weather-image
29°
Ausschüsse einig: Innenstadt-Verkehr soll im Herbst zum großen Thema werden

Verkehrsführung wird diskutiert: "Da kommt man nur umständlich hin"

Stadthagen (ssr). Die Verkehrsführung in der Stadthäger Innenstadt soll grundsätzlich analysiert und beraten werden. Das scheint einhellige Auffassung in Politik und Verwaltung zu sein, wie in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Wirtschaftsausschusses des Rates deutlich geworden ist.

veröffentlicht am 18.06.2008 um 00:00 Uhr

Über das Thema Verkehrsführung debattierten die Ausschüsse in Zusammenhang mit dem CIMA-Gutachten zum Einzelhandelsstandort Stadthagen. Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) zitierte dabei eine ihm häufig gestellte Frage und benannte damit einen Knackpunkt: "Wie komme ich von der Ecke LauenhägerStraße / Krumme Straße zu Hagemeyer?" Der Verwaltungschef gab sich die Antwort selbst: "Da kommt man nur sehr umständlich hin, das muss man wohl zugeben" (siehe Luftbild). Damit nahm Hellmann in jüngerer Zeit zunehmend hörbare Kritik auf, die Verbindung zwischen dem Nordosten und dem Westen der Altstadt stelle einen extrem umständichen Umweg dar, führe in einem engen Schlenker durch eine Tempo-30-Zone und über einen Parkplatz und sei zudem Ortsfremden so gut wie gar nicht zu vermitteln. In der Tischvorlage hisst die Verwaltung gleichsam die weiße Flagge: "Bisher wurden keine Möglichkeiten gesehen, eine attraktivere Verbindung als jetzt herzustellen." Und weiter: "Ob eine solche Verbindung verkehrstechnisch möglich und städtebaulich vertretbar ist, wurde bisher negativ beurteilt." Damit wird offenkundig auf die Empfehlung älterer Gutachten angespielt, die von einem Begegnungsverkehr auf der Krummen Straße abgeraten hatten. Hellmann kündigte an, die Verwaltung stelle Möglichkeiten alternativer Verkehrsführungen zusammen. Er kündigte das Dossier für den Herbst an: "Dann werden wir die Problematik ergebnisoffen diskutieren."Auch ein möglicher "Kreisel Hagemeyer" werde in diese Debatte gehören. Aufgegriffen wurde in der Debatte auch der Vorschlag der CDU, eine "Teilöffnung" der Fußgängerzone auf der Niedernstraße vorzunehmen. Heiko Tadge (CDU) begründete, der heutige Kunde wolle mit seinem Auto "möglichst dicht an die Läden heranfahren". Insofern würde eine Öffnung "eine Belebung der nördlichen Altstadt mit sich bringen". Mit Blick auf das StichwortFußgängerzone warb er grundsätzlich dafür, "nicht nur deswegen auf etwas zu beharren, weil es seit 25 Jahren so besteht". Hier bekam Tadge von SPD und Verwaltung eine schroffe Abfuhr. Der Innenstadt-Handel lebe stark "von der Aufenthaltsqualität in der historischen Altstadt, zu der die Fußgängerzone maßgeblich beiträgt, und die werden wir uns nicht kaputt machen lassen", rief Karsten Becker (SPD). Auch Hellmann wiederholte seine scharfe Ablehnung einer Teilöffnung. Diese werde schon an bautechnischen Kriterien scheitern: "Fahrbahn, Parkbuchten und einen Wendehammer kriegen sie da gar nicht unter."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare