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Investor plant Gesundheitszentrum und Komfortwohnungen für Senioren

Verkauft: Wincklerbad in neuer Hand

Bad Nenndorf (rwe). Das Land hat am Mittwoch das Wincklerbad verkauft. Investor Hermann Rohlfs aus Uslar plant in dem denkmalgeschützten Komplex ein Gesundheitszentrum und Komfortwohnungen für Senioren.

veröffentlicht am 30.03.2007 um 00:00 Uhr

Blick aus dem Turmzimmer der Rheumaklinik auf das Wincklerbad un

Einen günstigeren Termin hätte sich der Landtagsabgeordnete Joachim Runkel kaum aussuchen können, als er gestern Morgen im Rahmen seiner Unternehmensbesuche zur Visite in der Rheuma-Klinik weilte. Am Tag zuvor hatte das Land das Wincklerbad verkauft - der CDU-Politiker bekam so die Chance, diese "äußerst positive" Nachricht zu überbringen. Das Land habe selber nicht die Mittel, um das ehemalige Therapiegebäude umzubauen und habe es nun an einen erfahrenen Investor abgegeben, sagte Runkel. Das geplante Gesundheitszentrum werde viele Menschen in die Kur stadt führen und sei ein wichtiger Baustein für den Gesundheitsstandort Bad Nenndorf. Schon seit Jahren hat das Land versucht, das zum Staatsbad Nenndorf gehörende Wincklerbad zu veräußern. Der teilweise denkmalgeschützte Komplex, der 1930 fertiggestellt und nach dem 1934 verstorbenen Badearzt Professor Winckler benannt wurde, steht heute größtenteils leer. Erst vor wenigen Monaten wurde Käufer Hermann Rohlfs auf die fast 13 000 Quadratmeter große Immobilie aufmerksam. "Dafür ging der Verkauf verhältnismäßig schnell", sagte er. Der Apotheker und Bauunternehmer, der nach eigenen Worten unter anderem einÄrztezentrum in Nordhausen und zwei Seniorenheime erstellt hat, will sich zum Kaufpreis nicht äußern: "Darüber wurde Stillschweigen vereinbart." Er will kräftig in das Gebäude investieren und dabei in etwa die Pläne verfolgen, die auch das Land für die Immobilie im Auge hatte. So ist vorgesehen, Fachärzte, eine Apotheke und ein Sanitätshaus in dem Trakt an der Bahnhofstraße anzusiedeln. Auf der Seite am Kurpark sollen seniorengerechte "Komfortwohnungen" entstehen. Im Innenhof will Rohlfs die ehemalige Heizzentrale und Nebengebäude abreißen lassen und bis zu 120 Parkplätze anlegen. Die Zufahrt würde dann zwischen dem Wincklerbad und dem Moorbadehaus erfolgen, der zweistöckige Verbindungstrakt demnach abgerissen. "Bad Nenndorf hat heute gleich mehrfach gewonnen", schreibt Finanz-Staatssekretärin und Staatsbad-Aufsichtsrats-Chefin Cora Hermenau in einer Pressenotiz. Zum einen werde das Wincklerbad nun unter Wahrung denkmalschutzrechtlicher Belange renoviert und restauriert, zum anderen erhalte Bad Nenndorf ein ansprechendes Gesundheitszentrum, in dem auch Ärzte bisher nicht vertretener Fachrichtungen ihre Praxen haben werden. Hermenau: "Dadurch wird Bad Nenndorfs Position im Gesundheitsmarkt gestärkt." Ein neuer Mieter steht bereits fest. Professor Wolfgang Meyer-Marcotty, Chirurg und Unfallchirurg aus Stadthagen, will so schnell wie möglich eine Zweigstelle in der Kurstadt eröffnen. "Wir hatten das zum 1. April geplant, aber das klappt doch nicht", sagte er. Seit dem 1. Januar dürfen Fachärzte eine Filiale eröffnen und diese zehn Stunden pro Woche öffnen.

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