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Großvater und Enkel wagen den Sprung über das Arschleder

Verein sucht historische Fotos

Osterwald. Jede Jahreshauptversammlung des Vereins zur Förderung des Bergmannswesens ist verbunden mit einem Ritual, das die Arbeit der Bergleute wertschätzt und an die ehemalige Bergbautradition im Osterwald erinnert. So spricht der Vorsitzende zu Beginn das „Einfahrgebet“ und zündet Kerzen an. Sie stehen symbolisch für die Grubenlampen, die die Bergleute vor Schichtbeginn anzündeten.

veröffentlicht am 06.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

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„Schichtbeginn“ der diesjährigen Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus war exakt 18 Uhr – vom Vorsitzenden mit einer Stoppuhr gemessen. Auch die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt nach alter Tradition – dem Sprung über das „Arschleder“. Diesmal waren es Werner Griese, Wieland Kramer und Thorge-Mattis Janack, die mit dem Bergmannssprung in den Kreis der Kameraden und Kameradinnen aufgenommen wurden und somit bekundeten, sich ihrer neuen Aufgabe zu stellen.

Erstmalig in der Geschichte des 1980 gegründeten Vereins wurde ein 13-Jähriger aufgenommen. „Ich bin Mitglied geworden, weil mein Opa es heute auch geworden ist“, erklärte Thorge-Mattis kurz und bündig seinen Beweggrund. Um tatkräftig mit zupacken zu dürfen im Besucherbergwerk, muss er jedoch noch drei Jahre warten. „Das ist so vorgeschrieben“, erklärte Hans-Dieter Kreft, der Vereinsvorsitzende. Bis dahin soll Thorge-Mattis langsam mit den Aufgaben des Besucherbergwerks vertraut und für Führungen fit gemacht werden.

In seinem Jahresrückblick zog Kreft eine Bilanz über die ehrenamtlich geleistete Arbeit „unter Tage“ und „über Tage“. So wurden einschließlich der Führungen von den Aktiven insgesamt 3107 Stunden im Schichtenbuch vermerkt. Bei 109 Führungen wurden 2015 Besucher durch den Hüttenstollen und das Museum geführt – 1203 Erwachsene und 822 Kinder. „Das waren insgesamt 123 Besucher mehr als im Vorjahr“, betonte Kreft. Dieses positive Ergebnis resultiere im Wesentlichen aus der sehr erfolgreichen Ausstellung „Kunst im Bergwerk“, die sich 340 Personen angesehen haben und die dem Verein viel Renommee eingebracht habe. Den Initiatoren der Ausstellung, Heide und Hartmut Friedrich, sprach Kreft einen großen Dank aus.

Als weitere Veranstaltungen des vergangenen Jahres nannte der Vorsitzende unter anderem die Wanderung auf dem Bergmannsweg, die Ausstellung „Glasproduktion am Osterwald“, den Kindertag, diverse Vorträge und die Kindergeburtstage, die der Verein im Besucherbergwerk angeboten hatte. Darüber hinaus berichtete der Vorsitzende, der gleichzeitig kommissarischer Leiter des Museums ist, dass das Museum wegen der vielen Spenden „aus allen Nähten platze“ und deshalb im Multifunktionsgebäude ein Lagerraum eingerichtet worden sei, in dem die wertvollen Stücke vorerst gelagert werden.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden (in Abwesenheit) Axel Kosanke und Uwe Stock geehrt. Übrigens: Für eine Ausstellung über den Ersten Weltkrieg im September sucht der Verein noch historische Fotos, Briefe, Dokumente und sonstige Erinnerungsstücke. sto



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