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Nabu protestiert gegen Bergrennen / Heute auf der Tagesordnung im Verwaltungsausschuss

Verfahrensfehler bei der Ortsratssitzung?

Westendorf (wm). Die Diskussion geht weiter, der Ton wird schärfer zwischen Befürwortern und Gegnern des geplanten Bergrennens auf der Unabhängigkeitsstraße in Westendorf. Heute will sich der Verwaltungsausschuss des Rintelner Rates mit dem Thema befassen.

veröffentlicht am 25.01.2007 um 00:00 Uhr

Ortsbürgermeister Eckhard Hülm (SPD), der das Bergrennen kategorisch ablehnt, erhält Unterstützung vom Naturschutzbund, Ortsgruppe Rinteln. Deren Vorsitzender Nick Büscher hält ein Rennen angesichts der globalen Klimakatastrophe für ein "falsches Signal" und befürchtet negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. WGS-Ratsfrau und Ortsratsmitglied Antje Rinne möchte nach dem Eklat in der Ortsratssitzung (wir berichteten) nicht mehr, dass Hülm als Ortsbürgermeister für den gesamten Ortsrat spricht. Rinne in einer Pressemitteilung: "Wir haben Herrn Hülm ersucht, künftig im Gespräch mit den Medien lediglich seine persönliche Meinung oder allenfalls die der SPD-Fraktion darzulegen." Hülm habe das "Meinungsbild im Ortsrat, der aus 13 Mandatsträgern in drei Fraktionen bestehe, "leider schon des Öfteren völlig verzerrt bis falsch dargestellt", so Rinne. Die Befürworter des Rennens werfen Hülm außerdem einen eklatanten Verfahrensfehler bei der Ortsratssitzung vor. Er habe bewusst manipulativ sogar gleich mehrmals den SPD-Fraktionsvorsitzenden Horst Bredemeier im Flüsterton aufgefordert, seinen Antrag (nämlich das Bergrennen abzulehnen) zurückzuziehen. Sonst wäre die Abstimmung - bei einem Patt dann zu Ungunsten des Antragstellers - anders ausgefallen, nämlich für die CDU/WGS als Zustimmung zum Bergrennen. Werner Struckmeier vom Motorsportclub Schaumburg, der mit im Zuhörerraum saß: "Dafür gibt es viele Zeugen." Nabu-Vorsitzender Nick Büscher sieht in der Entscheidung für oder gegen das Bergrennen eine "unglaubliche Brisanz". Die damalige Begründung der Bezirksregierung, die das Bergrennen abgelehnt habe, gelte nicht nur nach wie vor, sondern heute in verschärftem Maße. Es bleibe zudem die Frage, wo der Klimaschutz anfangen soll, wenn nicht vor der eigenen Haustür. "Es ist doch gerade das Anliegen der Stadt Rinteln wie auch des Naturschutzbundes, im Sinne des Klimabündnisses die CO-2- Emissionen in Rinteln zu reduzieren." "Wer sich zu Recht solche Ziele setzt, der muss konsequenter Weise solche Ansinnen, wie es so ein Bergrennen darstellt, kategorisch ablehnen", sagt Büscher. Für ihn ein weiteres wichtiges Argument: "Bergrennen fördern nicht unbedingt die Sensibilisierung der Jugend für die Folgen des schnellen Fahrens." Cathy Wilkening betont in einer Stellungnahme der Westendorfer Interessengemeinschaft, das Bergrennen sei aus ihrer Sicht Tourismusförderung und Unterstützung der heimischen Wirtschaft, ein kostenloses Marketing, das die kommunalen Haushalte - anders als der Stand auf der ABF in Hannover - keinen Euro koste. Erwartet werden bei gutem Wetter bis zu 10 000 Zuschauer.



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