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Keine Automatik beim Einzug der Lastschriften / Wichtige Tipps für den richtigen Weg

Vereine müssen auf Sepa umstellen

Vereine und Verbände in Deutschland stellen sich nur schleppend auf das neue Zahlungssystem Sepa mit seinen internationalen Kontonummern um. Banken- und Industrieverbände sehen ein halbes Jahr vor dem Start noch erheblichen Handlungsbedarf. Vom 1. Februar 2014 an dürfen Kreditinstitute Überweisungen und Lastschriften von Vereinen, Verbänden, Institutionen und Unternehmen nur im Sepa-Format bearbeiten. Die dafür nötige Gläubiger-Identifikationsnummer wurde nach Angaben der Bundesbank in Deutschland aber erst in 632 092 Fällen vergeben (Stand 23. Juli) – obwohl es bundesweit 3,6 Millionen Unternehmen und 580 000 eingetragene Vereine gibt.

veröffentlicht am 22.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Nach Erkenntnissen der Deutschen Bundesbank ist vielen Vereinen in Deutschland nicht bewusst, dass auch sie ihren Zahlungsverkehr auf das neue Zahlungsverkehrssystem Sepa (Single Euro Payment Area) umstellen müssen. Das betrifft vor allem das Lastschriftverfahren, das es in seiner herkömmlichen Form ab dem 1. Februar 2014 nicht mehr gibt. „Die meisten deutschen Vereine ziehen ihre Mitgliedsbeiträge per Lastschrift ein“, sagt Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank. „In unseren Gesprächen stellen wir fest, dass ein großer Teil der Vereinsvorstände offenbar davon ausgeht, dass ihre Lastschriften automatisch auf Sepa-Lastschriften umgestellt werden. Dies ist in vielen Fällen jedoch nicht möglich, weil die alten Einzugsermächtigungen nicht die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Umstellung in ein Mandat für das Sepa-Lastschriftverfahren erfüllen.“

Für Vereine gelten die gleichen Regeln wie für Unternehmen: Damit eine traditionelle deutsche Einzugsermächtigung als Sepa-Lastschriftmandat weiterverwendet werden kann, muss sie dem Verein schriftlich vorliegen und bestimmte Mindestbestandteile enthalten. Vor der erstmaligen Benutzung für einen Sepa-Lastschrifteinzug muss der Verein den Zahlungspflichtigen über den Wechsel in Textform unterrichten und dabei eine sogenannte Gläubigeridentifikationsnummer und Mandatsreferenz mitteilen.

In diesem Umstellungsverfahren steckt mehr als nur eine Hürde: Zunächst muss der Verein überhaupt eine Gläubigeridentifikationsnummer beantragen. Diese erhält er bei der Bundesbank. Die beschriebenen Formvorschriften für die Umstellung muss er genau einhalten. Wer Formfehler macht, riskiert die Nichtigkeit der Mandate und damit eine schlechte Rechtsposition bei Lastschriftrückgaben. Zu guter Letzt muss der Verein auch die Kontonummern und Bankleitzahlen aus den alten Einzugsermächtigungen in die IBAN (International Bank Account Number) und den BIC (Bank Identifier Code) umrechnen, bevor er in die Sepa-Welt starten kann. Fragen und Antworten zu Sepa:

Woher bekommt der Verein die neuen Kontonummern seiner Mitglieder?

Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die Mitglieder nach der neuen Kontonummer fragen und sich die IBAN nennen lassen. Als zweite Möglichkeit kann der Verein sich Hilfe bei seiner Hausbank suchen. Die Kreditwirtschaft bietet automatisierte Lösungen an, mit denen die altbekannten Kontonummern in die neue IBAN konvertiert werden können.

Woher bekommt der Verein die IBAN seiner eigenen Kontoverbindung?

Banken und Sparkassen weisen IBAN und BIC bereits seit gut zehn Jahren auf dem Kontoauszug aus. Und im Online-Banking sind diese Angaben meist auch zu finden unter Rubriken wie „Meine Daten“ oder „Kontodetails“.

Warum ist die Umstellung nötig?

Die Regeln für den Zahlungsverkehr im neuen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum sind Gesetz. Ab dem 1. Februar 2014 dürfen im Euro-Raum nur noch Überweisungen und Lastschriften ausgeführt werden, die den neuen, gemeinsamen, europäischen Regeln entsprechen. Das gilt sowohl für Zahlungen innerhalb von Deutschland als auch für grenzüberschreitende Zahlungen.

Inwieweit sind Vereine betroffen?

Jeder Verein hat ein oder mehrere Vereinskonten, die wie alle anderen Konten im Euro-Raum künftig auch eine neue Kontokennung bekommen, IBAN und BIC. Mitgliedsbeiträge werden von Vereinen oftmals per Lastschrift eingezogen. Soll das so bleiben, braucht der Verein eine Gläubiger-Identifikationsnummer, die bei der Deutschen Bundesbank über deren Homepage www.bundesbank.de zu beantragen ist. Außerdem müssen einige Umstellungen vorgenommen werden (siehe unten „Sepa-Umstellung in sieben Schritten“).

Gibt es auch für Vereine Schonfristen?

Nein, anders als für Privatpersonen gelten die Sepa-Regeln bei Vereinen sofort zum Stichtag 1. Februar 2014. Das gilt auch für Überweisungen, die im Sepa-Format erstellt sein müssen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die SEPA-Umstellung?

Jetzt. Denn die vielen einzelnen Schritte benötigen meist mehr Zeit als erwartet. Und je früher ein Verein Sepa-fit ist, umso eher kann er Testläufe nutzen und umso besser ist er für das Umstellungsdatum gewappnet.

Wo könnte es Probleme geben?

Manchmal sind die aktuellen Adressen der Mitglieder nicht bekannt. Deshalb empfiehlt es sich, schnell mit den Vorbereitungen anzufangen. Gerade weil viele Vereine ehrenamtliche Kassenwarte haben, die nicht immer Zahlungsverkehrsprofis sind, sollte genügend Zeit eingeplant werden, sich mit dem Thema vertraut zu machen. Ein Tipp: Die Sepa-Umstellung ist Sache aller Vereinsmitglieder. Also lassen Sie sich helfen und binden Sie jeden ein, der dazu beitragen kann!

Eine Kontonummer mit 22 Stellen, das klingt kompliziert. Finanzchefs, Buchhalter und Kassenwarte müssen sich damit aber allmählich auseinandersetzen: In gut sechs Monaten beginnt die Sepa-Pflicht.



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