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Tosender Applaus für bayrische Kabarettistin Luise Kinseher in der Kulisse

Verbittert, liebeskrank, betrunken - vom Erfolg der Firma "Glück& Co."

Rinteln (clb). Viel Applaus hat Luise Kinseher für ihr selbst inszeniertes Kabarett "Glück& Co." von dem Rintelner Publikum in der Kulisse bekommen. Nach der Aufführung am Freitagabend versammelte sich sogar eine kleine Fangemeinde um die Münchenerin.

veröffentlicht am 22.11.2006 um 00:00 Uhr

Lust an der Verwandlung: Mit bayrischem Charme schlüpft Luise Ki

Kinseher schlüpfte in die Rolle der Ex-Friseurin Gitte Lachner, die nun versucht, sich über ihre neu gegründete Ich-AG "Glück& Co." zu identifizieren und den Leuten das Glück zu verkaufen. "Sind Sie glücklich?" - so lautete die zentrale Frage des Stücks. Wer es noch nicht war, konnte es werden. Denn unter dem Motto der Firma "Glück& Co. - wir sind da und Sie sind froh" verspricht Gitte Lachner Publikum und Seminarteilnehmern am Ende der Aufführung das vollkommene Glück. Ob schöner, schlanker oder einfach nur erfolgreicher - die Firma "Glück& Co." habe für jedes Problem einen Rat parat, erklärte Luise Kinseher alias Gitte Lachner. Auch alle anderen Charaktere der Inszenierung wurden von Kinseher selbst gespielt. So schlüpfte sie beispielsweise in die Rolle der verbitterten Sekretärin Helga Rösch, die den Zuschauern auf ausführlichste Weise Anekdoten aus ihrem "glücklichen" Eheleben schildern konnte, zugleich aber unglücklich darüber war, als "überqualifizierte Sekretärin" von ihrer Chefin, Frau Lachner, wie der Depp behandelt zu werden. Oder Kinseher versetzte sich in die Rolle derÄrztin Frau Welser, ebenfalls Angestellte der Firma "Glück& Co.", doch aufgrund starken Liebeskummers außer Stande, Patienten und andere Glücksbedürftige zu therapieren. Und auch als betrunkene Maria Wondra, eine leicht freizügig gekleidete Dame, die das Publikum zu einer "Bastelstunde" mit einem toten Huhn aufforderte, stellte Kinseher ihr großes schauspielerisches Talent unter Beweis. Mit Zitaten wie "Zu einer guten Ehe gehören Treue, Vertrauen - und mein Jugendfreund Horst", "Weihnachten 1973 war ich das letzte Mal so richtig glücklich - denn da wurden Brillen noch von der Kasse bezahlt" oder "Meine Liebe zu Bernhard ist vergleichbar mit einer Extremwanderung über den Ätna" heimste die Münchenerin tosenden Applaus ein. Im Laufe des Abends wurde deutlich, was Kinseher auszeichnet: schauspielerisches Talent, Lust an der Verwandlung, schnelle Rollenwechsel und satirische Anspielungen mit Witz. Mit wenigen Kostümen, aber aussagekräftiger Mimik und Gestik wurden Themen wie Schönheit, Diäten, Liebe und Sex behandelt und mit dem scheinbar greifbaren Glück verknüpft. Das Publikum wurde ebenfalls mit in die Inszenierung eingebunden und mit persönlichen Fragen aus der Reserve gelockt. Besonders in den Mittelpunkt gehoben wurden Rolf Deus aus Stadthagen sowie "der Herr Dr. Brunner von der Sparkasse Schaumburg". Die spöttischen Kommentare über die Stadt Rinteln und ihre "greisigen" Bewohner sorgten bei dem Publikum für lautes Gelächter. Zwar scheiterte die Protagonistin Gitte Lachner am Ende der Aufführung, doch ihr Ziel hatte Luise Kinseher trotzdem erreicht: Nach rund zwei Stunden Unterhaltung waren die Zuschauer ihrem charmanten bayrischen Dialekt verfallen und wirkten entspannt, gut gelaunt und insgesamt glücklich - wie es die Firma "Glück& Co." vorab versprochen hatte.

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