lässt Kreykenbohm einen Teil seiner Mitarbeiter seit geraumer Zeit schulen. Zur Unfallvorbeugung gehören zwei Projekte in diesem Jahr. Nach den Worten Hirts will die Polizei Aktionen durchführen, bei denen ältere Autofahrer ihre Selbsteinschätzung überprüfen können. Dann arbeitet die PI wieder mit der Bereitschaftspolizei in Sachen Schwerpunktkontrollen zusammen.



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