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Wie die Deutsche Bahn AG potenzielle Kunden mutwillig ausschließt

Verbot für Kinder und Behinderte?

Rinteln (ur). Einen wohldurchdachten und um sachliche Klärung und Aufklärung bemühten Brief hat kürzlich ein Rintelner Bahnkunde an die Pressestelle der Deutschen Bahn AG gerichtet. Inzwischen ist die Antwort darauf eingegangen - die zwar keineswegs befriedigen kann, aber doch verdeutlicht, wie bei diesem Dienstleistungsunternehmen gedacht wird.

veröffentlicht am 05.05.2007 um 00:00 Uhr

Der Rintelner hatte sich mit folgendem Schreiben zum Bahnhof an die Pressestelle gewendet: "Das Objekt gehört der Deutschen Bahn AG. Auf den Schienen fährt die Weserbahn. Rinteln liegt auch am schönen Weserradweg. Radfahrer, die mit dem Zug in Rinteln ankommen oder von Rinteln abfahren wollen, müssen eine Treppe runter, durch den Tunnel und wieder eine Treppe rauf. Falls das Fahrrad beladen ist, eine schwere Aktion. Rollstuhlfahrer können den Bahnsteig ohne Hilfe gar nicht erreichen. Zwar gibt es einen Dienstweg, doch hier gebietet ein Schild: Überschreiten der Gleise für Unbefugte verboten. Durch den Fahrplanwechsel der Eurobahn halten alle Züge nur noch am Nordgleis 1. Die Züge halten nur noch recht kurz in Rinteln. Die Lokführer/Zugbegleiter können somit keinen Rollstuhlfahrer über die Gleise begleiten." Hierzu formulierte der Rintelner Bahnkunde dann noch zwei Anfragen: "Kann am Dienstbotenweg eine Gegensprechanlage zum Bahnmitarbeiter im Stellwerk (Bahnübergang) installiert werden? Dies wäre eine technisch schnelle Lösung, die auch Rollstuhlfahrern sicher den Zuweg zum Bahnsteig ermöglicht." Der weitere Vorschlag: "Dieser Weg könnte dann auch offiziell von Radfahrern genutzt werden. Zudem würde eine Metallschiene am Rand der Treppe Radfahrern das Rauf- und Runterschieben erleichtern." Hinzufügen möchte man dieser Darstellung noch den Hinweis, dass die geschilderte Problematik auch Nutzer von Gehhilfen und Kinderwagen betrifft sowie eigentlich alle Reisenden, die durch Alter oder Krankheit beeinträchtigt sind oder schweres Gepäck zu tragen haben. Die Antwort der Bahn liest sich ebenso schnell wie unbefriedigend: "Der Bahnhof Rinteln ist betrieblich für das Kreuzen von Zügen vorgesehen. Dazu sind zwei Gleise erforderlich. Zwischen den Gleisen befindet sich ein Inselbahnsteig, der durch einen Bahntunnel erreichbar ist. Bei einem Bahnhof mit höhengleichem Zugang über Schienen wären besondere Sicherungsmaßnahmen zwingend erforderlich, wie zusätzliches Personal für die Sicherung des Überwegs oder eine signalabhängige technische Sicherung. Dies ist wirtschaftlich nicht zu vertreten."



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