weather-image
Jetzt wird ein Schlichter angerufen / Erste Mitarbeiter der Glashütte freigestellt / Wanne III soll geschlossen werden

Verhandlungen mit Owens-Illinois sind gescheitert

Holzminden (bs). Ernste Gesichter im Restaurant „Hellers Krug“ in Holzminden. Dorthin haben Gewerkschaft und der Betriebsrat des US-amerikanischen Unternehmens Owens-Illinois zum Gespräch eingeladen.

veröffentlicht am 08.02.2009 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 15:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gute Nachrichten gibt es nämlich nicht: Die Verhandlungen mit dem nach eigenen Angaben weltweit führenden Herstellers von Glasverpackungen, zu dem die Holzmindener Glashütte gehört, sind gescheitert.

Das von der Arbeitnehmerseite vorgelegte Konzept wurde erst gar nicht diskutiert. Owens-Illinois pocht weiter darauf, die Wanne III zu schließen, will 90 Mitarbeiter entlassen.

Die ersten Freisetzungen hat es bereits gegeben. Und die Konzernzentrale in Düsseldorf hat jetzt, vor Schlichterspruch und Sozialplanverhandlungen, angekündigt, das Glas abzulassen und die Wanne gezielt abzutempern. Das Unternehmen begründet die Maßnahme mit fallender Nachfrage.

Gewerkschaft und Mitarbeiter sehen keine wirtschaftliche Notwendigkeit. „Unserer Auffassung nach wird die Schließung strategisch zur Marktverknappung und Preiserhöhung eingesetzt,“ erklärt Peter Winkelmann von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, der sich von der Politik deutliche Signale erhofft: „Rendite ist nicht alles, die Menschen brauche ihren Arbeitsplatz.“

Mitte November hatte Owens-Illinois angekündigt, in Europa Kapazitäten zu kürzen. Zum Jahresende, so das weltweit agierende amerikanische Konsortium, sollte die Wanne III in Holzminden geschlossen werden. In vielen Gesprächsrunden kämpfen seitdem die Industriegewerkschaft mit dem Alfelder Bezirksleiter Peter Winkelmann und der Betriebsrat mit dem Vorsitzenden Dietmar Liesch um den Erhalt der 90 Arbeitsplätze, die mit der Wannenschließung wegfallen sollen.

„Das ist der Stand der Dinge“, blickt Winkelmann in die Runde im „Hellers Krug“. Der Betriebsrat ist gekommen, auch Mitarbeiter, die bereits freigesetzt wurden, sitzen am Tisch. Und blicken auf die Politiker, von denen sie sich jetzt Hilfe erwarten: SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt, Landrat Walter Waske und der Mitarbeiter des Innenministeriums Jörg Hübner. „Wir müssen jetzt Unterstützung einfordern“, formuliert es Winkelmann.

Das weitere Procedere: Die Einigungsstelle wird jetzt angerufen, dann ein Schlichter bestimmt. Dann müsse sich Owens-Illinois das Konzept anschauen, erklärt Winkelmann.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt